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Analysen - Nebenwerte
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08.10.2004
Borussia Dortmund Downgrade
AC Research
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Analysten von AC Research senken ihr Votum für die Aktien von Borussia Dortmund (ISIN DE0005493092/ WKN 54309) von vorher "akkumulieren" auf jetzt "halten".
Die Gesellschaft habe Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2003/2004 veröffentlicht.
Demnach habe sich in diesem Zeitraum die Gesamtleistung von 155 Millionen Euro auf 97,4 Millionen Euro verringert. Der Umsatzrückgang sei dabei im wesentlichen auf die Nichtteilnahme an der Champions League und auf das frühe Ausscheiden aus dem UEFA-Cup zurückzuführen.
Hierdurch seien vor allem die Erlöse aus der TV-Vermarktung von 49,9 Millionen Euro auf nur noch 19,3 Millionen Euro gesunken. Im Bereich Sponsoring habe ebenfalls ein deutlicher Rückgang auf nur noch 25,7 Millionen Euro hingenommen werden müssen. Die Erlöse aus dem Ticketing und dem Merchandising hätten hingegen wiederum deutlich gesteigert werden können. Die Transfererlöse hätten sich schließlich auf 13,1 Millionen Euro belaufen.
Die Personalaufwendungen hätten um 18,6% auf 55,1 Millionen Euro reduziert werden können. Die Abschreibungen hätten sich mit 28,5 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr kaum verändert. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen seien allerdings um knapp 50% auf 76,2 Millionen Euro gestiegen. Dies sei vor allem auf Buchwertabgänge, Buchverluste auf bilanzierte Spielerwerte und eine Steigerung im Spielbetrieb zurückzuführen gewesen.
Das EBITDA habe sich auf -20,7 Millionen Euro belaufen. Beim EBIT habe ein Verlust von 66 Millionen Euro vermeldet werden müssen. Der Vorsteuerverlust habe sich auf 67,5 Millionen Euro belaufen. Nach Steuern sei schließlich ein Verlust von 67,7 Millionen Euro ausgewiesen worden. Der Cash-Flow habe bei -22,2 Millionen Euro gelegen.
Die vorgelegten Zahlen hätten insgesamt im Rahmen der Erwartungen der Analysten von AC Research gelegen. Vor allem aufgrund der sportlichen Misere, die zum Ende der letzten Saison im Nicht-Erreichen eines internationalen Wettbewerbs gegipfelt habe, rechne man auch für das laufende Geschäftsjahr mit einem deutlich negativen Ergebnis. Gleichzeitig habe die Gesellschaft allerdings im Zuge einer Kapitalerhöhung vor Abzug der Kosten 24,375 Millionen Euro an frischen finanziellen Mitteln einsammeln können. Zusätzlich plane die Gesellschaft noch die Aufnahme einer sogenannten Schechter-Anleihe über 126 Millionen Euro. Diese Mittel sollten unter anderem zum Rückkauf des Westfahlenstadions genutzt werden. Dieses Vorhaben erscheine grundsätzlich sinnvoll, da der Verein ansonsten für das Stadion bis zum Jahr 2017 jährlich rund 15 Millionen Euro aufwenden müsse.
Gleichzeitig berge die Aufnahme der Anleihe allerdings auch hohe Risiken. So erscheine es fraglich, ob die Gesellschaft beim weiteren Ausbleiben sportlicher Erfolge die Anleihe problemlos zurückzahlen könne.
Beim derzeitigen Aktienkurs von 2,70 Euro erscheine die Aktie aufgrund der vorhandenen Risiken nach Ansicht der Analysten von AC Research ausreichend bewertet. Die Geschäftsführung plane nun einen Restrukturierungskurs mit dem Ziel, die Anhängigkeit des Vereins von Einnahmen aus internationalen Wettbewerben deutlich zu verringern. Dieser Prozess werde nach Managementangaben etwa zwei Jahre in Anspruch nehmen.
Die Analysten von AC Research senken ihr Votum für die Aktie von Borussia Dortmund von vorher "akkumulieren" auf jetzt "halten".
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