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Analysen - Nebenwerte
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07.06.2004
Sunways abwarten
TradeCentre.de
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Experten von "TradeCentre.de" empfehlen einen Einstieg in die Aktie von Sunways (ISIN DE0007332207/ WKN 733220) vorerst abzuwarten und Käufe erst im Bereich von 3,20 und 3,40 Euro zu tätigen.
Beim Spezialisten von Solaranlagen und Produzenten von Solarzellen würden die Geschäfte wie verrückt laufen. Wie die Experten im Gespräch mit Vorstandschef Roland Burkhardt erfahren hätten, sei die Nachfrage riesig. Seit die neue Vergütung für Photovoltaikanlagen in Deutschland zum 1. Januar in Kraft getreten sei, sei der Stau aus dem letzten Jahr nicht mehr zu spüren, sage der CEO. Die Nachfrage sei sogar so groß, dass es zurzeit weltweit keine Solarzellen mehr gebe, ergänze Burkhard. Die Novellierung des EEG der Bundesregierung sei für die Branche eine Signalwirkung.
Auch für andere europäische Länder sei die Bundesregierung hier in einer Vorreiterrolle. Die Spanier hätten auf die Entscheidung in Deutschland nur gewartet, ob sie ihr Programm ebenfalls umstellen würden. Selbst der Preisdruck sei wie weggeblasen. Nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden herrsche inzwischen Preisstabilität. Der Sunways-Chef sei davon überzeugt, dass der momentane Boom weiter anhalten werde. Die Kontingente seien bereits für das Jahr 2005 weitgehend verteilt. Das Marktwachstum in Deutschland in der Solarindustrie habe in 2003 bei rund 120 MW gelegen. In 2004 sei mit über 200 MW zu rechnen. Damit könne sogar der bisher starke japanische Markt überholt werden.
Ein starkes Umsatzwachstum hätten die Konstanzer im ersten Quartal dieses Jahres präsentiert. Gegenüber dem vergleichbaren Vorjahresquartal seien die Einnahmen um fast 100 Prozent auf 10,5 Millionen Euro geklettert. Normalerweise sei die Startperiode stets schwach. Das EBITDA habe bei positiven 200.000 Euro gelegen. Netto hingegen habe der Quartalsbericht noch mit 0,2 Millionen Euro in Rot verfasst werden müssen.
Wie den Experten der Manager verraten habe, sollten in Q2 Gewinne erzielt werden und den Verlust aus Q1 nach Möglichkeit kompensieren. Für das Gesamtjahr kündige Burkhardt ein hohes zweistelliges Umsatzwachstum und ein deutlich positives Ergebnis an. Die Einnahmen dürften nach Berechnungen der Experten um circa 35 bis 40 Prozent auf über 50 Millionen Euro expandieren.
Der CEO könne mit dieser Größenordnung "gut leben". Das Schöne an der internen Unternehmensprognose sei: Die Aufträge würden schon jetzt das ganze Jahr abdecken. "Wir könnten sogar noch mehr bedienen, wenn wir mehr Kapazität hätten". Laut Burkhardt könnten dem Unternehmen nur zwei Dinge in die Quere kommen: "Die politische Seite dreht sich was unsere Branche betrifft massiv oder es gibt weitere Terroranschläge. Kommt von diesen zwei Richtungen kein Störfeuer, ist unsere Planung sicher".
Das stramme Wachstum von Sunways koste logischerweise Geld. Mit 2,3 Millionen Euro sei der Barbestand aber nicht mehr üppig. Zum Thema Kapitalerhöhung wollte der Konzernchef keine Details preisgeben. Wahrscheinlich würden die Maßnahmen in der Vorbereitung stecken. Die Experten würden jedoch nicht damit rechnen, dass eine Kapitalerhöhung noch im zweiten Quartal erfolge. Dies erwarte man erst im zweiten Semester. Mit dem frischen Geld werde das Unternehmen seine Kapazitäten ausbauen. Der Prozess gehe aber nicht von heute auf morgen, sondern benötige circa ein Jahr.
Die von den Experten von "TradeCentre.de" vor gut elf Monaten (23. Juni, Kurs: 1,75 Euro) erstmals empfohlene Sunways-Aktie hat sich mehr als verdoppelt. Das Papier sei weiterhin reizvoll. Nach dem massiven Kursanstieg am Freitag würden die Experten von weiteren Käufen aber abraten. Neuleser sollten nicht mehr auf den fahrenden Zug aufspringen, sondern Rückschläge abwarten. Eine Kaufbasis sehe man in der Region zwischen 3,20 und 3,40 Euro.
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