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Analysen - Nebenwerte
17.11.2003
MediGene Marketperformer
Stadtsparkasse Köln

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Die Analysten der Stadtsparkasse Köln bewerten die MediGene-Aktie (ISIN DE0005020903/ WKN 502090) mit "Marketperformer".

MediGene sei ein produktorientiertes Unternehmen mit einem zu Beginn sehr hohen Kapitalbedarf für die Entwicklung und die Testphasen von Medikamenten. Die ersten Erlöse aus neuen Medikamenten flössen erst nach der Markteinführung. Von der Entdeckung einer potenziellen therapeutischen Substanz bis zur Markteinführung könnten bis zu 10 Jahre vergehen. Nach Markteinführung der Produkte sei jedoch mit hohen Gewinnmargen zu rechnen. Einige Produkte von MediGene würden bereits klinisch erprobt.

MediGene konzentriere sich derzeit auf die Entwicklung von Medikamenten zur Heilung von Tumorerkrankungen. Um den hohen Kapitalbedarf abzufedern, verfolge das Unternehmen ein duales Geschäftsmodell: Die kurz- und mittelfristige Generierung von Erträgen werde durch den Abschluss von Entwicklungskooperationen sowie die Auslizenzierung von potenziellen Zielmolekülen (Ansatzpunkte für Medikamente) ermöglicht. Durch die eigene Wirkstoffentwicklung und anschließende Vermarktung mit Partnern würden langfristig Erlöse erzielt.

MediGene habe derzeit noch vier Produktkandidaten in der klinischen Entwicklung und mehrere potenzielle Wirkstoffe in vorklinischen Phasen. MediGene erwarte bei dem Hoffnungsträger Leuprogel (Krebsmedikament) die Marktzulassung in Deutschland noch in diesem Jahr. Die Vermarktung und somit die ersten Umsätze würden Ende 2003/Anfang 2004 erwartet. Ein weiterer Hoffnungsträger, ein Produkt gegen Genitalwarzen, befinde sich in der letzten klinischen Phase, werde aber nicht vor 2006 auf den Markt kämen. Ein Vermarktungspartner werde noch gesucht.

MediGene habe die Entwicklung eines Tumorimpfstoffes gegen Gebärmutterhalskrebs einstellen müssen. Die Kooperation mit Schering bei diesem Projekt sei beendet worden. Die Studienergebnisse seien positiv gewesen, hätten aber nicht die hohen Anforderungen zur Fortführung des Projekts erfüllt. Die daraus in diesem Jahr resultierende Belastung von 0,5 Mio. Euro wolle MediGene durch Sparmaßnahmen kompensieren.

Aus Kostengründen werde die Forschung in den USA eingestellt, ab 2004 werde mit Einsparungen von 5 Mio. Euro gerechnet. MediGene habe im dritten Quartal den Verlust im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 23% auf 6,5 Mio. Euro verringern können. Vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITA) sei ein Fehlbetrag in Höhe von 6,3 (Vorjahr minus 8,57) Mio. Euro generiert worden. Der monatliche Nettoverbrauch an liquiden Mitteln habe auf 2,38 Mio. Euro begrenzt werden können. Der Umsatz habe bei 0,2 Mio. Euro gelegen. Ende September habe MediGene noch über 27,74 Mio. Euro verfügt. Die Prognosen für das Gesamtjahr 2003 seien bestätigt worden, der Jahresfehlbetrag solle bei 30 Mio. Euro und der Barmittelbestand bei 20 Mio. Euro liegen.

Die Medikamentenentwicklung sei mit erheblichen Chancen aber auch Risiken verbunden. Sinnvoll erscheine die Wahl des dualen Geschäftsmodells. MediGene sei das erste deutsche Biotechnologieunternehmen, das einen Zulassungsantrag für ein Medikament eingereicht habe. Die Finanzsituation sei unverändert kritisch, auch wenn der monatliche Kapitalverbrauch erneut habe reduziert werden können. Die Hoffnung des Unternehmens ruhe auf Leuprogel, Anfang 2004 sollten mit dem Medikament die ersten Umsätze generiert und das Erreichen der Gewinnschwelle in 2005 ermöglicht werden.

Die Analysten der Stadtsparkasse Köln behalten auf Grund des mittelfristigen Potenzials von Leuprogel ihre Einschätzung "Marketperformer" für MediGene bei.



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