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Analysen - Ausland
25.04.2000
Softbank spekulativ kaufen
Munich Trust

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Bei Softbank (WKN 891624) sehen Heinz Kober und seine Kollegen vom Brokerhaus Munich Trust Kurse um 430 Euro als spekulative Kaufgelegenheit an.

Nach der kürzlich herausgegebenen Gewinnwarnung dürfte laut Kober hier der Boden erreicht sein. Softbank sei im gesamten asiatischen Raum stark vertreten. Und der weise die höchsten Zuwachsraten im Internet aus. Die Firma sei Japans Nr. 1 im Software- und Hardware-Vertrieb. Die starke Marktstellung spreche für den Wert.

Die Übernahme der zahlungsunfähigen Nippon Credit Bank habe an der Börse Tokio den gleichen Effekt ausgelöst wie die Fusion von AOL und Time Warner. Anleger befürchteten, dass Nippon Credit Bank das Wachstumstempo des japanischen Branchenprimus bremsen könne.

Nach dem Absturz liege der Börsenwert des einstigen Vorzeige-Unternehmens bei nur noch knapp 60 Milliarden Euro. Ein drittel davon sei bereits durch die 122 Millionen Yahoo-Aktien (WKN 900103) gedeckt, die im Portfolio der Japaner schlummerten. Analysten schätzten den inneren Wert der Holding auf rund 700 Euro pro Aktie – rund 15 Prozent mehr als aktuell an der Börse bezahlt.
Doch auch die Beteiligung an Yahoo biete nur ein geringes Maß an Sicherheit.

Yahoo sei nach Meinung des Präsidenten des Investmentshauses Munich Trust selbst wie eine Holding strukturiert. Nur 71 % des Gewinns käman aus dem operativen Geschäft, 29 Prozent steuerten die Beteiligungen wie Arthas.com und Broadcast.com bei. Durch die starken Kursverluste der letzten Zeit sei natürlich eine negative Auswirkung auf die Gewinne im zweiten Quartal zu erwarten, da diese Beteiligungen erheblich an Wert eingebüßt hätten. Sollte Yahoo im Juli die Whisper Numbers wieder verfehlen, könne das die gerade aufkeimende Hoffnung der Japaner zunichte machen. Eine Branche, sei eben nichts für Anleger mit schwachen Nerven.

Es sei nur natürlich, dass Beteiligungs-Holdings nach dem Stimmungswechsel an der Börse überproportional verlören. Die Risikokapital-Gesellschaften investierten bevorzugt in Mini-Firmen, die aus einer guten Idee bestähe. Das Modell, in einer Firma zu investieren und einige Jahre später beim Börsengang abzukassieren, funktioniere so lange, wie der Markt nach oben strebe, Wenn es aber an der Börse schlecht laufe, seien Neuemissionenen weniger gefragt.

Nach Ansicht des Experten dürfte es ein Weilchen dauern, bis die High-Tech-Zunft wieder in die Gänge komme.



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