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Analysen - Ausland
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12.07.2004
Valora übergewichten
Zürcher Kantonalbank
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Analysten der Zürcher Kantonalbank stufen die Aktie von Valora (ISIN CH0002088976/ WKN 870262) auf "übergewichten" herauf.
Vorbehaltlich der Zustimmung der Kartellbehörden übernehme Valora per 01.10.2004 zu einem ungenannten Preis den österreichischen Pressegroßvertrieb (PGV). PGV erziele einen jährlichen Umsatz von rund CHF 150 Mio. (5% vom Konzernumsatz). Die Betriebsgewinnmarge (EBITA) liege mit 5-5,5% im Rahmen der Division Valora Wholesale (Konzern 2003: 4,8% vor Sonderkosten). CEO Wüst habe durchblicken lassen, dass der aus Barmitteln finanzierte Kaufpreis weit unter dem 10-fachen Betriebsgewinn (EBITA) liege und einen "vernünftigen" Goodwill beinhalte.
Valora dürfte etwa CHF 60 Mio. bezahlt haben. Integrationskosten gebe es Valora zufolge keine. Durch die Übernahme beabsichtige VALN, die Potenziale im Pressegroßhandel in der Schweiz, Österreich, Deutschland und Luxemburg besser auszuschöpfen. Mit einem Marktanteil von 30-32% sei PGV in Österreich hinter Morawa mit 35-37% Pressegrossist Nr. 2. Die Zustimmung der Kartellbehörden erachte man als unproblematisch, da Valora in Österreich noch nicht aktiv sei.
Valora befinde sich inmitten der vor Jahresfrist auferlegten Fokussierung. Daher hätten die Analysten eher Neuigkeiten zum laufenden Devestitionsprogramm erwartet. Andererseits habe Valora beim selbstverordneten Akquisitionsstop bis 2005 Übernahmen von "Opportunitäten im Kerngeschäft" nicht ausgeschlossen. Die PGV-Übernahme ermögliche einen flächendeckenden Markteintritt in Österreich, was nicht alle Tage möglich sei. Zudem vertreibe PGV vor allem Zeitschriften und nicht die viel volatileren und derzeit rückläufigen Tageszeitungen. Nach den eher unglücklichen Akquisitionen der Vergangenheit sei zu hoffen, dass Valora mit PGV mehr Erfolg habe.
Die PGV-Akquisition bedeute keine Abkehr von der Fokussierung; an den weiteren Devestitionen (Kaffeeproduktion, Gastronomie, Professional Imaging und Liegenschaften) werde festgehalten. Daraus flössen bis Ende 2005 schätzungsweise CHF 120 Mio. in die Kasse (Buchgewinn ca. CHF 30-40 Mio.). Das aufgehellte Konsumumfeld in der Schweiz und die Neugestaltung der Kioske lasse Umsatzhoffnungen aufkommen. Positive News erwarte man in den kommenden Monaten seitens der Devestitionen. Die Altlasten müssten 2003 durch die Verbuchung von CHF 221 Mio. Sonderkosten und Goodwillabschreibungen bereinigt sein. Wie bei Restrukturierungen üblich, bleibe ein Restrisiko. Bei VALN liege dies speziell beim Goodwill der Division Imaging (Fotolabo) von CHF 150 Mio. (geplantes Joint Venture mit Spector). Valora habe 2004 den SPI bisher 10% underperformt.
Das KGV 2005(S) von 10.3x liege am unteren Rand der historischen Bandbreite (10-14x). Eine Absicherung nach unten böten das laufende Aktienrückkaufprogramm, die hohe Liquidität und solide Bilanz (EK-Quote 03 42%). Für Anleger, die eine Restrukturierungsstory suchen würden und die nötige Geduld hätten (Dividendenrendite 3,2%), erachte man Valora als interessant.
Daher stufen die Analysten der Zürcher Kantonalbank die Aktie von Valora nun mit "übergewichten" ein.
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Das Wertpapierdienstleistungsunternehmen oder ein mit ihm verbundenes Unternehmen gehörte einem Konsortium an, das die innerhalb von fünf Jahren zeitlich letzte Emission von Wertpapieren der Gesellschaft übernommen hat. Weitere mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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