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Analysen - Nebenwerte
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17.11.2003
Gesco Kursziel erhöht
Bankhaus Lampe
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Analysten von Bankhaus Lampe stufen die Aktie von Gesco (ISIN DE0005875900/ WKN 587590) unverändert mit "Marktperformer" ein.
Die GESCO AG habe gestern die Zahlen für das erste Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres (31.03.) publiziert. Insgesamt hätten die Beteiligungsgesellschaften im ersten Halbjahr im Gegensatz zur Gesamtwirtschaft eine deutliche Belebung der Nachfrage verzeichnet. Der Auftragseingang sei dementsprechend auch um über 10% auf 86,1 Mio. Euro (book-tobill-Ratio: 1,1) gestiegen und werde sich im zweiten Halbjahr im Umsatz widerspiegeln.
Auf Segmentebene würden die Zahlen im Werkzeugbau ein Umsatzplus von 10,1% auf 66,1 Mio. Euro und einen EBIT-Anstieg um 14,3% auf 4,8 Mio. Euro zeigen, was gleichzeitig eine Margenverbesserung auf 7,3% (7,0%) ausmache. Den Auftragseingang habe das Segment um 16% steigern können. Insgesamt müsse man aber bei der Betrachtung der Zahlen berücksichtigen, dass der Großteil der Verbesserungen auf die Veränderungen im Konsolidierungskreis zurückzuführen seien.
Im Segment Kunststoff-Technik sei es zu einem Umsatz- und Auftragseingangsrückgang um 21,6% auf 12,9 Mio. Euro bzw. 7,6% auf 15,2 Mio. Euro gekommen, der jedoch auch maßgeblich durch die entkonsolidierte Gesellschaft Paroll bedingt sei. Angabegemäß habe sich der Auftragseingang bei allen konsolidierten Gesellschaften jedoch deutlich positiv entwickelt. Der nahezu halbierte operative Ertrag (1,3 Mio. Euro auf 0,7 Mio. Euro) sei aber auch auf die weiterhin schwache Konjunktur in der Nutzfahrzeugbranche zurückzuführen gewesen, so dass sich die Marge von 7,8% auf 5,1% verschlechtert habe.
Für das Gesamtjahr bestätige die Gesellschaft ihre Guidance und erwarte ein Umsatzvolumen von 166 Mio. Euro und einen Konzernüberschuss von 3,2 Mio. Euro. Die Analysten würden davon ausgehen, dass die Prognose nach den guten Zahlen zum Halbjahr und dem positiven Ausblick (siehe Auftragseingang) konservativ geplant sei. Man passe daher die Gewinn- und Verlustrechnung leicht nach oben an und erwarte für das laufende Geschäftsjahr ein Ergebnis je Aktie von 1,32 Euro (bislang: 1,29 Euro). Für die kommenden zwei Perioden rechne man mit einem Ergebnis je Aktie von 1,48 Euro (1,40 Euro) sowie 1,72 Euro (neu).
Insgesamt würden die vorgelegten Zahlen zeigen, dass sich die einzelnen Beteiligungsgesellschaften in der schwachen Konjunkturlage sehr gut behaupten könnten. Die Daten würden aber auch zeigen, dass die jeweiligen Beteiligungsunternehmen in einem konjunkturellen Aufschwung von ihren Positionierungen im Markt und ihren stabilen Geschäftsmodellen profitieren sollten und dadurch auch schneller wieder zu alter Ergebnisqualität zurück kehren könnten. Die kontinuierliche Ausschüttungspolitik mit einer aktuellen Dividendenrendite von über 4% sollte ein mögliches Rückschlagspotenzial verhindern, zumal man in den Folgejahren wieder mit einer deutlich höheren Ausschüttung rechne.
Für die Errechnung des Fair Values je Aktie habe man auf der einen Seite einen Vergleich mit dem Subindex Prime All Share - Industrial, Diversified, der u.a. auch die börsennotierte Indus Holding beinhalte, herangezogen und auf der anderen Seite für die beiden Segmente Werkzeug- und Maschinenbau sowie Kunststofftechnik eine Sum-of-the-parts-Betrachtung aufgestellt. Im aktuellen Kapitalmarktumfeld würden die Bewertungsmodelle einen fairen Wert je Aktie zwischen 12,50 Euro und 13,00 Euro zeigen.
Nach dem Kursanstieg der letzten Wochen behalten die Analysten vom Bankhaus Lampe ihre "Marktperformer"-Einschätzung für die Aktie von Gesco bei, erhöhen jedoch ihr Kursziel auf Jahressicht von bislang 11 Euro auf nunmehr 13 Euro.
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