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Analysen - Ausland
15.06.2004
Rosenbauer neutral
Raiffeisen Centrobank

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Die Analysten der Raiffeisen Centrobank stufen die Aktie von Rosenbauer (ISIN AT0000922554/ WKN 892502) weiterhin mit "neutral" ein.

Das globale Branchenumfeld sei weiter zweigeteilt: der unverändert schwierigen Marktsituation in Europa und insbesondere in Deutschland stehe eine gute internationale Projekttätigkeit und eine anhaltend gute Nachfrage in den USA gegenüber. Ausgehend von der Abschwächung im Auftragsstand erwarte man im Geschäftsjahr 2004 einen Umsatz von EUR 311 Mio. und einen Rückgang im Gewinn je Aktie von EUR 3,98 auf EUR 3,62. Der Ergebnisrückgang erkläre sich in erster Linie aus dem Wegfall des lukrativen Saudi-Arabien-Auftrages und dem geringen Auftragsstand der hochprofitablen Spanien-Tochtergesellschaft.

Diese Gesellschaft habe in den letzten Jahren von staatlich geförderten Lateinamerika-Aufträgen profitiert und damit in den letzten 4 Jahren weit über Konzernschnitt liegende Ertragsmargen erzielt. Mit der temporären Auftragsflaute rechne man mit einem Rückgang des EBIT der 64,5%-Tochter von EUR 3,0 Mio. auf EUR 0,5 Mio. In der Planung gehe man daher für das laufende Jahr 2004 von einem EBIT-Rückgang von EUR 19,2 Mio. auf EUR 16,5 Mio. aus.

Die Rosenbauer-Aktie werde zur Zeit mit deutlichen Abschlägen zu der Peer Group der Analysten gehandelt. Allerdings sehe man eine Anlehnung an die Niveaus der US-Konkurrenten Oshkosh und Federal Signal aufgrund der deutlich höheren Marktkapitalisierung und Liquidität dieser Werte nicht als gerechtfertigt an. Ein direkter Vergleich mit dem umsatzmäßig etwa gleich großen österreichischen Unternehmen Palfinger erscheine daher sinnvoller. Hier zeige sich auf Basis des EV/EBITDA-Multiples 2004e von 5,9 eine ähnliche Bewertung wie beim LKW-Kranhersteller Palfinger (6,3), der dabei aber mit deutlich höheren EBITDAMargen operiere. Beziehe man weiter das abflachende Gewinnmomentum von Rosenbauer in Betracht, so sehe man aus fundamentaler Sicht zur Zeit kein Aufwärtspotenzial in der Aktie.

Andererseits werde das Abwärtsrisiko durch den Positionsaufbau der Cross Holding begrenzt. Anfang Juni habe die Cross Holding das Überschreiten der 20%-Marke gemeldet. Unverändert peile die Cross Holding die Sperrminorität am Unternehmen an. Die Analysten würden meinen, dass die Preissensitivität von Cross mit der Annäherung an die Zielmarke von 25% tendenziell abnehme, wodurch das aktuelle Kursniveau übertroffen werden könnte. Wermutstropfen des Positionsaufbaus der Cross Holding sei die sinkende Liquidität in der Aktie und die dadurch verringerte Attraktivität für Investoren. Mit dem Erreichen der 25%-Schranke würde der, außerhalb der Familie Rosenbauer befindliche, Streubesitz auf rund 15% bzw. rund EUR 13 Mio. absinken.

Die Analysten der Raiffeisen Centrobank halten ihre "neutral"-Empfehlung für die Aktie von Rosenbauer aufrecht.



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