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Analysen - Nebenwerte
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26.08.2004
Girindus Marketperformer
Stadtsparkasse Köln
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Analysten der Stadtsparkasse Köln bewerten die Girindus-Aktie (ISIN DE0005880405/ WKN 588040) mit "Marketperformer".
Girindus habe im ersten Halbjahr 2004 den Umsatz um 7% auf 12,2 Mio. Euro steigern können. Auf Grund stark gestiegener Herstellungskosten (+36%) sei bei ansonsten weitgehend stabilen Kosten der Betriebsverlust von 2,4 auf 3,7 Mio. Euro um 50% ausgeweitet worden. Der Halbjahresfehlbetrag sei um 46% auf 3,8 Mio. Euro ausgeweitet worden. Die Ergebnisentwicklung sei durch unterschiedliche niedrigmargige Aufträge belastet worden, die nach Unternehmensangaben eingegangen worden seien, um neue Geschäftsbeziehungen aufzubauen, die langfristig lukrative Folgeaufträge versprächen.
Der bis zum Jahresende abzuarbeitende Auftragsbestand umfasse auch höhermargige Projekte. Der Auftragsbestand Anfang Juli habe 16,3 Mio. Euro betragen. Die liquiden Mittel per Ende Juni 2004 hätten bei 13,8 (Ende 2003: 13,9) Mio. Euro gelegen. Die Anlagen zur Produktion von Oligonukleotiden sollten in den kommenden zwei Monaten vollständig in Betrieb gehen.
Die vom Unternehmen kommunizierten Umsatz- und Ergebnisprognosen 2004 hätten weiterhin Bestand. Der Umsatz solle auf Vorjahresniveau liegen, das Ergebnis solle leicht verbessert werden. Die konsequente Umsetzung der Wachstumsstrategie sei auf Grund des Projektportfolios mit aussichtsreichen Wirkstoffkandidaten in der klinischen Testphase II und III möglich. Um im Wettbewerb zu bestehen, seien Allianzen mit Herstellern von Vor- und Zwischenprodukten in Asien geplant.
Nach den vorgelegten Halbjahreszahlen würden die Analysten für das Gesamtjahr ein Umsatzplus von rund 4% erwarten, den Jahresfehlbetrag würden sie nahezu auf Vorjahresniveau erwarten und seien damit etwas zurückhaltender als noch zu Jahresbeginn.
Erklärtes Ziel sei nach wie vor das Erreichen einer EBIT-Marge von 20%, dies sei nach Unternehmensangaben bei einem Umsatz ab etwa 50 Mio. Euro möglich. Bezogen auf 2003 müsse der Umsatz um 60% gesteigert werden. Die beachtliche Margensteigerung solle durch hohe Produktivität bei Wiederholaufträgen mit steigenden Produktionsmengen und einem unterproportionalen Kostenzuwachs erreicht werden. Zwar nähmen die erzielbaren Erlöse je Mengeneinheit bei steigender Produktionsmenge stark ab, die Produktionskosten je Mengeneinheit würden nach Unternehmensangaben aber in größerem Umfang sinken, dadurch seien Margensteigerungen möglich.
Girindus habe 10 Projekte in der Pipeline, die sich in spätklinischen Phasen befänden. Unter Berücksichtigung der branchenüblichen Ausfallwahrscheinlichkeiten werde ein Großteil der Projekte die Marktzulassung erhalten, wovon Girindus durch eine deutlich zunehmende Produktionsmenge profitieren könne. Um in dem Bereich GirOligo zur Herstellung von Wirkstoffen für DNA-Medikamente, der über ein eigenes Forschungsprojekt abgedeckt werde, künftig verstärkt am Markt auftreten zu können, würden Verhandlungen mit namhaften Unternehmen über mögliche Partnerschaften geführt.
Girindus erhalte vom US-Bundesstaat Ohio 1,2 Mio. US-Dollar Zuschüsse für den Ausbau der Oligonukleotid-Produktion. Die Zuschüsse seien bis 2005 abrufbar und brauchten nicht zurückgezahlt zu werden. Erklärtes Ziel sei es, sich als einer der führenden Full-Service-Anbieter am Markt zu etablieren. Girindus biete als "One-Stop-Shop" Dienstleistungen für alle Phasen zwischen der Wirkstoffentdeckung und der Markteinführung von Pharmazeutika an. Die steigende Anzahl neuer Wirkstoffe aus den F&E-Abteilungen der Pharma-/Biotechnologieunternehmen lasse ein hohes Wachstum des Marktes für die pharmazeutische Auftragsproduktion erwarten. Girindus profitiere vom dynamischen Wachstum vor allem im Bereich der roten Biotechnologie (Pharmazeutika), trage aber im Gegensatz zu seinen Kunden nicht das Risiko des Scheiterns eines Wirkstoffes während der Zulassung.
Die Geschäftsentwicklung von Girindus sei starken Schwankungen unterworfen. Um die vom Unternehmen angekündigten Umsatz- und Ergebnisziele zu erreichen, müsse sich das Geschäft im verbleibenden Jahresverlauf sehr dynamisch entwickeln. In 2003 sei dies im 4. Quartal gelungen, wo hohe Umsatz- und Ergebnisbeiträge generiert worden seien. Das Erreichen der Jahresziele 2004 würde man durchaus für möglich halten, dazu seien jedoch hohe Anstrengungen notwendig. Auf Umsatzebene sollte bei einem ähnlichen Geschäftsverlauf wie 2003 ein Erreichen des Jahresziels leichter umsetzbar sein als auf der Ertragsebene, wo das 1. Halbjahr 2004 deutlich hinter dem Vorjahr zurückgeblieben sei. Die Analysten seien vorsichtiger als zu Jahresanfang und würden empfehlen, zur weiteren Indikation für die Geschäftsentwicklung die Zahlen für das 3. Quartal abzuwarten.
Die Analysten der Stadtsparkasse Köln behalten ihre "Marketperformer"-Einschätzung für die Girindus-Aktie bei.
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Das Wertpapierdienstleistungsunternehmen oder ein mit ihm verbundenes Unternehmen handeln regelmäßig in Aktien des analysierten Unternehmens.
Das Wertpapierdienstleistungsunternehmen oder ein mit ihm verbundenes Unternehmen betreuen die analysierte Gesellschaft am Markt. Weitere mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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