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Analysen - Nebenwerte
19.11.2003
Gericom untergewichten
Raiffeisen Centrobank

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Die Analysten der Raiffeisen Centrobank stufen die Aktie von Gericom (ISIN AT0000729108/ WKN 565773) unverändert mit "untergewichten" ein.

Die veröffentlichten Zahlen zum 3. Quartal hätten die schlimmsten Befürchtungen übertroffen und würden die derzeitige Misere der Vermarktungsgesellschaften für Konsumelektronik wider spiegeln. Das Unternehmen habe im 3. Quartal einen operativen Verlust von 8,1 Mio. EUR verbucht und habe mit einem erlösten Umsatz von 91,8 Mio. EUR die Herstellkosten von 94,3 Mio. EUR nicht abdecken können. Das Unternehmen rechne für das laufende Geschäftsjahr mit einem Nettoverlust von ca. 5 Mio. EUR und werde deshalb keine Dividende ausschütten.

Der aggressive Preiskampf um Marktanteile - Durchschnittspreise für Notebooks seien in diesem Jahr um mehr als 30% gefallen - sowie die Schwäche des USD würden die ohnehin hohe Nachfrage nach Notebooks anschüren. Das hohe Mengenwachstum - die Absatzzahlen in Westeuropa seien in den ersten drei Quartalen um 34% gestiegen - habe zu einer Verknappung von Komponenten (Displays, Festplatten) sowie von Transportkapazitäten geführt. Vermarktungsgesellschaften wie Gericom würden auf der Basis eines Just-in-Time Konzepts arbeiten, wobei Komponenten auf Monatsbasis zugekauft würden.

Die steigenden Komponentenpreise - Displays seien in diesem Jahr um ca. 30% angestiegen - hätten sich als ein bedrohlicher Wettbewerbsnachteil für Gericom erwiesen, da die kalkulierten Preise nur mit der Akzeptanz eines operativen Verlustes haltbar seien. Hersteller wie Dell und Fujitsu-Siemens würden Verträge über Komponenten auf Quartalsbasis abschließen und würden bei der Anschaffung von knappen Komponenten aufgrund der Marktmacht einen erheblichen Vorteil gegenüber Gericom besitzen. Die Engpässe bei den Displays dürften wegen des prognostizierten Booms bei Flat TVs noch einige Zeit anhalten. Das Management habe im Conference Call keine überzeugenden Strategien zum Ausweg aus der akuten Krise vorlegen können und agiere aktuell nach dem Prinzip Hoffnung.

Die Analysten hätten ihre EPS-Schätzungen für 2003e von 0,36 auf -0,46 EUR und für 2004e von 0,66 auf 0,57 EUR reduziert. Mit dem Abbau der Lieferengpässe und der Erweiterung des Geschäftsmodells auf die gesamte Konsumelektronikpalette dürfte das Unternehmen an "Speed" gewinnen und die Rückkehr in die Gewinnzone schaffen.

Die Analysten der Raiffeisen Centrobank bestätigen ihre "untergewichten"-Empfehlung sowie ihr Kursziel von 6 EUR.



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