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Analysen - DAX 100
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15.12.2003
Siemens "sell"
Merrill Lynch
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Wertpapierspezialisten von Merrill Lynch raten den Anlegern nach wie vor dazu die Aktie des deutschen Konzerns Siemens (ISIN DE000723610/ WKN 723610) zu verkaufen.
Die Analysten hätten sich mit dem Finanzchef (CFO) von Siemens getroffen und daraufhin ihre Prognosen für die Höhe der abgesetzten Einheiten im globalen Mobilfunksegment im Kalenderjahr 2004 von 526 auf 535 Mio. Stück erhöht. Siemens selbst habe im 4. Fiskalquartal 2003 12 Mio. Mobilfunkgeräte abgesetzt. Dies entspreche einer sequentiellen Steigerung von 48% und sei der neue vierteljährliche Absatzrekord des Konzerns.
Offenbar halte diese Stärke an, da Siemens angedeutet habe, im laufenden Quartal aufgrund starker saisonaler Nachfrage bereits ausverkauft zu sein. Daher hätten sich die Experten entschlossen, ihre Prognosen für das Absatzniveau des Konzerns im laufenden 1. Fiskalquartal 2004 von 12,5 auf 14 Mio. Einheiten zu erhöhen (+16% sequentiell). Im gesamten Steuerjahr 2004 rechne das Researchteam nun mit einem Absatz an Mobilfunkgeräten in Höhe von 48,8 Mrd. Stück (+25% im Jahresvergleich). Auf der Grundlage der Absatzerwartungen für den gesamten globalen Markt in Höhe von 535 Mio. Stück würde also der Anteil von Siemens am Weltmarkt für Mobilfunkgeräte 9,2% betragen. Im Fiskaljahr 2003 seien es noch 8,5% gewesen.
Des Weiteren seien die Analysten der Ansicht, dass die zu Grunde liegende Rentabilität des Mobilfunksegments bedeutend höher sei, als zunächst von der Konzernleitung angedeutet. Nach einem kürzlich erfolgten Meeting seien die Experten zu dem Schluss gelangt, dass die bereinigten EBIT-Margen um die 6% liegen könnten. Dies wäre dann die höchste EBIT-Marge, die Siemens seit dem 4. Fiskalquartal 2000 erreicht habe. Zwar sei man der Auffassung, dass die Steigerung der Margen hauptsächlich auf das höhere Absatzvolumen zurückzuführen sei, dennoch weise man in diesem Zusammenhang auch auf die laufenden Restrukturierungsbemühungen des Konzerns hin.
Aufgrund der höheren zu Grunde liegenden Margen und der gestiegenen Umsatzprognose hätten sich die Investmentbanker entschlossen, ihre EBIT-Prognose für den Mobilfunkbereich bei Siemens (ICM) im Finanzjahr 2004 von 279 auf 384 Mio. EUR anzuheben. Damit werde auch die EPS-Erwartung des Gesamtkonzerns für die Fiskaljahre 2004 und 2005 leicht nach oben korrigiert. Hier avisiere das Expertenteam nun im Geschäftsjahr 2004 ein EPS von 3,54 statt 3,46 EUR und veranschlage für 2005 einen Gewinn pro Aktie von 4,18 statt 4,16 EUR.
Diese Fakten erwägend raten die Finanzexperten von Merrill Lynch weiterhin dazu, das hochvolatile Wertpapier von Siemens zu verkaufen, da die gestiegenen Aussichten bereits in den Kurs des Anteilscheins eingepreist seien.
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