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Analysen - DAX 100
21.10.2003
Degussa reduzieren
WGZ-Bank

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Der Analyst Dr. Bernd Schnarr von der WGZ-Bank behält seine "reduzieren"-Empfehlung für die Aktie von Degussa (ISIN DE0005421903/ WKN 542190) aufrecht.

Die langfristigen Perspektiven im Hinblick auf die finanzielle Lage, Marktanteile und Zielmärkte sowie Wachstumschancen seien positiv bzw. aussichtsreich. Zudem rangiere Degussa in 85% der Aktivitäten unter den Top 3 Anbietern weltweit und sei dementsprechend fähig, Kunden in allen Regionen zu bedienen.

Kurz- bis mittelfristig seien die Aussichten für das laufende Geschäftsjahr deutlich revidiert worden - Degussa erwarte für 2003 bei Umsatz und EBIT das Vorjahresniveau geringfügig zu verfehlen. Zudem würden Wertberichtigungen (500 Mio. EUR), Vergleichszahlungen (Goldschmidt 29,0 Mio. EUR als Anschaffungskosten, Spruchverfahren Degussa und SKW Trostberg ca. 40 Mio. EUR, davon bereits 20 Mio. EUR in Q2 gebucht) als Sonderkosten anfallen, zusätzlich noch Aufwand für den Standort Radebeul von ca. 50 Mio. EUR (2003/04).

Die Analysten würden entgegen der Unternehmensplanung (2003: 950 Mio. EUR) eine signifikante Kürzung der Investitionen auf 750 Mio. EUR in 2003 und ca. 850 Mio. EUR in 2004 (2001: 1.269 Mio. EUR, 2002: 1.001 Mio. EUR) prognostizieren. Entsprechende Kostensenkungen würden mittels des 2001 initiierten Restrukturierungsprogramms ermöglicht. Nach EBIT-Einsparungen i.H.v. 53 Mio. EUR in 2001 und 265 Mio. EUR in 2002 würden ab Ende des laufenden Geschäftsjahres Einsparungen von 500 Mio. EUR p.a. erwartet. Das Ziel sei ein solider operativer Cash Flow.

Weiterhin belasten würden noch nicht geklärte Probleme, wie die aktuelle Eigentümerstruktur und der für die Degussa Aktie kommende Abgabedruck seitens des Großaktionärs E.ON den Aktienkurs. Auch weise momentan die Fein- und Spezialchemie, nachdem zahlreiche Unternehmen in diesem Teilgebiet große Investitionen getätigt hätten (Übernahmen, Kapazitätsaufbau), eine schwache Performance auf. Hier seien v.a. der Preisdruck, schwache Nachfrage, vermindertes Outsourcing und weltweite Überkapazitäten im 2-stelligen Prozentbereich als negativ beeinflussende Faktoren zu nennen.

Zum jetzigen Zeitpunkt sei die Bewertung infolge einschneidender unternehmensspezifischer Sonderfaktoren schwierig. Der Peer-Group Vergleich (Multiples) sei hier nicht aussagefähig. Jedoch werde Degussa bei den 2004er Multiplikatoren für EV/EBITDA und EV/EBIT jeweils mit einem Abschlag von rund 12% bewertet. Das Ertragswertmodell ergebe einen möglichen Wert von knapp 28 EUR je Aktie, den man aber zum jetzigen Zeitpunkt für nicht erzielbar halte und daher mit einem Abschlag von 15% versehe.

Die Analysten der WGZ-Bank erkennen bei dem Titel von Degussa kein Kurspotential (Kursziel 24 EUR) und lassen ihr Anlageurteil unverändert auf "reduzieren".



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