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Analysen - Nebenwerte
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06.04.2004
Gericom spekulativ kaufen
TradeCentre.de
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Experten von "TradeCentre.de" empfehlen die Aktie von Gericom (ISIN AT0000729108/ WKN 565773) bei Kursen unter sieben Euro spekulativ zu kaufen.
2003 sei für das österreichische Notebook-Unternehmen ein düsteres Jahr gewesen. Der Umsatz sei um fast 20 Prozent auf 445 Millionen Euro eingebrochen. Auf der Ertragsseite sei das Unternehmen deutlich in die rote Zahlen abgetaucht und habe einen Verlust von 17,2 Millionen Euro ausweisen müssen. In 2002 habe die Gesellschaft noch einen Gewinn von 18,6 Millionen Euro verbucht. Für die schlechten Zahlen im letzten Jahr seien sinkende Durchschnittspreise, nicht eingehaltene Abnahmeverpflichtungen, Inventurabwertungen und der schwache Dollar inklusive folgenschwere kaufmännische Fehler verantwortlich gewesen. In diesem Jahr solle alles besser werden.
"Wir wollen unbedingt wieder profitabel werden". Das sage Vorstandschef Hermann Oberlehner bei dem Treffen mit den Experten von "TradeCentre.de" in Frankfurt. Als erste Gegenmaßnahme werde der CEO auf sein Gehalt verzichten, bis das Unternehmen wieder die Gewinnschwelle erreiche. Zudem sollten die Fixkosten an den reduzierten Umsatz angepasst werden. Außerdem seien im Zusammenhang mit Medion Synergien in nachgelagerten Prozessen angestrebt mit Fokus in den Bereichen After-Sales-Service und Logistik. Zudem werde der Essener Konzern die Linzer kaufmännisch unterstützen.
Eine exakte Angabe wie hoch der Gewinn in 2004 ausfallen solle, habe Oberlehner nicht machen wollen. Den Umsatz beziffere der Vollblutunternehmer auf "mindestens 400 Millionen Euro", oder, wenn die Konjunktur den Motor wieder kräftig anwerfe, auch deutlich mehr. "Wir freuen uns, wenn wir besser abschneiden". Wie der CEO verrate, würden die Österreicher schon im Startquartal des neuen Jahres wieder einen Gewinn zeigen können.
Bleibe zu hoffen, dass dies auch nachhaltig so bleibe. Große Erwartungen setze der Manager zukünftig in den Bereich Home Entertainment. Hier biete die Gesellschaft DVD-Player, LCD-TV, Plasma-TV, Videoprojektoren und Soundsysteme an. Oberlehner erwarte sich von dieser Sparte in 2004 ein exponentielles Wachstum. An eine weitere Expansion denke der CEO aktuell nicht. "Wir müssen erst unser Haus wieder sauber machen, nachhaltig Gewinne schreiben und erst dann erfolgen weitere Schritte, wie zum Beispiel nach Asien verstärkt zu expandieren".
Vor kurzem habe sich Medion mit knapp 25 Prozent an Gericom beteiligt. Wie Christian Eigen, Finanzvorstand der Medion AG, den Experten schon in der Vorwoche erklärt habe, habe sein Unternehmen einen "niedrigen, einstelligen Millionenbetrag" für das Engagement beim Mitbewerber auf den Tisch gelegt. Oberlehner habe sich zu diesem Thema nicht konkret äußern wollen. "Es war kein sehr hoher Betrag". Da Gericom keine andere Wahl gehabt habe, als einen Partner mit ins Boot zu nehmen, erkläre sich der günstige Einstieg quasi von selbst.
Alleine hätten die Österreicher sicher nicht überlebt. "Für mich war es das Wichtigste einen guten Partner zu finden. Mit Medion habe ich auch meinen Wunschpartner gefunden", sage der CEO. Wie Oberlehner zu Protokoll gebe, sei es nicht geplant weitere Stücke an Medion abzugeben. Eine Komplettübernahme seiner Firma sehe Oberlehner sodann zumindest nicht in der nächsten Zeit. Nach eigenen Angaben sei auch keine Kapitalerhöhung geplant. "Wir sind für die nächsten 18 Monate finanziert". Änderungen werde es demnächst in jedem Fall auf der Vorstandsebene bei Gericom geben, sage Oberlehner. Details habe der Firmengründer jedoch nicht genannt.
Die Experten von "TradeCentre.de" empfehlen die Gericom-Aktie bei Kursen unter sieben Euro spekulativ orientierten Anlegern zur Depotbeimischung.
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