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Analysen - Ausland
11.12.2002
Philips Outperformer
ING BHF-BANK

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Gunther Kramert, Analyst der ING BHF-Bank, bewertet die Aktie von Philips (WKN 940936) nach wie vor mit "Outperformer".

Auch das Ergebnis von Philips im dritten Quartal 2002 habe im Rahmen der Erwartungen gelegen. Angesichts der Tatsache, dass im September noch der Ausblick für die Halbleitersparte reduziert worden sei und die globale Konjunkturentwicklung im Laufe des Quartals sich erheblich verschlechtert habe, hätten die Resultate sogar eher positiv überrascht. So sei der Umsatz im Vorjahresvergleich um 2% auf 7,3 Mrd. EUR gestiegen. Das operative Ergebnis der Geschäftsbereiche vor außerordentlichen Posten habe +75 Mio. EUR betragen, sei damit erneut positiv gewesen und habe wieder über dem Vorquartal gelegen. Kostensenkungsmaßnahmen in allen Geschäftsfeldern hätten hier im wesentlichen zu der Verbesserung geführt.

Der Ergebnisbeitrag der nicht konsolidierten Beteiligungen (u.a. TSMC, LGPhilips LCD), der im Vorquartal noch stark positiv ausgefallen sei, sei auf ein praktisch ausgeglichenes Niveau und damit unter die Erwartungen zurückgefallen. Hier hätten Preisdruck in wichtigen Produktsegmenten und Überkapazitäten die Lage belastet. Bei Ausklammerung notwendiger Abschreibungen auf die Beteiligung an Vivendi Unversal sei damit insgesamt noch ein kleiner Konzern-Nettoverlust von 34 Mio. EUR angefallen (=-0,25 EUR pro Aktie). Durch die weiteren Wertberichtigungen für Vivendi habe sich der Gesamt-Nettoverlust auf 330 Mio. EUR belaufen. Die Sparten Beleuchtung (sehr gute operative Margen von 12,7%), DAP (Rasierer, etc., Marge 15,2%) und Konsumelektronik (wieder operativ profitabel) hätten die Erwartungen gut erfüllen können.

Sogar der Verlust der Halbleitersparte sei geringer als noch Anfang September befürchtet ausgefallen. Leicht enttäuschend dagegen habe sich die Medizintechnik entwickelt, wo Produkterneuerungen noch nicht den erhofften Schub gebracht hätten. Dazu, wie beschrieben, seien die Beteiligungen hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Das nach wie vor problematische Geschäft mit elektron. Komponenten werde teilweise aufgegeben oder in andere Bereiche integriert und saniert.

Bilanziell habe sich das Bild für Philips weiter verbessert: der positive, operative Cashflow des Quartals von 344 Mio. EUR sei erneut durch gutes Management des Nettoumlaufvermögens unterstützt worden und habe auch zu einer weiteren Reduzierung der Nettoverschuldung geführt. Diese sei auf 6,9 Mrd. EUR zurückgegangen und angesichts der von Philips gehaltenen, werthaltigen Finanzbeteiligungen und der hohen Eigenkapitalquote von 45% verfüge Philips nach Erachten der Analysten über eine weiter solide Finanzausstattung - im derzeitigen Umfeld eine nicht zu unterschätzende Stärke.

Zwar zeige sich bei Philips, dass der Ergebnisverbesserungstrend langsamer als ursprünglich erhofft verlaufe und eine konjunkturelle Erholung bisher nicht auszumachen sei.

Aufgrund der guten finanziellen Stabilität des Konzerns, weiterer Kostensenkungen und einer relativ günstigen Bewertung der Philips-Aktie halten die Analysten der ING BHF-Bank an ihrer "Outperformer"-Einschätzung/hohes Risiko fest. Nachdem von Philips für den Oktober und November sehr gute Absatzzahlen bei Konsumelektronik verzeichnet worden seien, seien bisher auch Befürchtungen über negative Auswirkungen des Konsumentenvertrauens in den USA unbegründet geblieben.



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