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Analysen - DAX 100
20.04.2004
Koenig & Bauer Ersteinschätzung
LRP

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Die Analysten der LRP Landesbank Rheinland-Pfalz bewerten die Koenig & Bauer-Aktie (ISIN DE0007193500/ WKN 719350) in einer Ersteinschätzung mit "Marketperformer".

Laut den Wertpapierexperten werde das Würzburger Unternehmen trotz Umsatzerlösen von weit über 1 Mrd. EUR von Investoren noch immer vernachlässigt. Nur wenige Analysten würden das Unternehmen beobachten. Insgesamt sei der Handelsumsatz mit KBA im MDAX sehr gering. Das Unternehmen habe im März 2004 zwar hinsichtlich der Marktkapitalisierung auf Platz 48 gelegen, doch im Handelsumsatz nur auf Platz 74. Somit bestehe weiterhin die Gefahr eines Abstiegs in den SDAX, wodurch sich das Marktinteresse zusätzlich verringern würde.

König & Bauer sehe sich für die anstehende DRUPA und eine sich erholende Konjunktur gut gerüstet. Das Krisenjahr 2003 sei endgültig abgeschrieben und KBA blicke optimistisch in das laufende Jahr. Die Bekanntgabe des Rückzuges von Heidelberger Druckmaschinen aus dem Bereich Digital- und Rollendruck dürfte zu Verunsicherung bei den Kunden geführt haben. Im Vorfeld anstehender Investitionsentscheidungen sollte deshalb König & Bauer einige Kunden insbesondere im Rollendruck zu einem Herstellerwechsel veranlasst haben. Zusätzlich punkte der Konzern durch die Kontinuität der Serviceleistungen, durch Systemkompetenz sowie einer soliden Planbarkeit für die Kunden. Der branchenhöchste Anstieg im Auftragseingang um 15,8% im Jahr 2003 gegenüber dem Vorjahr verdeutliche dies.

Hohe Restrukturierungsaufwendungen von mehr als 45 Mio. EUR für die Kapazitätsanpassung in den Rollendruckwerken seien allerdings noch keine Garantie dafür, dass tatsächlich der Turnaround in diesem rückläufigen Segment geschafft werde. Zwar seien die sehr schwierigen Verhandlungen über die Schließung des Werks in Kusel abgeschlossen, allerdings werde eine Einigung für das Montagewerk in Berlin erst für 2004 erwartet.

Der älteste Druckmaschinenhersteller der Welt präsentiere sich in einem schwarz-weißem Kleid. Einerseits überzeuge der Konzern regelmäßig mit Innovationen sowie neuen Technologien und zähle mit einem Umsatz von rund 1,23 Mrd. EUR in 2003 zu den drei größten Herstellern. Andererseits scheine das Unternehmen am Kapitalmarkt nur bedingt wahrgenommen zu werden.

Während Konkurrenten wie Heidelberg und MAN-Roland durch offene Unternehmenskommunikation und einheitliche Cooperate Identity überzeugen würden, trete König & Bauer nicht wie ein internationaler Player auf. Dies könnte ein Grund für den hohen Abschlag sein und biete Raum für Verbesserungen. Zusammen mit einer nachhaltigen Branchenerholung dürfte das Interesse an König & Bauer steigen und vielleicht gelinge es dem Würzburger Unternehmen, sich von einem traditionellen deutschen Maschinenbauer in einen internationalen Konzern zu verwandeln und die Bewertungsabschläge zu minimieren.

Die Analysten der LRP starten die Coverage von Koenig & Bauer mit einem Kursziel von 21 EUR zum Jahresende und stufen die Aktie mit "Marketperformer" ein.



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