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Analysen - DAX 100
11.12.2002
Siemens Outperformer
ING BHF-BANK

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Der Analyst Gunther Kramert von der ING BHF-BANK stuft die Aktie von Siemens (WKN 723610) weiterhin mit "Outperformer" ein.

Die von Siemens für das dritte Kalenderquartal (=Schlussquartal des Geschäftsjahres) vorgelegten Zahlen hätten im operativen Bereich im Rahmen der Erwartungen gelegen. So habe Siemens einen Umsatz von 21,3 Mrd. EUR (-4% auf vergleichbarer Basis) und in den operativen Geschäftsfeldern (ohne Konsolidierung, Finanz- und Immobiliengeschäft) ein operatives Ergebnis von +737 Mio. EUR verzeichnet.

Die wesentlichen Stützen dieses Ergebnisses seien erneut Power Generation (354 Mio. EUR), Medizintechnik (301 Mio. EUR) und Automation and Drives (219 Mio. EUR) gewesen. Hohe Verluste habe Siemens erneut bei ICN (-325 Mio. EUR) und Industrial Solutions (-129 Mio. EUR) hinnehmen müssen. Alle anderen Bereiche hätten Ergebnisse im wesentlichen wie erwartet berichtet. Der Auftragseingang sei ebenfalls (auf vergleichbarer Basis um 5%) auf 19,4 Mrd. EUR gefallen, so dass das "Book-to-Bill-Ratio" zum zweiten mal in Folge unter 1 geblieben sei.

Restrukturierungskosten und außerordentliche Effekte hätten das Nettoergebnis stark belastet. Vor allem hierdurch und durch hohe Dotierungen der Pensionsfonds (ca. 1,8 Mrd. EUR) habe das Nettoergebnis nur bei 53 Mio. EUR oder 0,06 EUR/Aktie gelegen. Die Bilanz des Siemens-Konzerns habe sich verbessert: der weitere Abbau des Nettoumlaufvermögens und reduzierte Investitionen hätten den Liquiditätsbestand kräftig erhöht.

Die Nettoverschuldung habe damit innerhalb nur eines Quartals von 1,8 Mrd. EUR auf nur noch 751 Mio. EUR reduziert werden können. Die EK-Quote verbleibe bei soliden 31%. Siemens werde die Dividende für das nun abgelaufene Geschäftsjahr bei 1,- EUR konstant halten. Die Unterdeckung der Pensionsfonds sei und werde erheblich reduziert und sei unter Kontrolle.

Der Ausblick bleibt vorsichtig: mit Hinweis auf die anhaltenden konjunkturellen und politischen Risiken werde auch das Geschäftsjahr 2003 sehr herausfordernd. Mit einem Anziehen der Investitionsneigung der Kunden werde nicht gerechnet. Im Bereich Power Generation habe Siemens beispielhaft hierfür die Absatzerwartung für das Geschäftsjahr 2003 von etwa 75 Einheiten auf 60 reduzieren müssen.

Auf Konzernebene sollten bei leicht rückläufigen Absatzvolumina dennoch Kostensenkungen Verbesserungen der Margen bringen. Für die meisten operativen Bereiche würden daher die Margenziele ("Operation 2003") bestehen bleiben, für die Bereiche Siemens Dematic und I&S (Industrial Solutions) würden die Ziele (wie schon für die I&C-Bereiche) um ein Jahr nach hinten verschoben bleiben. Bei ICN (Telekom-Festnetzinfrastruktur) werde das Ziel der Rückkehr in die Gewinnzone bis September 2003 als inzwischen "sehr, sehr ambitioniert" angesehen.

Die Aktie notiere derzeit lediglich mit einem Verhältnis EnterpriseValue/Umsatz von 0,5x und sei damit trotz eines schwierigen Ausblicks für 2003 nicht überteuert. Das größte Risiko für Siemens wäre ein erneutes Abgleiten der Konjunktur (USA und Europa) in die Rezession, deutliche Ertragsreduzierungen wären die Folge.

Die Analysten der ING BHF-BANK bleiben für Siemens bei ihrer "Outperform"/hohes Risiko-Einschätzung.



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