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Analysen - Ausland
27.09.2004
Travelzoo verkaufen
iWatch

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Die Experten von "iWatch" raten in Travelzoo (ISIN US89421Q1067/ WKN A0BK92) investierten Anleger sich sofort von dem Titel zu verabschieden.

Travelzoo habe seinen Aktienkurs in den letzten drei Wochen verdoppelt. Am Donnerstag sei ein Allzeithoch bei 76,58 US-Dollar erzielt worden. Und auch am Freitag sei es vorbörslich weiter nach oben gegangen.

Travelzoo sei eine Plattform, über die Reisen gebucht werden könnten bzw. nur gefunden werden können. Durch aggressive Werbung habe Travelzoo es geschafft, so viel Internetsurfer auf diese Seiten zu steuern, dass andere Reiseveranstalter, die im Internet präsent seien, ihre Angebote gegen eine Gebühr auf die Travelzoo-Seiten stellen würden. Wenn dem Internetsurfer ein Reiseangebot gefalle und er weitere Informationen über diese Reise haben möchte, so werde er direkt auf die Seite des Anbieters gelenkt.

Der Umsatz laufe auch nicht über Travelzoo, sondern direkt über den Reiseveranstalter. Dieser zahle an Travelzoo lediglich Werbegebühren. In den letzten zwölf Monaten habe Travelzoo mit seinen 39 Angestellten auf diese Weise immerhin Umsätze von 23 Mio. US-Dollar generiert. Mit der Gewinnmarge von 15% habe das Unternehmen also 3,4 Mio. US-Dollar Gewinn verbuchen können. Das seien immerhin 140% mehr als ein Jahr zuvor.

Saubere Zahlen, gutes Wachstum und die attraktive Vorstellung, dass dieses Unternehmen rein digital funktioniere. Die Experten würden dieses Unternehmen vielleicht mit folgendem Marktwert versehen: 3,4 Mio. US-Dollar Gewinn bei 140% Wachstum könnten, ambitioniert gerechnet, 100 Mio. US-Dollar Marktkapitalisierung wert sein, ein KGV von 25, ein KUV von immerhin über 4. Die Börse bewerte dieses Unternehmen jedoch aktuell mit 1,13 Mrd. US-Dollar. Das entspreche einem KGV von 414 und einem KUV von 47. Das sei um den Faktor 10 zu hoch.

Es stelle sich die Frage, wieso der Kurs in solch schwindelerregenden Höhen noch weiter steigen könne. Die Antwort sei ganz einfach: Es gebe Anleger, die aus Panik kaufen würden. Panik, weil sie diese Aktien leerverkauft hätten. Es gebe in dieser Aktie Spekulanten, die auf fallende Kurse spekulieren würden (nachvollziehbar!). Nun steige und steige der Kurs aber und diejenigen, die offene Leerpositionen halten würden, sähen ihre Buchverluste anwachsen.

Durch ihren Kauf werde der Kurs weiter in die Höhe getrieben, denn es gebe ja kaum Verkäufer, sondern überwiegend Leerverkäufer, die sich eindecken müssten.

Bei Travelzoo sei dies besonders deutlich. Es würden 15,45 Mio. Aktien existieren, davon seien jedoch nur 1,9 Mio. frei handelbar. Der Rest werde noch von Insidern, vermutlich den Gründern, die hinter dieser Charlatanerie stecken, gehalten. Dadurch sei das Angebot an Aktien im Verhältnis zum Unternehmenswert sehr gering.

Dies werde noch deutlicher, wenn man betrachte, dass nur 2,9% der Aktien von institutionellen (also meldepflichtigen) Investoren gehalten würden. 87,7% von Insidern. Viele institutionelle Anleger hätten also noch nicht überzeugt werden können, der Handel finde nur in dem kleinen, frei verfügbaren Teil der Aktien durch Kleinanleger statt.

Von den frei handelbaren Aktien seien derzeit 37% leerverkauft. Diese Zahl liege meist zwischen 1% und vielleicht mal 3%. Wenn ein Drittel aller verfügbaren Aktien leerverkauft worden sei, dann gebe es ja kaum noch jemanden, der tatsächlich an steigende Kurse bei diesem Unternehmen glaube. Jeden Tag gingen derzeit rund 4 Mio. Travelzoo-Aktien über den Tresen. Das heiße wiederum, dass alle frei verfügbaren Aktien mindestens zweimal am Tag ihren Besitzer wechseln würden. Es stelle sich die Frage, ob dies ein Zeichen dafür sei, dass überzeugte Langfristanleger am Werke seien. Sicherlich nicht, so die Experten.

Und dennoch steige der Kurs jeden Tag wieder auf neue Allzeithochs. Ein Ende dessen sei erst in Sicht, wenn die Shortquote deutlich abgebaut worden sei, wenn also nicht mehr so viele Leerverkaufseindeckungen erforderlich seien, so dass der Kurs ungehindert in Richtung 7 US-Dollar fallen könne.

Die Experten würden nicht wissen, wann dies der Fall sein werde. Gerne würden sie auf dieser Talfahrt dabei sein, doch zuvor könne der Kurs noch beliebig weiter steigen. Anleger sollten sich vorstellen, Travelzoo verkünde einen neuen Kooperationspartner und beschließe gleichzeitig einen Aktiensplitt. Der Wahnsinn würde noch eine ganze Zeit lang weitergehen. Aktienkurse von 80, 90 oder auch locker über 100 US-Dollar wären dann nur eine Frage von Stunden.

Die Experten würden abraten einzusteigen und noch ein paar Dollar mitzunehmen. Diese Panikkäufe könnten jeden Augenblick enden. Und dann sei der Kursverfall zu schnell, als dass man seine Gewinne realisieren könnte. Ebenso schnell, wie der Kursanstieg zu schnell gewesen sei, als dass Leerverkäufer sich hätten eindecken können.

Anleger, die Travelzoo-Aktien haben, sollten sich schnellstmöglich davon verabschieden, so die Experten von "iWatch".



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