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Analysen - DAX 100
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28.11.2003
Münchener Rück Upgrade
LB Baden-Württemberg
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Die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg stufen die Aktie der Münchener Rück (ISIN DE0008430026/ WKN 843002) von "sell" auf "hold" hoch.
Nach sechs Verlustquartalen in Folge habe die Münchener Rück im dritten Quartal dieses Jahres wieder einen Nettogewinn ausweisen können. Mit einem Nettogewinn in Höhe von 152 Mio. Euro habe das Unternehmen die Erwartungen jedoch deutlich verfehlt. Auch das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit sei mit 285 Mio. Euro unter den Schätzungen geblieben. Die Bruttoprämieneinnahmen hingegen hätten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um acht Prozent auf 9,9 Mrd. Euro zugenommen und somit die Prognosen leicht übertroffen.
Die Hauptursachen für das schlechte Abschneiden hätten zum einen in der Combined Ratio der Rückversicherung von 99,3 Prozent gelegen, die sich gegenüber dem Vorquartal (94,9 Prozent) deutlich verschlechtert habe, obwohl der Anteil der Katastrophenschäden unter dem langjährigen Durchschnitt gelegen habe. Zudem hätte Victoria Leben die Rückstellung für Beitragsrückerstattung massiv verstärken müssen. Darüber hinaus habe es in der Lebensrückversicherung Sondereffekte in zweistelliger Millionenhöhe gegeben, durch die das Ergebnis dieser Sparte negativ geworden sei.
Die Gesellschaft rechne für das Gesamtjahr 2003 zwar mit einem positiven Vorsteuerergebnis, erwarte jedoch aufgrund der hohen Steuerbelastungen einen Nettoverlust in dreistelliger Millionenhöhe. Diese Prognose stelle eine Enttäuschung dar, da man bislang mit einem deutlich positiven Nettoergebnis gerechnet habe.
Das Unternehmen avisiere prinzipiell zwar eine Eigenkapitalrendite nach Steuern von 12 Prozent an, was im kommenden Jahr einem Nettogewinn von 2,3 Mrd. Euro entsprechen würde. Aufgrund der bilanziellen Nachwirkungen der Aktienbaisse, die sich vor allem in der Erstversicherung und bei den Bankbeteiligungen des Unternehmens auswirke, halte das Unternehmen bereits 2,0 Mrd. Euro für ein ambitioniertes Ergebnisziel. Vor Finanzierungskosten, Steuern und Goodwillabschreibungen würden über 3 Mrd. Euro avisiert.
Im Vergleich zu anderen Versicherern scheinen die Ziele der Münchener Rück lediglich in der Erstversicherungssparte ambitioniert zu sein. Neben einer traditionell niedrigen Combined Ratio in der deutschen Schaden- und Unfallversicherung dürfte auch die bereits teilweise installierte gemeinsame IT-Plattform der ERGO-Töchter dazu beitragen, dass eine Combined Ratio von unter 97 Prozent erreicht werde. In der Lebenserstversicherung hingegen rechnen die Analysten weiterhin mit einer sehr problematischen Situation. Die Aktienbaisse und die Niedrigzinsphase würden nach wie vor Druck auf das Kapitalanlageergebnis und somit auf die Margen in diesem Geschäft ausüben.
Inzwischen dürfte aber der größte Teil der schlechten Nachrichten im Münchener-Rück-Aktienkurs verarbeitet sein.
Vor diesem Hintergrund empfehlen die Analysten der LBBW Aktie der Münchener Rück nunmehr zu halten.
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