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Analysen - TecDAX
25.08.2004
mobilcom Marketperformer
Stadtsparkasse Köln

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Die Analysten der Stadtsparkasse Köln stufen die Aktie von mobilcom (ISIN DE0006622400/ WKN 662240) mit "Marketperformer" ein.

Die mobilcom AG habe im 2. Quartal nur ein schwaches Umsatzwachstum ausweisen können. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sei der Umsatz nur um 4,4% auf 466,6 Mio. Euro gewachsen, gegenüber dem 1. Quartal 2004 habe sogar ein Rückgang von 1,1 Mio. Euro verzeichnet werden müssen. Der Grund habe in der verhaltenen Entwicklung des Festnetz- und Internetbereiches gelegen. Das Ergebnis auf EBIT-Basis habe im Vergleich zum 2. Quartal 2003 um 122% auf 26,9 Mio. Euro gesteigert werden können.

Gegenüber dem Vorquartal habe allerdings ein Rückgang von 9,6 Mio. Euro hingenommen werden müssen, der fast ausschließlich dem Bereich Festnetz und Internet zuzuschreiben sei. Das Konzernergebnis habe sich somit auf 10,3 Mio. Euro verschlechtert, im 1. Quartal seien noch 16,1 Mio. Euro ausgewiesen worden. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum habe der Gewinn um 6,7 Mio. Euro gesteigert werden können.

Nach der abgeschlossenen Integration des mobilcom-Festnetzes in den freenet.de-Konzern habe der Quartalsumsatz der Tochter freenet.de bei 109,2 Mio. Euro gelegen, ein Rückgang von 7,7%. Das EBIT habe sich um fast 35% auf 18,1 Mio. Euro gegenüber dem Vorquartal verringert. Laut Vorstandsvorsitzendem Grenz sei stark in Marketing- und Vertriebsaufwendungen investiert worden, um das Kundenwachstum weiter zu forcieren.

Zudem habe der harte Wettbewerb die Margen gedrückt. Somit hätten seit März zusätzlich 1,1 Mio. Festnetzkunden akquiriert werden können, so dass die Kundenzahl wieder fast auf dem Niveau zum Zeitpunkt der Festnetzübernahme liege. Im Internetbereich habe die Kundenzahl um 70.000 DSL-Nutzer zugenommen.

freenet.de habe die Gewinnprognose von 90 Mio. Euro Gewinn vor Steuern bei einem Umsatz von 130 Mio. Euro bestätigt. Im zweiten Quartal hätten die Zielzahlen fast erreicht werden können. Statt dem angestrebten Marktanteil von 20% im DSL-Neukundengeschäft habe freenet.de knapp 18% geschafft. Im Zukunftsmarkt Internettelefonie habe ein neuer Rekord von 36 Mio. Euro Umsatz generiert werden können. Die verkaufte Minutenzahl sei damit um 20% auf 1,3 Mrd. Euro gestiegen. Insgesamt sei allerdings die verkaufte Minutenzahl von 6,9 Mrd. im Vorquartal auf 6,1 Mrd. gesunken.

Der Umsatz im Kernbereich Mobilfunk-Service-Providing sei im 2. Quartal um 8,8% auf 357,4 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. Das Ergebnis auf EBIT-Basis habe sich jedoch nur um 100.000 Euro auf 8,8 Mio. Euro verbessert. Es hätten 440.000 Neukunden gewonnen werden können, was einem Marktanteil von 10,1% entspreche. Dieser liege 3,9%-Punkte über dem Anteil bei Bestandskunden. Die Gesamtkundenzahl habe dennoch bei 4,2 Mio. aufgrund einer erwartet hohen Fluktuationsquote stagniert. Laut mobilcom habe die Fluktuation bei Vieltelefonierern aber zuletzt deutlich gesenkt werden können.

Der durchschnittliche monatliche Umsatz bei Vertragskunden sei um 1,40 Euro auf 31,50 Euro im zweiten Quartal gestiegen. Prepaid-Kunden hätten durchschnittlich für 7,40 Euro und damit um 40 Cent mehr als im Vorquartal telefoniert. Die Eigenkapitalquote habe mit 60% einen Rekordwert auf Halbjahresbasis erreicht, im Vorjahreszeitraum habe sie bei nur 34,8% gelegen.

Der mobilcom-Vorstand wolle in der zweiten Jahreshälfte entscheiden, ob er Klage einreiche mit dem Ziel, Teile der milliarden-teuren UMTS-Lizenzgebühr zurückzuerhalten. mobilcom wolle abwarten wie der Europäische Gerichtshof über diesen Fall in Österreich entscheide, wo einige Unternehmen die nicht ausgewiesene Mehrwertsteuer beim Erwerb der UMTS-Lizenzen zurückverlangen würden. mobilcom habe die UMTS-Lizenz im Dezember 2003 an den Regulierer zurückgegeben.

Für das 2. Halbjahr habe Vorstandschef Grenz die Prognose für den Kundenzuwachs erhöht. Bis Ende 2004 sollten nunmehr 4,5 Mio. Handybesitzer Kunde bei mobilcom sein. Damit habe mobilcom die Prognose leicht angehoben, im März habe die Planzahl noch bei 4,4 Mio. Kunden gelegen.

Die Ergebnisse des zweiten Quartals hätten aufgrund der verhaltenen Entwicklung der mobilcom-Tochter freenet.de unter den Erwartungen gelegen. mobilcom lege derzeit den Schwerpunkt auf den Ausbau der Marktanteile, wodurch die Marketing- und Vertriebsaufwendungen deutlich gestiegen seien. Dadurch solle das zukünftige Wachstum gesichert werden. Unsicher sei derzeit, wie mobilcom die hohe Liquidität von knapp 380 Mio. Euro einsetzen werde, wobei eine Ausschüttung an die Aktionäre zu begrüßen wäre, auch angesichts mangelnder lukrativer Akquisitionsobjekte.

Die Analysten der Stadtsparkasse Köln bestätigen ihre "Marketperformer"-Einschätzung für die mobilcom-Aktie.



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