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Analysen - Nebenwerte
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13.06.2000
Grammer unterbewertet
Wirtschaftswoche heute
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Die Analysten des Börseninformationsdienstes „Wirtschaftswoche heute“ erachten die Aktie der Grammer AG (WKN 589540) für unterbewertet.
1999 sei kein gutes Jahr für Grammer gewesen. Der im Smax notierte Spezialist für PKW-Ausstattungsteile habe im zurückliegenden Turnus den Preis für die schnelle Expansion zahlen müssen. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sei mit Minus 23,2 Millionen Mark tiefrot ausgefallen.
Der Automobilzulieferer habe sich daher selbst ein Sanierungsprogramm verordnet. Eckpunkte des Konzepts seien Standortoptimierung und Effizienzsteigerung sowie bessere Einkaufskonditionen und vereinzelter Stellenabbau. Im Mittelpunkt stünden allerdings die Stärkung der arg strapazierten Eigenmittel.
Die Familie Grammer, die die Mehrheit an dem Unternehmen halte, habe wiederholt betont, daß man auf der Suche nach einem strategischen oder finanziellen Partner sei. Ab 2001 solle auch die defizitäre Tochter Grammer do Brasil wieder Gewinne beisteuern. Künftig wolle sich die in Amberg beheimatete Firma im Bereich PKW-Ausstattungen vermehrt auf den Vertrieb kompletter Systeme konzentrieren.
Die Neuausrichtung zeige sich auch im Wechsel an der Konzernspitze. Ab dem 1. Juli werde Bernd Blankenstein die Geschicke von Grammer lenken. Die ersten Effekte des Sanierungsprogramms seien schon an den Zahlen des ersten Quartals abzulesen gewesen. Von Januar bis Ende März habe der weltweit tätige Hersteller von Sitzen, Sitzsystemen und PKW- Ausstattungsteilen einen deutlichen Anstieg bei Umsatz und Gewinn verbucht.
Für das Gesamtjahr 2000 rechne das Unternehmen mit einem Umsatzanstieg um 13 Prozent auf 1,25 nach 1,1 Milliarden Mark. Vor Steuern solle das Ergebnis 40 nach minus 4,8 Millionen Mark betragen. Solange die Aktien der großen Automobilhersteller nicht aus ihrem Dornröschenschlaf erwachten, dürfte das Umfeld auch für die Notierung der Zulieferer schwierig bleiben. Dies treffe auch auf das Papier von Grammer zu, obwohl die Aktie aus fundamentaler Sicht unterbewertet sei, bemerken die Experten.
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