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Analysen - Ausland
30.04.2004
Nobel Biocare Risikoabschlag bleibt
Zürcher Kantonalbank

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Nach dem gestrigen Kursrückgang der Nobel Biocare-Aktien (ISIN SE0000226367/ WKN 890272) erwarten die Analysten der Zürcher Kantonalbank, dass sich der Abschlag gegenüber Straumann wieder verkleinert, ein Risikoabschlag aufgrund der höheren Volatilität der Resultate jedoch weiterhin bestehen bleibt.

Auf ein starkes folgt wieder ein schwaches Quartal. V.a. die Nordamerika-Umsätze hätten mit nur 10,7% Lokalwährungswachstum dazu beigetragen. In den übrigen Regionen wachse Nobel Biocare mit guten 24,1% (Europa), 32,4% (Asien/Pazifik) respektive 11,6% (Rest der Welt). Insgesamt weise Nobel Biocare einen Umsatz von 87,7 Mio. Euro (+9,9% in Euro oder 16,9% in Lokalwährungen) aus.

Unter Bereinigung der Umsatzausfälle wegen der Beendigung der Gore-Vertriebsvereinbarung entspreche dies einem Wachstum in Lokalwährungen von 19,7%. Somit folge Nobel Biocare wie bereits seit über fünf Quartalen einem volatilen Wachstumspfad. Die Gründe für den schwachen Start habe das Management nur unbefriedigend erörtern können. Übliche interne Aktivitäten (Schulung, Kongressvorbereitungen) seien die Ursachen. Zu beachten gelte es jedoch, dass sogar im 3. Quartal 2003, wo Produktportfolioumstellungen einen starken negativen Einfluss auf das US-Geschäft hätten, das Wachstum mit 11,5% höher gewesen sei (4. Quartal 2003. 21,2%) und Schulungen sowie Kongressvorbereitungen nicht nur in den USA zum laufenden Geschäft gehören würden.

Erfreulich sei die Verbesserung der Bruttomarge (von 76,2% auf 78,4%). Dies führe man auf effizientere Produktionsprozesse und einen günstigeren Produktemix zurück. Hingegen seien die operativen Kosten deutlich höher als erwartet, so dass die EBIT-Marge mit 25,8% trotz guter Bruttomarge die Erwartung der Analysten von 26,4% verfehlt habe. Die höheren Kosten seien v.a. durch 39 neue Außendienstmitarbeiter sowie 26 weitere Mitarbeiter (v.a. Marketing und Kundensupport) und stärkere Marketingaktivitäten entstanden. Diese Ausgaben würden die Analysten als nachhaltig erachten.

Die Ausdehnung des Außendienstes und der Marketingaktivitäten ein Jahr nach Einführung des neuen Marketingauftritts und des neuen Produktportfolios zeige, dass stärkere Investitionen nötig seien, um das Umsatzwachstum von 20% zu erreichen. Die breitere Verkaufsbasis werde sich nach Erachten der Analysten für das restliche Jahr positiv auf den Umsatz auswirken. Das Analystenteam belasse seine Schätzung 2004 bei einem Umsatzwachstum von 14,3%. Der Umsatz werde jedoch auf Kosten der Margen erzielt, nachdem man 2002 und 2003 die umgekehrte Strategie gefahren habe. Insbesondere aufgrund des höheren Bruttogewinns würden die Gewinnschätzungen der Analysten insgesamt unverändert bleiben.

Auf Basis der Schätzungen der Analysten werde Nobel Biocare mit einem KGV-2005(S) und EV/EBITDA-2005(S) von 30,1x und 19,4x gehandelt. Nach dem gestrigen Kursrückgang erwarten die Analysten der Zürcher Kantonalbank, dass sich der Abschlag gegenüber Straumann wieder verkleinert, ein Risikoabschlag aufgrund der höheren Volatilität der Resultate jedoch weiterhin bestehen bleibt.



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