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Analysen - Ausland
30.04.2004
Anheuser-Busch Marketperformer
Stadtsparkasse Köln

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Die Analysten der Stadtsparkasse Köln bewerten die Anheuser-Busch-Aktie (ISIN US0352291035/ WKN 865178) mit "Marketperformer".

Der weltgrößte Brauerei-Konzern habe seinen Quartalsgewinn unter anderem dank Preiserhöhungen gesteigert. So sei der Nettogewinn im ersten Quartal 2004 von rund 550 Mio. US-Dollar oder 67 Cent je Aktie im Vorjahreszeitraum auf jetzt rund 485 Mio. US-Dollar gestiegen. Analysten hätten im Schnitt mit lediglich 63 Cent je Aktie gerechnet. Für das Gesamtjahr 2004 habe Anheuser-Chef Patrick Stokes die Erwartung eines zwölfprozentigen Wachstums beim Gewinn je Aktie bestätigt. Der Netto-Umsatz nach Abzug der Verbrauchssteuern sei im ersten Quartal von 3,28 auf 3,48 Mrd. US-Dollar gestiegen. Die verkaufte Biermenge sei weltweit um 1,3% gestiegen, in den USA - dem wichtigsten Markt von Anheuser-Busch - um 0,8%.

Anheuser-Busch stehe im harten Wettbewerb mit dem belgischen Interbrew-Konzern, der mit dem brasilianischen Bierbrauer AmBev zusammengehen und Weltmarktführer werden wolle. In Deutschland habe sich Interbrew bereits Marken wie Diebels, Beck's, Gilde/Hasseröder sowie Münchener Spaten einverleibt und sei zum Marktführer aufgestiegen. Anheuser-Busch vertreibe weltbekannte Marken wie z.B. "Budweiser" und "Bud-Light". In den USA habe die Gesellschaft einen Biermarktanteil von über 50%. Der Konzern sei zweitgrößter Freizeitparkbetreiber nach Walt Disney. Zu den Vergnügungsstätten würden Busch Gardens, Sea World und zahlreiche Wasserparks gehören.

Die Hauptkonkurrenten seien Adolph Coors, Heineken und Miller Brewing. Anheuser-Busch setze weltweit auf Kooperationen. So betreibe die Gesellschaft Joint Ventures in China, Japan, Mexiko und diversen südamerikanischen Ländern. Insgesamt sei der Bierproduzent in elf Ländern an in- und ausländischen Konkurrenten beteiligt. 95% des Umsatzes würden aus dem Biergeschäft und verwandten Produkten stammen, die restlichen 5% des Umsatzes erwirtschafte der Konzern mit der Sparte Freizeitparks. Das Unternehmen sei relativ unabhängig von Wechselkursschwankungen und weltweiten Wirtschaftskrisen, da ein Großteil des Umsatzes in den Vereinigten Staaten erzielt werde.

Die gestiegene Preissensibilität vieler Kunden erweise sich für Anheuser als Vorteil. Mit seinen mehr als 30 Biersorten sei der Konzern vor allem in der mittleren bis unteren Preisklasse gut positioniert. Zur Steigerung des Absatzes auch außerhalb der USA betreibe Anheuser eine groß angelegte Werbeoffensive. So bestehe bereits eine Partnerschaft mit dem Weltfußballverband FIFA für die Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Außerdem sei der Braugigant als Großsponsor des Williams-BMW-Teams in die Formel 1 eingestiegen. Beide Sportarten würden vor allem außerhalb der USA große Popularität genießen.

Die tschechische Brauerei Budejovicky Budvar (Budweiser) behalte zunächst die Markenrechte für Bier der Marke "Bud" in Österreich. Die Tschechen hätten sich vor dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg gegenüber dem US-Konkurrenten durchgesetzt. In diversen Gerichtsverfahren hätten Anheuser-Busch und Budweiser Budvar bisher um Markenrechte in Europa gestritten; dabei hätten beispielsweise in Deutschland die Tschechen und in Italien die US-Amerikaner die Oberhand behalten. Hintergrund: Adolph Busch habe im 19. Jahrhundert in den USA das insbesondere bei Ausländern beliebte Bier nach tschechischer Brauart kopiert. Mit der Expansion amerikanischer Biere auf den Weltmarkt Anfang des 20. Jahrhunderts habe dann der Streit mit den Tschechen begonnen. Dabei würden Vereinbarungen aus den Jahren 1911 und 1939 bis heute gelten, würden wegen ihrer Lückenhaftigkeit aber seit Jahrzehnten die Gerichte beschäftigen.

Da Anheuser-Busch sehr unabhängig von der Konjunkturentwicklung sei, sollte sich das Geschäft auch in der Zukunft mit soliden Wachstumsraten präsentieren. Aufgrund der relativ hohen Bewertung erwarte man jedoch nur eine Aktienkursbewegung im Rahmen der Gesamtmarktentwicklung.

Die Analysten der Stadtsparkasse Köln halten ihre "Marketperformer"-Einschätzung für die Anheuser-Busch-Aktie aufrecht.



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