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Analysen - Nebenwerte
07.08.2000
Concord Eff. fairer Wert 230 Euro
AC Research

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Die Analysten von AC Research haben ihre Kaufempfehlung für die Aktien der Concord Effekten AG (WKN: 541020) nach den zuletzt vorgelegten, hervorragenden Halbjahreszahlen abermals bekräftigt und raten vor allem vor dem Hintergrund, dass das Papier gerade neue Höchstände markiert und damit ein neuerliches charttechnisches Kaufsignal geliefert habe, zu einem baldigen Einstieg.

Zuletzt habe das Unternehmen einen Halbjahresgewinn von fast 20 Mio. Euro vor Steuern vermelden können, was bereits über dem Vergleichswert des gesamten Vorjahres liege und die erst vor wenigen Wochen angehobene 2000er EBIT-Prognose von gut 30 Mio. Euro auf jeden Fall realistisch, wenn nicht gar konservativ erscheinen lasse. Umgerechnet auf das Ergebnis pro Aktie (EPS) ergebe sich damit ein Wert im Bereich von 9 Euro für das laufende Geschäftsjahr, der signifikant über der zum Jahresbeginn ausgegebenen Schätzung von 5 Euro liege.

Dass das EPS auch in den kommenden Jahren weiter zulegen dürfte, sehen die Anlageexperten als weitestgehend gesichert an:

- Erstens hätten die Erträge im Kerngeschäft Aktienhandel im zweiten Quartal trotz der wesentlich schlechteren Stimmung an der Börse nicht wesentlich unter denen des ersten gelegen, was vor allem aufgrund der Turbulenzen am Neuen Markt, wo Concord einen Marktanteil von mehr als 7% innehabe und der besonders unter Umsatzeinbußen zu leiden gehabt habe, beeindrucke. Die Tatsache, dass der Aktienhandel in anderen Börsensegmenten diese Ausfälle kompensieren konnte, verdeutliche, warum die Frankfurter auch in Zukunft vom Wachstum des Neuen Marktes profitieren dürften, ohne jedoch (wie die zumeist nicht derartig breit aufgestellte Konkurrenz) hiervon zu abhängig zu werden, so die Experten.
- Zweitens habe der Finanzdienstleister selbst im unwahrscheinlichen Falle eines in Zukunft sinkenden Aktieninteresses mit seiner starken Marktposition im Rentenhandel ein zweites Standbein, dass etwaige Einbußen im Stammsegment abfedern könnte.
- Drittens ist Concord laut AC Research schon lange kein reiner Börsenmakler mehr, sondern befinde sich seit geraumer Zeit in einem stetigen Wandlungsprozess hin zu einer umfassenden Wertpapierhandelsbank und plane schon im nächsten Jahr die Hälfte seiner Gewinne (und damit doppelt soviel wie bisher) in den Sparten Corporate Finance und Asset Management zu erzielen. In den ersten sechs Monaten 2000 seien beispielsweise ein Börsengang (Rösch) und zwei Kapitalerhöhungen begleitet sowie kompetente Analystenteams zusammengestellt worden, so dass laut Vorstand Bernd Gröbler „schon im ersten Halbjahr 2001 mit ersten Asset Management Aktivitäten aus dem Hause Concord zu rechnen ist“. Auch dies führe den Anlageexperten nach dazu, dass man zukünftig stabile Wachstumsraten erwirtschaften und nur noch weniger unter der im Maklergeschäft üblichen Zyklik leiden dürfte.
- Und viertens sei Concord Effekten aufgrund seiner fast ausschließlich im Inland erzielten Erträge einer der großen Gewinner der kürzlich beschlossenen Steuerreform, so dass „wir selbst bei einer Stagnation unseres operativen Gewinns dank der Steuererleichterung um 15 Prozent im nächsten Jahr gut zwei Euro mehr pro Aktie verdienen würden“, rechnet Gröbler vor. Außerdem könnten wahrscheinlich schon ab dem nächsten Jahr Unternehmensbeteiligungen steuerfrei versilbert werden, was den Frankfurtern angesichts der Anteile an den (baldigen) Neuer-Markt-Firmen ComROAD, Rösch, Eckert & Ziegler, Silicon Sensor, OAR und Macropore, die insgesamt einen (stark schwankenden) Wert von aktuell ca. 150 Mio. DM aufwiesen, sowie weiteren (noch nicht) börsennotierten Gesellschaften ebenfalls zugute kommen würde.

Alles in allem rechnet AC Research im kommenden Jahr mit einem EPS von rund 12 Euro, so dass sich auf Basis eines fairen Kurs/Gewinn-Verhältnis von mindestens 15, was immer noch deutlich unter den bisher gezeigten sowie den vom Unternehmen angepeilten mittelfristigen Wachstumsraten von 20-40 Prozent liege, ein theoretischer Wert von momentan 180 Euro pro Aktie allein für das operative Geschäft ergebe, wozu noch der Wert der von Concord gehaltenen Beteiligungen addiert werden müsse, der momentan umgerechnet knapp 50 Euro pro Aktie betrage, aber zu besseren Börsenzeiten durchaus schon doppelt so hoch gelegen habe. Bis Jahresende dürfte also ein Kursziel von 230 Euro durchaus zu erreichen sein, so die Analysten.



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