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Analysen - Nebenwerte
05.11.2004
Dürr verkaufen
Bankhaus Lampe

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Roland Könen, Analyst des Bankhauses Lampe, bewertet die Dürr-Aktie (ISIN DE0005565204/ WKN 556520) mit "verkaufen".

Dürr habe heute die Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr von zuletzt 18,7 Mio. Euro auf nunmehr 8 bis 12 Mio. Euro auf Vorsteuerebene reduziert. Anlass für diese Senkung seien zusätzliche Aufwendungen in Höhe von 5 bis 6 Mio. Euro im Unternehmensbereich Ecoclean, die aus Problemen bei der Inbetriebnahme einer neuen Verfahrenstechnik entstanden seien sowie außerplanmäßigen Belastungen in Höhe von 7 bis 8 Mio. Euro im Bereich Final Assembly Systems, wo es im Zuge der Einführung komplexer Endmontage-Produkten zu unerwarteten Umsetzungsproblemen gekommen sei.

Das Management verweise jedoch auch darauf, dass sich die anderen Unternehmensbereiche Paint Systems, Services und Measuring Systems weiterhin auf gutem Kurs befänden und das Ertragssteigerungsprogramm "Sprint Quadrat" gut vorankomme und positive Ergebniseffekte liefere. Die Analysten hätten angesichts der erneuten außerplanmäßigen Belastungen ihre Gewinn- und Verlustrechnung überarbeitet und gingen nun mit 8,6 Mio. Euro von einem Vorsteuerergebnis am unteren Ende der neu ausgegebenen Guidance aus.

Insgesamt reduziere sich die Gewinnschätzung für das Ergebnis je Aktie in 2004 auf 0,27 Euro von zuvor optimistischen 1,13 Euro. Auch für die kommenden beiden Perioden habe man Adjustierungen in der Planungsrechnung vorgenommen und gehe nun von einem Ergebnis je Aktie von 1,28 Euro (nach 1,59 Euro) in 2005 bzw. 1,45 Euro (nach 1,67 Euro) in 2006 aus. Weitere Daten zu der aktuellen Geschäftsentwicklung werde das Unternehmen am 12. November im Rahmen der Vorlage der Neun-Monats-Zahlen bekannt geben.

Wieder einmal enttäusche der Konzern mit außerordentlichen Belastungen. Seien zuletzt Restrukturierungsmaßnahmen für die außerordentlichen Posten verantwortlich gewesen, so seien es diesmal technische Probleme. Auch wenn das Ertragssteigerungsprogramm bereits positive Ergebnisse liefere, glaube man, dass aufgrund des weiterhin hohen Margendrucks in den kommenden Jahren die Gefahr weiterer Anpassungen der Geschäftsprozesse latent vorhanden sei, so dass es zukünftig wieder zu Restrukturierungskosten kommen könnte.

Im aktuellen Kapitalmarktumfeld zeige der Peer-Group-Vergleich mit anderen deutschen Maschinen- und Anlagenbauern nach dem Kursrückgang der letzten Wochen und der aktuell reduzierten Gewinnerwartung eine insgesamt faire Bewertung der Dürr-Aktie (EV/EBIT für 2005: 7 gegenüber 8 bei den Peers; KGV für 2005: 11,1 gegenüber 11,4 bei den Peers). Da Dürr jedoch nur im Auswahlindex SDAX notiert sei und die Anleger in der Vergangenheit wie auch jetzt mit außerordentlichen Belastungen enttäuscht habe, würden die Analysten glauben, dass es gerechtfertigt sei, einen Abschlag von 10% auf den errechneten Fair Value von rund 15 Euro vorzunehmen.

Die Analysten des Bankhauses Lampe senken insgesamt ihr Kursziel von zuletzt 17,00 Euro auf nunmehr nur noch 13,50 Euro und reduzieren ihre Einschätzung für die Dürr-Aktie von "halten" auf "verkaufen".

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



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