|
Analysen - Ausland
|
14.09.2000
PE Celera Genomics kaufen
BioTech-World
|
www.optionsscheinecheck.de
|
PE Celera (WKN 920954) beschäftigt sich mit der Sequenzierung des menschlichen Genoms, berichten die Analysten vom Börsenbrief „BioTech-World“.
50 Sequenzierungsautomaten würden mit der von Hamilton O. Smith entwickelten Shotgun- Methode arbeiten, die den Prozess der Genomsequenzierung deutlich beschleunigen würde. Diese Technologie beruhe darauf erst einmal sehr viele Fragmente zu sequenzieren, und das ganze Genom von einem sehr leistungsfähigen Computer zusammenpuzzeln zu lassen. Anfang des Jahres habe PE Celera Chef Craig Venter die Entschlüsselung des menschlichen Genoms melden können und habe damit den Startschuss zu einem Wettlauf um Patente und Lizenzen gegeben, denn nun würden sich Forscher und Gentechniker an die Arbeit machen können die Aufgaben der insgesamt 100.000 Gene mit ihren 3,2 Milliarden Bausteinen herauszufiltern. Die komplette Entschlüsselung des menschlichen Erbguts bedeute lediglich, die Informationen, welche in der DNA gespeichert seien, in einem für uns lesbaren Format auf einer Festplatte zu speichern. Den Code zu lesen und zu interpretieren müsse deshalb auf die Sequenzierung folgen.
Doch Genomics sei nicht der einzige Bereich an dem Celera arbeiten würde. Auch die Sparte Proteomics habe PE Celera bereits anvisiert. Proteine seien der Ausdruck der genetischen Information . Sie würden als Strukturproteine für die mechanischen Eigenschaften einer Zelle sorgen, sie würden als Enzyme verschiedenste biochemische Reaktionen katalysieren, sie würden als Rezeptorproteine Informationen ins Zellinnere leiten, etc. Hier allerdings würde Venter an die Grenzen seines Tatendrang stoßen, denn die heutige Rechnerkapazität reiche bei weitem noch nicht aus. Trotz der gigantischen Rechenanlage, die angeblich die des Pentagon in den Schatten stelle, werde man noch warten müssen bis ggfs. sogar in den Computern die ersten Prozesse mit Hilfe von DNA berechnet werden könnten, das werde allerdings noch lange dauern und auf ganz bestimmte Fragestellungen, die sich mit heutigen Strukturen nicht bearbeiten lassen würden, beschränkt bleiben.
Nächster Bereich an dem PE Celera auch bereits arbeiten würde sei die Sammlung und Verarbeitung von SNPs. Aus diesen drei Forschungsbereichen würde man bereits ein genauso wichtiges Gebiet erkennen auf dem PE Celera tätig sei, nämlich die Bioinformatik. Neben dem Celera Discovery System, einer umfassenden Datenbank gebe es eine Vielzahl von Bioinformatik-Tools, die vermarktet würden: AmpF/STR COfiler, BioLIMS, Celera AgGen, COfiler, GeneTag, FMAT, PE AgGen, PE GenScope, NorthStar, PE Informatics, QSTAR, ABI PRISM, AmpF/STR, BioMerge, PE Applied Biosystems, PerSeptive Biosystems und Tropix.
Craig Venter habe bereits vor, auch ins Pharmageschäft einzusteigen. Man denke darüber nach, Impfstoffe, Medikamente und Antikörper im Bereich der Krebstherapie zu entwickeln, die das Immunsystem zur Attacke gegen Krebszellen anregen würden. Unklar sei noch, ob die klinischen Versuche eigenständig durchgeführt oder fremd vergeben werden würden.
Auch wenn PE Celera noch keine Medikamente entwickeln würde, werde doch Geld mit dem Verkauf von Datenbankdienstleistungen verdient. Kunden würden Zugriff auf Daten, notwendige Werkzeuge und Software erhalten, die zur Ansicht, Suche und Analyse der genetischen Informationen nötig seien. Wenn man bedenke wie breit gestreut das Spektrum Celeras sei, könne man sicher sein, dass diese Firma in Zukunft ein Wörtchen mitzureden habe, besonders bei der angestrebten Vereinheitlichung eines Industriestandards im Bereich Bioinformatik.
|