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Analysen - Ausland
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11.09.2000
Progenics kaufen
Suntrade
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Mit ihren Wirkstoffen gegen Krebs und HIV bewegt sich Progenics (WKN 910678) in einem heiß umkämpften Marktfeld, berichten die Analysten von Suntrade.
Die neuen Ansätze von Progenics würden die Aktie aber trotzdem für den Anleger interessant machen. „Schlagen wir ihm doch einfach die Tür vor der Nase zu.“ So würden sich die Forscher von Progenics äußern, wenn sie auf die Wirkungsweise ihres neuen HIV-Medikamentes angesprochen würden. Während die momentan erhältlichen Präparate die Vermehrung des Virus in der Zelle verhindere, würde der Wirkstoff von Progenics an der Virushülle binden und blockiere so schon dessen Eintritt in die Zelle. Gleichzeitig könne das Immunsystem das auf diese Weise markierte Virus erkennen und zerstören. Schon die anfänglichen Resultate einer klinischen Phase I/II-Studie seien sehr vielversprechend gewesen, aber die vorläufigen Resultate einer Kombinationstherapie mit einem ebenfalls neuen Wirkstoff von Trimeris Inc. seien geradezu beeindruckend.
Besonders die sehr gute Verträglichkeit beider Präparate unterscheide diese von den momentan angewendeten Mitteln. Eine weitere Substanz, die durch die Blockierung des zellulären „Andock-Proteins“ ebenfalls den Eintritt des Virus in die Zelle verhindere, solle Ende des Jahres das erste Mal am Menschen getestet werden. Für HIV-Patienten, die wegen Unverträglichkeiten oder Resistenzen bereits die dritte oder vierte Kombinationstherapie erhalten hätten, könnte diese Klasse von Wirkstoffen neue Hoffnung bedeuten. Progenics‘ neuartiges Screeningverfahren beschleunige außerdem rapide die Entdeckung weiterer inhibitorischer Moleküle und werde von ihren Kollaborationspartnern Hoffmann-La Roche, American Home Products und Pharmacopeia gerne in Anspruch genommen.
Weiter fortgeschritten seien aber schon Progenics‘ Anti-Tumorpräparate GMK und MGV. Zusammen mit Bristol-Myers Squibb würden sie gerade GMK in einer großangelegten Phase III-Studie zu malignem Hautkrebs testen, welcher nicht erst seit dem Ozonloch auf dem Vormarsch sei. Progenics habe eine bestimmte Klasse von Zuckermolekülen (Gangliosiden) entdeckt, die fast nur auf der Oberfläche von Tumorzellen vorkommen würden. Gegen diese würden sie ein Molekül richten, welches die Bildung von Antikörpern durch das Immunsystem auslöse. Die Antikörper würden an der Oberfläche der Krebszelle binden und würden damit die Immunabwehr zum Tumor leiten. Für Patienten, die nach einer chirurgischen Entfernung des Melanoms eine hohe Rückfallwahrscheinlichkeit durch im Körper verteilte, noch ruhende Tumorzellen hätten, werde die zu erwartende Lebenszeit meist in Monaten angegeben.
Zur Zeit werde als Therapie Interferon-alpha eingesetzt, welches aber meist mit nicht unerheblichen Nebenwirkungen verbunden sei, ganz im Gegensatz zu Progenics‘ Präparat. Deshalb würden sie davon ausgehen, dass ihre Therapie, obwohl in der Phase II nicht ebenso effektiv, ebenfalls die Zulassung erreichen werde. Außerdem stehe mit MGV eine verbesserte Version in den Startlöchern, die über großes Potential verfügen würde, denn es seien Phase II-Studien in einer Vielzahl von weiteren Krebsarten geplant.
Die finanzielle Situation sei mit 65 Mio. $ Cash äußerst zufriedenstellend, vor allem weil Progenics durch den Verkauf ihrer Screeningverfahren bereits Einnahmen generiere und somit einen geringeren Verlust ausweise als die meisten der Konkurrenten. Ebenso sei die Kooperation mit Pharmacopeia gerade erst erweitert worden. Eine starke Patentstellung und ihre Forschungsexpertise vor allem im HIV-Bereich komplettiere den guten Gesamteindruck.
Kennzahlen
Wenn auch die Ergebnisse aus ihren Studien noch etwas auf sich warten lassen dürften,-das Ende ihrer GMK-Phase III-Studie sei auf Frühjahr 2001 terminiert-würden die Analysten Progenics wegen den neuartigen HIV-Präparaten und den weit fortgeschrittenen Anti-Tumormitteln für den spekulativen Anleger zum Kauf empfehlen. Im Falle weiterer erfolgreicher Studienergebnisse würden sie ein Kursziel von 60 $ sehen.
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