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Analysen - Ausland
11.12.2002
ENI kaufen
ING BHF-BANK

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Der Analyst Thomas Paschen von der ING BHF-BANK stuft die Aktie von ENI (WKN 897791) weiterhin mit "kaufen" ein.

Die Italiener wollten den bisher zu 44% kontrollierten Erdgasversorger Italgas vollständig übernehmen. ENI werde ab Mitte Dezember für die restlichen 56% ein Übernahmeangebot in bar starten. Der Abschluss der Transaktion sei für Januar 2003 geplant. Der Übernahmepreis liege bei 13 EUR je Aktie. Bei einer vollständigen Übernahme koste ENI die Offerte 2,5 Mrd. EUR.

Die Finanzierung stelle aufgrund der guten Finanzsituation des Konzerns kein Problem dar. Die Übernahme biete ENI eine gute Plattform für die weitere Expansion im Gasversorgungsgeschäft in Europa sowie eine starke integrierte Position im italienischen Erdgasgeschäft. Dadurch erreiche der Konzern künftig einen Marktanteil von 39% im wachstumsstarken heimischen Endkundenmarkt. Dank der deutlich vergrößerten Kundenbasis (Inland: 5,6 Mio., Ausland: 1,3 Mio.) dürften sich vor allem in den Bereichen Vertrieb und Marketing Synergiepotentiale ergeben.

Darüber hinaus hätten die Italiener mit der Akquisition der Exploration- und Produktionsassets der finnischen Fortum (für 1,1 Mrd. EUR) ihr Upstream-Portfolio in der politisch stabilen Nordseeregion weiter diversifizieren können. Zusätzlich übernehme der Öl- und Gaskonzern 50% an der Gassparte der spanischen Union Fenosa für 440 Mio. EUR. Der Preis sei als angemessen zu betrachten. Der Abschluss der Transaktion sei für Februar 2003 geplant.

Der Markt auf der iberischen Halbinsel sei für ENI als Anbieter von Gas aus Nordafrika und dem Nahen Osten und aufgrund des potenziellen überdurchschnittlichen Wachstums im Zusammenhang mit der Liberalisierung des spanischen Strommarktes besonders interessant. Für die Italiener bedeute dieses Joint Venture ein weiteres großes Engagement außerhalb Italiens und den Zugang zu weiteren Gasvorkommen in Nordafrika (v.a. Ägypten). So habe Eni bereits vor zwei Jahren ein Drittel von Galp, der staatlichen Öl- und Gasgesellschaft Portugals, übernommen.

Die durchgeführten Akquisitionen würden zur Strategie von ENI passen, den Ausbau des Upstream-Geschäfts voranzutreiben und in das internationale Gasgeschäft zu expandieren. Auch das Übernahmeangebot für die restlichen Anteile an Italgas sehe man als strategisch guten Schritt für die Expansionspläne auch in Europa an, auch wenn es sich durchaus auch um einen defensiven Schachzug handeln könnte, nachdem in jüngster Zeit auch andere Gesellschaften ihr Interesse an Italgas bekundet hätten. ENI gehöre zu den gegenüber Ölpreisrückgängen eher defensiven Werten.

Zwar könne der Liberalisierungsprozesses im italienischen Gasmarkt langfristig zu Margendruck führen, aber nicht zuletzt durch die im Branchenvergleich günstige Bewertung, der Ertragspotentiale außerhalb Italiens, des überdurchschnittlichen Wachstums sowie hohen Dividendenrendite (Dividende soll trotz Zukäufe beibehalten werden) halten die Analysten der ING BHF-BANK an ihrer Kaufempfehlung für ENI fest.



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