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Analysen - DAX 100
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30.09.2003
Koenig & Bauer Underperformer
Bankhaus Lampe
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Analysten vom Bankhaus Lampe haben das Rating für die Aktien von Koenig & Bauer (ISIN DE0007193500/ WKN 719350) in ihrer Studie "MDAX-Guide Herbst 2003" unverändert bei "Underperformer" belassen.
Aufgrund der anhaltenden Flaute in der Werbewirtschaft halte die schwache Nachfrage in der Druckindustrie und somit auch bei Koenig & Bauer weiter an, so dass das erste Halbjahr 2003 von einem deutlichen Umsatzrückgang (-26,9%) bei weiter gesunkenen Marktpreisen gekennzeichnet gewesen sei und sich das Periodenergebnis nach sechs Monaten auf -18,6 Mio. Euro (nach +9,3 Mio. Euro in der Vorjahresperiode) reduziert habe. Erfreulich hätten sich hingegen die Auftragseingänge mit 543,3 Mio. Euro entwickelt, die nur leicht unter dem Vorjahresniveau (549,9 Mio. Euro) gelegen hätten.
Die einzelnen Geschäftsbereiche hätten sich wie schon in den letzten Monaten zu erkennen, sehr unterschiedlich entwickelt. Der Bogenoffset-Bereich (Umsatz: -10%; Auftragseingang: +1%) habe die Geschäftsentwicklung des Konzerns positiv beeinflusst, so dass die Kapazitäten hier weiterhin ausgelastet seien. Aufgrund des gestiegenen Preisdrucks bei Neumaschinen habe das Segmentergebnis jedoch unter dem Vorjahresniveau gelegen. Die anhaltende Investitionszurückhaltung im Segment Rollen- und Sondermaschinen (Umsatz: -40%) insbesondere bei den Großmaschinen mache sich auch bei den Auftragseingängen bemerkbar, die auf niedrigem Niveau um weitere 4% auf 235,3 Mio. Euro gesunken seien.
Kurz nach Quartalsende habe das Segment Rollen- und Sondermaschinen jedoch zwei größere Bestellungen für Wertpapierdruckmaschinen verzeichnen können. Das Segmentergebnis sei durch die Sonderaufwendungen für die Restrukturierung sowie den überproportionalen Volumen- und Preisrückgang beeinflusst. Die eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen würden in 2003 zu außerordentlichen Aufwendungen in Höhe von etwa 20 Mio. Euro führen.
Ab 2004 erwarte das Management hieraus Einsparungen in etwa der gleichen Höhe, die jedoch zu einem Großteil auch durch den gestiegenen Preisdruck innerhalb der Branche aufgezehrt werden sollten. Die vorgelegten Halbjahreszahlen würden deutlich unter den schon zurückhaltenden Prognosen liegen und zeigen, dass Koenig & Bauer nun mit einer zeitlichen Verzögerung im Vergleich zu den Wettbewerbern, auch aufgrund erst später eingeleiteter Restrukturierungen, voll von der schwachen Wirtschaftslage getroffen werde. Positiv beurteile man den im Branchenvergleich nur mäßigen Rückgang im Auftragseingang.
Aufgrund der ausstehenden Projekte sehe man das Umsatzziel für 2003e (-10% auf ca. 1,2 Mrd. Euro) als durchaus realistisch an. Auf der Ergebnisseite würden die Kosten für die Restrukturierung sowie die fehlenden Deckungsbeiträge in Folge des reduzierten Umsatzvolumens die Erfolgsrechnung jedoch voll belasten. Man gehe davon aus, dass das zweite Halbjahr 2003 auch aufgrund der höheren Auslieferungen insgesamt besser verlaufen sollte als die ersten sechs Monate. Zudem glaube man, dass sich zum einen die gesamtwirtschaftliche Lage im kommenden Jahr verbessern sollte und darüber hinaus die in 2004 stattfindende drupa positive Impulse setzen könne.
Insgesamt halten die Analysten vom Bankhaus Lampe aber aufgrund des insgesamt negativen Ausblicks an ihrer Einschätzung als Underperformer für die Aktie von Koenig & Bauer fest. Das Kursziel befinde sich bei 13 Euro.
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