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Analysen - Ausland
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23.04.2004
SBC Communic. Marketperformer
Stadtsparkasse Köln
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Analysten der Stadtsparkasse Köln bewerten die SBC Communications-Aktie (ISIN US78387G1031/ WKN 868406) mit "Marketperformer".
Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres habe SBC im angestammten Geschäft weitere 305.000 Kunden verloren. Allerdings habe das Unternehmen gleichzeitig 466.000 neue DSL-Internet-Zugänge verbuchen können. Zudem habe SBC im Longdistance-Geschäft 2,6 Mio. neue Anschlüsse gewonnen. Wegen der weiteren Schrumpfung des traditionellen Telefongeschäfts sei der Umsatz um 2,4% auf 10,1 Mrd. US-Dollar zurückgegangen. Der Reingewinn sei auf 1,9 (Vorjahr 2,5) Mrd. US-Dollar oder 59 (74) Cent je Aktie gefallen. Ohne Sonderposten habe das Ergebnis je Anteil 37 Cent betragen. Damit habe der Konzern die durchschnittlichen Erwartungen um 5 Cent übertreffen können. Nach wie vor kämpfe das Unternehmen mit Problemen in einem hart umkämpften Markt und sehe sich verstärkter Konkurrenz durch alternative Kommunikationswege (z.B. E-Mail) ausgesetzt.
Für das Jahr 2004 habe SBC - ohne Cingular - einen Investitionsrahmen von 5 bis 5,5 Mrd. US-Dollar in Aussicht gestellt. Das Unternehmen erwarte sich stabilisierende Betriebsgewinnspannen; die Margen sollten in jedem Quartal des laufenden Jahres über denen des letzten Quartals 2003 liegen. Bislang habe SBC unter den Maßnahmen der Regulierungsbehörden für mehr Wettbewerb gelitten, da man per Gesetz dazu verpflichtet worden sei, die Ortsnetzanschlüsse für feste Preise an Wettbewerber zu vermieten. SBC habe die Preise zudem als zu niedrig erachtet. Nun sei entschieden worden, dass es künftig den einzelnen Bundesstaaten überlassen werde, wie die Regelungen hinsichtlich des Ob und Wie eines fairen Netzzugangs ausgestaltet würden.
SBC habe im Oktober 2000 seine Mobilfunkaktivitäten mit der Telefongesellschaft BellSouth unter dem Namen Cingular Wireless (60% SBC und 40% BellSouth) gebündelt. Cingular übernehme für rund 41 Mrd. US-Dollar (davon würden entsprechend der Beteiligungsverhältnisse etwa 25 Mrd. US-Dollar auf SBC entfallen) den drittgrößten amerikanischen Mobilfunkanbieter AT&T Wireless und werde damit (vor dem bisherigen Marktführer Verizon) zum größten Mobilfunkanbieter der USA. Die Übernahme stehe noch unter dem Vorbehalt der Kartellbehörden. Künftig wolle das Unternehmen Wachstum vor allem durch die Bündelung verschiedener Kommunikationsprodukte erzielen. Die zur Erreichung dieses Ziels eingeleiteten Maßnahmen sollten nach Unternehmensschätzung bis 2006 1,3 Mrd. US-Dollar jährlich an Aufwand und Betriebskosten einsparen.
Zwar habe SBC mit den zuletzt vorgelegten Zahlen die Erwartungen etwas übertreffen können, allerdings kämpfe das Unternehmen nach wie vor mit dem anhaltend hohen Wettbewerbsdruck im US-Telekommunikationsmarkt. Rückläufige Umsätze und Gewinne seien zuletzt die Folge gewesen. SBC begegne der Situation mit der Übernahme von AT&T Wireless durch die Tochtergesellschaft Cingular. Die Akquisition sei strategisch sinnvoll, auf der anderen Seite aber preislich sehr ambitioniert. Man sehe marktkonformes Kurspotenzial.
Die Analysten der Stadtsparkasse Köln bestätigen ihre "Marketperformer"-Einschätzung für die SBC Communications-Aktie.
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