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Analysen - Ausland
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11.12.2002
Lafarge "outperform"
ING BHF-BANK
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www.optionsscheinecheck.de
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Der Analyst Peter Rieth von der ING BHF-BANK stuft die Aktie von Lafarge (WKN 850646) weiterhin mit "outperform" ein.
Kürzlich habe die EU-Kommission das Strafmaß für ein europäisches Gipskartell ausgesprochen. Lafarge habe ein Bußgeld in Höhe von ca. 250 Mio. EUR zu zahlen. Mit dieser Höhe sei im Vorfeld nicht gerechnet worden. Mit ein Grund für die Höhe sei die Tatsache, dass bereits im Jahre 1994 Lafarge der Preisabsprachen überführt worden und zur Zahlung einer Strafe verpflichtet worden sei. Das Strafmaß seinerzeit habe 30 Mio. EUR betragen; gezahlt worden seien allerdings nur 15 Mio. EUR. Im jetzigen Fall habe Lafarge Protest bei Gericht eingelegt, um eine Reduzierung zu erwirken. Man gehe davon aus, dass dies Lafarge gelingen werde.
Operativ laufe es rund. Die Umsatzzahlen für die ersten neun Monate seien relativ gut gewesen. Der Umsatz sei bereinigt um 2,9% zurückgegangen. Damit liege Lafarge vom Umsatz etwas besser als die Nr. 2 im Weltmarkt Holcim mit minus 3,6%. Ertragszahlen melde Lafarge bislang nicht. Die Halbjahreszahlen seien besser als im Vorjahreszeitraum gewesen, allerdings leicht schwächer als vom Durchschnitt der Analysten erwartet. Der Gewinn je Aktie habe nach Goodwill von 1,95 auf 2,25 Euro gesteigert werden können. Vor Goodwill dürfte das Ergebnis bei ca. 2,84 Euro gelegen haben.
Sehr erfreulich sei die Absatzentwicklung im Zementgeschäft gewesen. Der Umsatz habe hier gesteigert werden können. Nach wie vor schlecht laufe es im Dachziegelbereich. Auch aufgrund des schwachen deutschen Marktes (deutscher Ableger von Lafarge sei Braas) sei der Umsatz um 5,1% zurückgegangen. Erfreulich dagegen die Entwicklung in der Gipssparte. Der Umsatz sei stark angestiegen. Per 30.6. seien wieder operative Gewinne gemeldet worden, nachdem in den USA Überkapazitäten abgebaut worden seien.
Lafarge nehme rückwirkend zum 1. Januar 2002 eine Änderung seiner Abschreibungsregeln für die Zementwerke vor. Dieser würden über einen Zeitraum von 30 Jahren abgeschrieben, nach 20 Jahren bisher. Durch die Verringerung der Abschreibung erhöhe sich der Gewinn um ca. 90 Mio. EUR. Goodwill-Abschreibungen seien nur rein buchhalterische Maßnahmen, die keinerlei Auswirkungen auf den Cash Flow hätten.
Die Bewertung von Lafarge sei zur Zeit günstig. Auch aus Dividendengesichtspunkten sei der Wert interessant. Die Rendite betrage über 3%. Der Aktienkurs sei in den letzten Wochen aufgrund von Asbest-Ängsten unter Druck gekommen. Lafarge habe schriftlich bestätigt, dass die Firma weder in den USA noch sonst wo auf der Welt aufgrund von Asbest-Schädigungen verklagt werde.
Die Analysten der ING BHF-BANK bestätigen das "outperform"-Rating für die Aktie von Lafarge.
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