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Analysen - Ausland
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06.08.2004
Clariant marktgewichten
Zürcher Kantonalbank
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Analysten der Zürcher Kantonalbank stufen die Aktie von Clariant (ISIN CH0012142631/ WKN 895929) mit "marktgewichten" ein.
Für eine Enttäuschung habe gesorgt, dass der Preisdruck auch im 2. Quartal mit 3% nahezu unverändert angehalten habe, so dass trotz des guten Volumenwachstums (+8%) nur ein Anstieg des Umsatzes auf CHF 2.213 Mio. (+6,2%; +7% in LW) resultiert habe. Das EBITDA vor Sondereinflüssen sei somit trotz der höheren Kapazitätsauslastung auf CHF 265 Mio. (-17,2%) gesunken. Deutlich niedrigere Sonderabschreibungen und Restrukturierungskosten (CHF 41 Mio. vs. CHF 142 Mio. in Q2 03) sowie ein dank der Kapitalerhöhung verbessertes Finanzergebnis hätten aber dazu geführt, dass ein Reingewinn von CHF 54 Mio. habe ausgewiesen werden können (Verlust von CHF 51 Mio. in Q2 03).
Überzeugend habe sich hingegen der operative Cashflow entwickelt, der auch dank der Senkung des Nettoumlaufvermögens auf CHF 216 Mio. (+118%) gestiegen sei. Zusammen mit der im April durchgeführten Kapitalerhöhung habe dies zu einer Reduzierung der Nettoverschuldung auf CHF 1840 Mio. geführt, womit das Gearing nun bei noch 83,8% liege. Clariant bestätige, dass man bis Jahresende eine Nettoverschuldung von unter CHF 1,5 Mrd. anstrebe, was dank des im 2. Halbjahr zu erwartenden Erlöses aus dem Verkauf der Elektronikmaterialien (Verkaufspreis CHF 518 Mio.) deutlich erreicht werden sollte. Zwei weitere Geschäftsbereiche, die keinen Spezialitätencharakter aufweisen würden, sollten bis Ende 2005 verkauft werden, um so die Bilanz weiter zu stärken (erwarteter Bruttoerlös CHF 400 Mio.).
Nachdem Clariant am 13. Juli den Verkauf von Lancaster Synthesis (Forschungschemikalien; bisher der Division Life Science & Elektronikchemikalien zugeordnet) für CHF 32 Mio. an Johnson Matthey bekannt gegeben habe, habe sich am 27. Juli bei Lancaster am Standort Newgate, White Lund (UK) ein schwerer Brand ereignet, der laut Clariant einen negativen erfolgswirksamen Einfluss von maximal CHF 15 Mio. haben werde, was 7,2% des von den Analysten bisher geschätzten Jahresgewinns entspräche. Sie würden zudem eine Verzögerung des Abschlusses dieser Devestition erwarten.
Die Analysten hätten aufgrund des Brands bei Lancaster ihre Gewinnschätzung für 2004 um 5,0% reduziert. Das im Vergleich zu BASF und DSM derzeit geringere Wachstum sowie die geringere Preismacht unterstreiche die weniger stark ausgeprägte Zyklizität der Spezialchemie im Vergleich zur Basischemie. Man bevorzuge in der gegenwärtigen zyklischen Erholungsphase somit Titel der Petrochemie, des Kunststoffsektors sowie Agribusiness wie BASF, DSM und Syngenta. Für Clariant erwarte man zudem für das Jahr 2005 aufgrund höherer Restrukturierungskosten, niedrigerer Buchgewinne sowie der höheren Anzahl ausstehender Aktien einen nur stagnierenden GpA vor Goodwillamortisation.
Die Analysten der Zürcher Kantonalbank sehen Clariant derzeit im Vergleich zum Schweizer Gesamtmarkt sowie zum europäischen Chemiesektor als fair bewertet an und stufen die Aktie mit "marktgewichten" ein.
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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