|
Analysen - Neuer Markt
|
02.08.2000
Bertrandt zurückgestuft
LB Baden-Württemberg
|
www.optionsscheinecheck.de
|
Die Bertrandt AG (WKN 523280) ist als Ingenieurdienstleister für Hersteller und Zulieferer der Automobilindustrie tätig.
Innerhalb der Fahrzeugentwicklung könne Bertrandt seinen Kunden ein umfangreiches Leistungsspektrum anbieten. Entgegen den ursprünglichen Erwartungen setze sich die schwache Marktsituation mit anhaltenden Projektverschiebungen auch in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres (30.09.) der Bertrandt AG fort. So habe das Unternehmen im dritten Quartal einen Verlust von rd. 4,5 Mio. DM beim Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit hinnehmen müssen. In den ersten neun Monaten sei sowohl der Umsatz mit 269 Mio. DM (+ 35%) als auch das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit mit 3,2 Mio. DM (- 85 %) deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Neben der schwierigen Projektsituation, die bei erheblich erweiterten Kapazitäten zu einer merklichen Unterauslastung geführt habe, seien außerplanmäßige Verluste in Frankreich sowie Anlaufverluste in Schweden für die Ertragsbelastung verantwortlich.
Vor dem Hintergrund der unerwartet schwachen Ertragsentwicklung im dritten Quartal, habe das Management die Ertragsprognosen für das Gesamtjahr erneut nach unten revidiert. Das Unternehmen gehe aus heutiger Sicht nun von einem ausgeglichenen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit aus, nach ursprünglich geplanten 20 Mio. DM. Auch das Umsatzziel von 400 Mio. DM sei auf 360 Mio. DM nach unten korrigiert worden. Ein Ende der ungünstigen Projektsituation sei derzeit nur schwierig abschätzbar und dürfe sich frühestens im Verlaufe des nächsten Geschäftsjahres einstellen. Dies sei insbesondere auch vor dem Hintergrund zahlreicher Kooperationen, Fusionen und strategischer Neuausrichtungen unter den Automobilherstellern zu sehen, die zu einer jeweiligen Überprüfung der Modellpolitik und damit zu verzögerten Projektvergaben führten. Grundsätzlich gehen die Analysten von LBBW jedoch nach wie vor von einer weiterhin wachsenden Modellvielfalt und einer Fortsetzung des Outsourcing-Trends aus.
Die nach dem Halbjahresbericht angekündigte Geschäftsbelebung bei der Bertrandt AG sei nicht eingetroffen, so dass die Ertragsprognosen wiederholt nach unten revidiert worden seien. Auch die kurzfristigen Perspektiven seien eher verhalten, so dass die Experten die Aktie bis zu einer erkennbaren Trendumkehr in der Projektsituation des Unternehmens auf reduzieren zurückstufen.
|