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Analysen - Neuemissionen
11.05.2000
Mediascape zeichnen
Wirtschaftswoche

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Die Aktienexperten der Wirtschaftswoche empfehlen die Aktien der Mediascape AG (WKN 549086) zu zeichnen.

Die letzte Meile sei häufig das beschwerlichste Stück des Wegs. Dies gelte auch bei der Übertragung von Daten. Seit Jahren arbeiteten Unternehmen daran, das Quasimonopol der Deutschen Telekom bei der Überbrückung hin zum Endkunden zu knacken. Der Hamburger Mediascape Communications sei mit einer innovativen Richtfunktechnik dieser Durchbruch gelungen. Sehr zur Freude der Anleger der bereits börsennotierten Emprise, der Mutter von Mediascape. Der Emprise-Kurs habe vom Erfolg der Tochter profitiert und sich seit dem Börsengang im Herbst vergangenen Jahres verzwölffacht.

Nun wolle auch der fünf Jahre alte Sprössling eine ähnliche Story schreiben, der lt. Vorstand Brügmann einen Wettbewerbsvorsprung von 10 Monaten habe. Diesen Vorsprung müsse der Anleger aber teuer bezahlen, so Wirtschaftswoche: Bei einem erwarteten Umsatz von gut vier Millionen Euro in diesem Jahr solle Mediascape zur Emission mit rund 300 Millionen Euro bewertet werden. Zudem würden sich laut Prognosen die Verluste vor Steuern von 2000 bis 2002 auf rund 17 Millionen Euro addieren.

Der erste, dann aber starke Funken Hoffnung auf Gewinn von gut 14 Millionen Euro 2003 bei einem Umsatz von dann rund 150 Millionen Euro solle den Investor aber jetzt schon elektrisieren. Mit den etwa 85 Millionen Euro aus dem Börsengang wollen die Hamburger Richtfunkmasten in zusätzlichen Städten aufstellen. Derzeit sei Mediascape in zehn deutschen Großstädten vertreten. Die Zielrichtung der Expansion gehe nach Ostdeutschland, von 2001 an in die Schweiz und Dänemark. Mediascape wolle das Wachstum aus eigener Kraft schaffen.

Auf diesem Pfad habe das Unternehmen einiges zum Wuchern im Gepäck. Es verfüge neben dem Glasfaserkabel über die schnellste verfügbare Übertragungsmöglichkeit, die derzeit auf dem Markt sei. Mit 155 Megabit pro Sekunde würden Daten mehr als 2000-mal schneller denn nach der herkömmlichen ISDN-Methode der Telekom übertragen. Das Geschäft solle besonders mit der Übertragung von Video- oder Bilddateien, die eine große Bandbreite benötigen, wachsen. So interessiere Mediascape das reine Telefonieren nur am Rande – bewege sich der Kunde im Richtfunknetz, plaudere er umsonst.

Als Kunden würden vor allem Mittelständler in Frage kommen. Mit der HypoVereinsbank gebe es sogar einen großen Nutzer der Technik. 120 Kunden zähle Mediascape derzeit, bis Ende des Jahres solle diese Zahl auf 700 anwachsen. Mediascape habe sehr gute Chancen, mit enormem Wachstum die hohe Bewertung zu rechtfertigen und darüber hinaus zuzulegen. Da die Mutter mit 50 Prozent plus x strategisch beteiligt bleibe habe Mediascape zudem Rückendeckung. Anleger sollten zeichnen und nach der ersten Euphorie an schwächeren Tagen zukaufen, so Wirtschaftswoche.



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