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Analysen - Ausland
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01.06.2004
Anheuser-Busch Basis-Depotaufnahme
boerse.de-Aktienbrief
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Die Experten von "boerse.de-Aktienbrief" nehmen die Aktie von Anheuser-Busch (ISIN US0352291035/ WKN 865178) in ihr Basis-Depot auf.
Bayerische Brauereien und Biertrinker würden derzeit entrüstet Sturm laufen, weil zur Fußball-WM 2006 in den Stadien in München und Nürnberg nur Bier aus dem Hause Anheuser-Busch ausgeschenkt werden solle. Dabei sei der amerikanische Konkurrent 1852 ursprünglich sogar als "Bavarian Brewery" in Missouri gegründet und 1860 von dem deutschen Einwanderer Eberhard Anheuser übernommen worden. Nach dem Firmeneintritt seines Schwiegersohnes Adolphus Busch sei schließlich 1879 die Umbenennung in Anheuser-Busch erfolgt.
Zum Konzerngeschäft des Brauriesen, der heute mehr als 23.000 Mitarbeiter in über 80 Ländern beschäftige, würden neben dem Bierbrauen inzwischen auch die Bereiche Packaging und Entertainment zählen. So sei der Konzern mit seiner Unterhaltungssparte z.B. der zweitgrößte Betreiber von Freizeit- und Vergnügungsparks in den USA (u.a. Seaworld, Bush Gardens, Sesame Place, Water Country). Daneben zähle Anheuser-Busch im Verpackungsbereich mit einer Jahresproduktion von mehr als 25 Mrd. Bierdosen aber auch zu den weltweit größten Herstellern und Recyclern von Getränkebehältern aus Aluminium.
Wichtigste Einnahmequelle sei mit einem Umsatzanteil von mehr als 80 Prozent allerdings ganz klar das Geschäft mit dem Gerstensaft. Denn hier befänden sich die Amerikaner (Weltmarktanteil 11%) - obwohl gerade vom belgischen Konkurrenten Interbrew (14%) auf den zweiten Rang verwiesen - noch immer in einer ausgezeichneten MarktsteIlung. In den USA besitze Anheuser mit den Super-Marken Budweiser, Bud Light und Michelob einen Marktanteil von 52 Prozent. Daneben sei der Konzern dank zahlreicher Beteiligungen aber auch international ausgezeichnet positioniert. So halte Anheuser-Busch seit 2003 eine 27%-Beteiligung am größten chinesischen Bierbrauer Tsingtao Brewery, wobei dieses China-Investment durch ein 29%-Engagement an dessen Konkurrenten Harbin Brewery jetzt sogar erweitert worden sei.
Die Geschäfte des Biergiganten würden ausgezeichnet laufen, denn in den ersten drei Monaten habe Anheuser-Busch bei einem Konzernumsatz von 4,0 Mrd. USD (+5,5%) einen Gewinnanstieg um 13,4 Prozent auf 550 Mio. Dollar verzeichnet.
Anheuser-Busch zähle für die Experten zu ihren ganz besonderen Champions-Aktien. Denn bei einer außergewöhnlich niedrigen Verlust-Ratio von nur 1,50 verbessere sich der Aktienkurs im Durchschnitt um mehr als 14 Prozent p.a. Dabei sei in den letzten zehn Jahren nur das Baissejahr 2001 mit einem Verlust beendet worden (der allerdings weniger als 1 Prozent betragen habe), während das Kursplus im erfolgreichsten Jahr 1998 bei 49% gelegen habe. Damit habe die Aktie in ihrem besten Jahr fast 77-mal soviel gewonnen, wie im schlechtesten verloren worden sei!
Seit zwei Jahren befinde sich Anheuser-Busch allerdings in einer außergewöhnlich ausgeprägten Seitwärtsbewegung, weshalb die bisherigen 9 Empfehlungen der Experten per Saldo nur geringfügig im Plus liegen würden. Die Aktie stehe daher vor einer nachhaltigen Aufwärtsbewegung, die mit dem Überbieten der historischen Hochs von 2002 starten könnte. Bis dahin würden nur noch 9% fehlen und Anheuser habe gerade wieder über die 200-Tage-Linie gekreuzt.
Zumal der Brauriese das Potential für eine Kursverdoppelung bis 2009 besitzt, nehmen die Experten von "boerse.de-Aktienbrief" die Aktie von Anheuser-Busch als defensive Gegenposition zu Gilead Sciences in das heutige Basis-Depot auf.
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