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Analysen - Ausland
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30.04.2004
Gillette Marketperformer
Stadtsparkasse Köln
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Analysten der Stadtsparkasse Köln bewerten die Gillette-Aktie (ISIN US3757661026/ WKN 853194) mit "Marketperformer".
Der US-amerikanische Konzern habe seinen Gewinn im ersten Quartal um fast 43% gesteigert. So habe sich der Nettoüberschuss auf 376 Mio. US-Dollar bzw. 37 Cent je Aktie erhöht. Der Anstieg habe damit Erwartungen von Analysten deutlich (e: 29 Cent) übertroffen. Das Unternehmen habe den Zuwachs vor allem mit der positiven Entwicklung des Geschäfts mit Duracell-Batterien begründet. Der Umsatz sei im Vergleich zum Vorjahresquartal um 13% auf 2,24 Mrd. US-Dollar gestiegen. Gillette habe bei Rasierapparaten weltweit einen Marktanteil von über 70% erreicht. Aus diesem Segment komme ein Drittel des Umsatzes und über die Hälfte des Ergebnisses. Konkurrent Wilkinson sei Nummer zwei mit knapp 20% Marktanteil.
Der Konzern repräsentiere ein Portefeuille international bekannter Marken, wie Gillette Sensor Excel, MACH3, Braun, Oral-B und Duracell. Die Hauptkonkurrenten seien BIC, Colgate-Palmolive und Energizer Holdings. Der Konzern generiere ca. 60% seiner Umsätze außerhalb der USA, wodurch eine deutliche Abhängigkeit von der Währungsentwicklung bestehe. Zuletzt habe Gillette von dem schwächeren US-Dollar profitiert. Trotz der jüngsten Erfolge des Unternehmens mit der Batteriesparte sei hier ein langfristiger Erfolg nicht sicher. Die übliche Gillette-Strategie "Qualität für Premiumpreise" lasse sich nicht auf Batterien übertragen. Hier würden Verbraucher mehr auf den Preis als auf Qualität achten. Mit niedrigeren Preisen würden sich aber auch die Margen verringern. Insbesondere der Konkurrent Energizer Holdings sorge für einen harten Wettbewerb.
Die Gesellschaft setze seine Kostensenkungsmaßnahmen erfolgreich um. 2003 habe der Batteriehersteller Energizer das Rasierklingengeschäft von Pfizer "Schick-Wilkinson" übernommen. Damit folge der Konkurrent der Gillette-Strategie eines breit gefächerten Produktangebots. Energizer greife Gillette damit auf einem zweiten Arbeitsgebiet an und avanciere zu einem Hauptkonkurrenten Gillettes. Durch neue Produkte des größten Konkurrenten, der von der Energizer Holdings übernommenen Schick-Wilkinson Sword, würden Marktanteilsverluste drohen. Schick wolle u.a. mit dem Rasiersystem "Quattro" (mit vier Klingen) Gillette Paroli bieten. Gillette habe gegen den Rivalen wegen Patentrechtsverletzung Klage eingereicht.
Gillette könne auf deutliche Restrukturierungserfolge verweisen. Die jahrelange Gewinnerosion, die den Konzern geplagt habe, scheine das Unternehmen überwunden zu haben. Diverse Produktneuheiten im Rasiererbereich hätten zu der Erholung beigetragen. Für das Unternehmen spreche auch die geringe Abhängigkeit von der Konjunkturentwicklung. Gefahr drohe mittelfristig aber von dem Konkurrenten Energizer, der Gillette mit der Übernahme von Schick-Wilkinson Sword jetzt auch in der wichtigen Rasierer-Sparte angreife. Da die Aktie zudem relativ hoch bewertet sei, dürfte sich das Dividendenpapier nur im Marktdurchschnitt entwickeln.
Die Analysten der Stadtsparkasse Köln behalten ihre "Marketperformer"-Einschätzung für die Gillette-Aktie aufrecht.
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