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Analysen - Ausland
10.05.1999
Credit Suisse übergewichten
Hamburgische LB

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Gutes Ergebnis trotz Finanzkrisen

Die Credit Suisse Group (WKN 876 800) habe für 1998 einen beeindruckenden Jahresabschluß präsentiert, berichten die Analysten der Hamburgischen Landesbank. Der Konzerngewinn habe 3,1 Mrd. SFR betragen. Bemerkenswert sei vor allem die Entwicklung im kostenintensiven Retailbanking gewesen. Der Bereich Firmen- und Kleinkunden habe 1998 den Turnaround geschafft. Nach einem Verlust von 278 Mio. SFR im Vorjahr sei nun ein Gewinn von 205 Mio. SFR erzielt worden. Belastend habe sich das starke Engagement der Bank in den Emerging Markets ausgewirkt. Allein in Rußland habe Credit Suisse First Boston (CSFB), die Investmentbank-Division der Group, einen Verlust von 1,86 Mrd. SFR erlitten. Dieser setze sich aus Wertminderungen für russische Staatsanleihen, Abschreibungen und Rückstellungen für Kredite sowie aus Verlusten im Handelsbereich zusammen.

Innerhalb der Ertragskomponenten sei das Ergebnis aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft mit einem Plus von 26% auf 8,33 Mrd. SFR herausgeragt. Auch der Zinsüberschuß und der Versicherungserfolg hätten mit einem Anstieg von 13 bzw. 12% gute Zuwachsraten erreicht. Einzig das Handelsergebnis habe mit einem Rückgang um 55% deutlich unter den weltweiten Finanzkrisen gelegen.

Strategische Zielsetzung

Credit Suissse habe ihre Marktposition im Inland gegenüber der UBS weiter verbessern und ihr Allfinanzkonzept dort erfolgreich umsetzen können. Vorrangiges Ziel sei nun der zügige Ausbau der Finanzdienstleistungen für Privatkunden in ganz Europa. Zielsetzung im Investment-Banking sei es weiterhin, den Abstand zu den führenden amerikanischen Investmentbanken zu verringern. Dazu sei die Präsenz auf den lukrativen, aber risikoreichen Märkten der Schwellenländer notwendig, so daß sich das Unternehmen trotz der hohen Verluste im vergangenen Jahr nicht aus den Emerging Markets zurückziehe. Um künftig aber die Auswirkungen von Finanzkrisen zu beschränken, werde die CSFB das Risikoprofil reduzieren. Zur Unterlegung der Geschäfte werde Credit Suisse auf ihre umfangreiche Eigenkapitalausstattung zurückgreifen können. Die BIZ-Kernkapitalquote liege derzeit bei 12%.

Die Bedeutung des Asset Managements werde weiter wachsen. Aufgrund der stabilen Erträge, die dort zu erzielen seien, werde dieser Bereich konsequent ausgebaut. Dabei beschränke man sich nicht nur auf organisches Wachstums innerhalb der Gruppe, sondern durch gezielte Akquisitionen sollten die verwalteten Vermögen erhöht werden. Dazu sei Mitte Februar von der Credit Suisse Asset Management der bisherige Kooperationspartner Warburg Pincus Asset Management übernommen worden. Der Zugang an verwalteten Vermögen habe ca. 22 Mrd. $ betragen. Der Kaufpreis von 650 Mio. $ werde durch 450 Mio. $ sofort und 250 Mio. $ aus den künftigen Erträgen beglichen. Insgesamt komme die CS Group nun auf ein um 8% gestiegenes betreutes Vermögen von 934 Mrd. SFR.

Ertragspotential noch nicht ausgereizt

Credit Suisse zähle unverändert zu den ersten Adressen im Vermögensmanagement und Private Banking in Europa. Vom wachsenden Bedarf an qualifizierter, umfassender Beratung im Bereich der Vermögensanlage und der Alterssicherung werde auch der Allfinanzkonzern profitieren. Das Festhalten an der Präsenz in den risikobehafteten Emerging Markets werde sich zumindest langfristig auszahlen. Die Eigenkapitalrendite habe im abgelaufenen Geschäftsjahr bei 11,7% gelegen. Trotz des hohen Eigenkapitalbedarfs seien die angestrebten 15% als realistisch anzusehen. Die Anlageexperten stufen Credit Suisse unverändert auf übergewichten, zumal das Unternehmen anhand eines KGV-Vergleichs niedrig bewertet sei. Dasr Kursziel innerhalb der nächsten 12 Monate haben die Experten von 300 auf 380 SFR erhöht.



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