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Analysen - Ausland
17.11.2003
ENI Marketperformer
Stadtsparkasse Köln

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Die Analysten der Stadtsparkasse Köln bewerten die ENI-Aktie (ISIN IT0003132476/ WKN 897791) mit "Marketperformer".

In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2003 habe der Konzern seinen Nettogewinn gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum um 27% auf 4 Mrd. Euro erhöht. Gleichzeitig habe ENI einen Umsatzanstieg von 9% auf 37,8 Mrd. Euro verbucht. Das operative Ergebnis sei im Berichtszeitraum um 9% auf 7 Mrd. Euro gewachsen. Mit den Zahlen habe ENI, wie zuvor auch die Mehrzahl der Wettbewerber, unter den Erwartungen gelegen.

Positiv sei die Entwicklung der täglichen Fördermenge verlaufen. Diese habe im dritten Quartal 1,54 Mio. Barrel erreicht; damit sei das ursprünglich für 2004 angepeilte Ziel vorzeitig erreicht worden. Bis 2006 liege das Ziel nun bei 1,8 Mio. Barrel pro Tag. Mit den Planzahlen liege ENI klar über dem Branchendurchschnitt.

Zuletzt habe die EU-Kommission grünes Licht für den Verkauf des von der russischen Gazprom bezogenen Erdgases im Ausland gegeben. Bisher sei der Verkauf auf den Inlandsmarkt beschränkt gewesen. Im ersten Quartal sei die bislang zu 45% kontrollierte Italgas komplett übernommen worden. Italgas zähle mit 7 Mio. Kunden und 12 Mrd. verkauften Kubikmetern Gas zu den größten Gasversorgern Europas.

Das Kostensenkungsprogramm verlaufe bislang erfolgreich. Bis 2006 sollten sich die Gesamteinsparungen (seit Auflegung des Programms in 1999) auf 3,4 Mrd. Euro summieren. Bislang sei das Sparprogramm bereits zu mehr als der Hälfte umgesetzt worden. Der Konzern setze seine Expansion im Ausland fort: Nachdem im vergangenen Jahr bereits Beteiligungen an der Gasversorgung Süddeutschland (GVS) sowie an der französischen Bouygues Offshore erworben worden seien, habe ENI zuletzt für 1,1 Mrd. Euro die norwegische Fortum Petroleum gekauft. Um das ambitionierte Förderwachstumsziel erreichen zu können, seien weitere Akquisitionen geplant.

Der italienische Staat halte noch gut 30% der ENI-Anteile. Lange sei über einen kursbelastenden Verkauf der Staatsbeteiligung mit dem Ziel des Abbaus der italienischen Staatsverschuldung diskutiert worden. Zuletzt habe der italienische Schatzminister Tremonti den Verkauf von ENI-Anteilen allerdings explizit ausgeschlossen.

Die Liberalisierung des EU-Gasmarktes bedeute für ENI, dass der Anteil am Endverbrauch in Italien (der sich noch vor zwei Jahren auf knapp 90% belaufen habe) in 2003 noch maximal 50% betragen dürfe und in den kommenden Jahren weiter abnehmen werde. Der Konzern wolle daher die Ausfälle im Inlandsgeschäft mittels verstärkten Auslandsengagements kompensieren.

Im Zuge der Marktliberalisierung habe ENI bereits 40% der Transport- und Vermarktungsgesellschaft Snam Rete Gas an die Börse gebracht. Die Platzierung einer weiteren 15%-Tranche sei geplant. Der geplante Verkauf der Petrochemiesparte sei zuletzt auf unbestimmte Zeit verschoben worden.

Für die ENI-Aktie sprächen insbesondere das im Branchenvergleich überdurchschnittliche Förderwachstumsziel sowie das moderate Bewertungsniveau. Künftige Kursimpulse könnten zudem von Neuigkeiten über weitere sinnvolle Akquisitionen kommen. Mit dem letzten Quartalsbericht habe der Konzern, wie auch zuvor die Mehrzahl seiner Branchenwettbewerber, die Erwartungen allerdings nicht erfüllen können. Vor allem der im Berichtszeitraum schwächelnde US-Dollar habe sich belastend ausgewirkt.

Die Empfehlung der Analysten der Stadtsparkasse Köln für ENI lautet unverändert "Marketperformer".



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