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Analysen - Nebenwerte
23.03.2004
VIVA Media verkaufen
TradeCentre.de

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Die Experten von "TradeCentre.de" raten kurzfristig orientierten Investoren die Aktie von VIVA Media (ISIN DE0006171069/ WKN 617106) zu verkaufen.

Das Jahr 2003 sei für den Musiksender sehr enttäuschend verlaufen. Ursprünglich habe das Unternehmen für das letzte Jahr ein ausgeglichenes EBIT angestrebt bei einem Umsatz von 110 Millionen Euro. Das Umsatzziel dürfte die Gesellschaft erreicht haben. Das EBIT werde vor allem wegen Firmenwertabschreibungen deutlich negativ ausfallen. Auch das EBITDA werde entgegen der Erwartung im Herbst nicht positiv ausfallen. Kumuliert habe das EBITDA nach neun Monaten bei 3,3 Millionen Euro gelegen.

Das vierte Quartal sei nach Angaben von Christian Gisy bei Brainpool blendend gewesen. Die Auslandseinheiten hätten sich jedoch teilweise schwach entwickelt und auch das Musik-TV Geschäft in heimischen Gefilden sei erneut von einem schwachen Werbeumfeld geprägt gewesen. Ohne den Sondereffekt für die mit Time Warner vereinbarte Kaufpreisanpassung für VIVA PLUS wäre das Schlussquartal und auch das Gesamtjahr beim EBITDA in jedem Fall positiv ausgefallen. Da sich die Kaufpreisanpassung mit 6,4 Millionen Euro auf das EBITDA niederschlage, werde das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen in 2003 negativ ausfallen. Diese Rückstellung werde laut Gisy im Jahr 2005 cashwirksam.

Wie der Finanzvorstand ankündigt habe, werde 2003 dazu genutzt die Bilanz massiv zu bereinigen. Gisy werde mit der Kehrmaschine über den Posten Goodwill und latente Steuern gehen und "substanzielle" Abschreibungen vornehmen. Die Abwertungen auf Firmwerte würden voll und ganz auf die ausländischen TV-Töchter entfallen. Bei Brainpool, die mit rund 26 Millionen Euro in den Büchern stehe, gebe es keinen Grund außerordentliche Abschreibungen vorzunehmen, sage der CFO. Die latenten Steuern würden im Neunmonatsbericht noch mit knapp 17 Millionen Euro in den Büchern stehen. Die Experten würden daher mit einem relativ hohen zweistelligen Verlust für 2003 rechnen. Optisch werde das Ergebnis also düster aussehen. Auf die Liquidität hätten die Abwertungen bekanntlich keinen Einfluss. Wegen des starken Geschäfts von Brainpool in Q4, werde sich sogar der Kassenbestand per Ende Dezember gegenüber dem 30. September merklich erhöht haben.

Für das laufende Geschäftsjahr habe Gisy zum Umsatz und Ertrag keine konkrete Prognose machen wollen. Brainpool dürfte aber unverändert stark laufen und vermutlich beim EBIT circa vier Millionen Euro erwirtschaften. Bei VIVA-TV würden die Experten erneut mit keinem einfachen Jahr rechnen. Gisy sehe bislang noch keine Erholung im Werbemarkt. "Vieles wird vom zweiten Halbjahr abhängen". Wenn das Geschäft im zweiten Halbjahr anziehe, halte man ein Positives Ergebnis in diesem Jahr für machbar. Den Umsatz sehe man bei 110 bis 115 Millionen Euro.

Die Experten von "TradeCentre.de" raten kurzfristig orientierten Anlegern die VIVA-Position aufgrund möglicher Rückschläge bei der Veröffentlichung des Jahresberichts glatt zu stellen, wobei für langfristig orientierte Investoren kein Handlungsbedarf besteht.



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