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Analysen - Nebenwerte
08.10.2003
Dürr halten
Independent Research

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Die Analysten von Independent Research empfehlen weiterhin, die Aktien der Dürr AG (ISIN DE0005565204/ WKN 556520) zu halten.

Die Gesellschaft habe einen Stellenabbau beim Tochterunternehmen Carl Schenck AG angekündigt.

So sollten bei der Schenck Fertigungs & Service GmbH für zum Jahresende 2004 rund 350 Arbeitsplätze wegfallen. Insgesamt beschäftige der Dürr-Konzern am Standort in Darmstadt rund 1.800 Mitarbeiter. Das Unternehmen wolle dabei die seit Jahren defizitäre Schenck Vorfertigung schließen, da eine Rückkehr des Unternehmens in die Gewinnzone nicht realistisch sei.

Für den Gesamtkonzern Dürr würde sich langfristig der Zugang zu kostengünstigeren Beschaffungsmärkten eröffnen. Durch die Schließung werde zudem eine langjährige Verlustquelle geschlossen. Das Unternehmen wolle zukünftig auf kostengünstigere Zulieferer in Osteuropa zurückgreifen und rechne daher mit einer schnellen Amortisation der für die Schließung notwendigen Einmalaufwendungen.

Die Planungen des Konzerns würden derzeit eine Stabilisierung des Ergebnisses vor Ertragssteuern auf Vorjahresniveau bei 22,6 Millionen Euro vorsehen. Bei einem Einmalaufwand für die Schließung von 18 Millionen Euro solle demzufolge auch zum Jahresende 2003 ein positives Vorsteuerergebnis ausgewiesen werden können. Ausschlaggebend für diese Unternehmensplanungen seien vor allem die positive Entwicklung des Systemgeschäftes im bisherigen Jahresverlauf. Das Produktgeschäft laufe hingegen weiterhin verhalten.

Im ersten Halbjahr habe der Konzern seinen Umsatz von 877 Millionen Euro auf 922 Millionen Euro gesteigert. Das EBITDA habe sich von 21,9 Millionen Euro auf 23,4 Millionen Euro erhöht. Für 2004 rechne der Konzern unter anderem auch infolge der Strukturanpassungen beim Schenck-Teilkonzern mit einem deutlichen Ergebnisanstieg.

Die Schätzungen der Analysten von Independent Research würden weiterhin einen Margenanstieg im zweiten Halbjahr 2003 unterstellen. Aufgrund der Sonderaufwendungen habe man allerdings die EPS-Schätzung für 2003 von 0,85 Euro auf 0,14 Euro gesenkt. Man wolle aber nicht ausschließen, dass es Dürr im laufenden Jahr nicht gelingen werde, einen deutlich positiven Jahresüberschuss auszuweisen. Aufgrund der Sonderaufwendungen, die zum großen Teil liquiditätswirksam seien, gehe man derzeit nicht davon aus, dass Dürr die Dividendenzahlung des Jahres 2002 von 0,80 Euro je Aktie wiederholen könne. Der mögliche Dividendenausfall 2003 könne den Aktienkurs belasten.

Allerdings sei die Verlustbereinigung aus strategischen Gründen nachvollziehbar und langfristig sinnvoll. Man gehe deshalb davon aus, dass Dürr in den kommenden beiden Jahren Ertragssteigerungen erzielen könne. Deren Größenordnungen seien aufgrund der anhaltenden Marktschwäche im Produktgeschäft allerdings gegenwärtig schwierig zu prognostizieren. Auf Basis der unveränderten Schätzungen für 2004 und 2005 sei das Unternehmen derzeit mit einem KGV 2004e von 15 fair bewertet.

Die Analysten von Independent Research empfehlen weiterhin, die Aktien der Dürr AG zu halten.



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