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Analysen - Ausland
15.09.2003
Air Liquide reduzieren
WGZ-Bank

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Die Analysten der WGZ-Bank stufen die Aktie von Air Liquide (ISIN FR0000120073/ WKN 850133) weiterhin mit "reduzieren" ein.

Mit dem Ende Juli publizierten Umsatz von 4.202 Mio. EUR (+7%) habe Air Liquide die Markterwartungen übertreffen können. Die guten Verkaufszahlen seien durch Währungseffekte (-8%) belastet worden, wohingegen Änderungen beim Gaspreis (+5%), Volumeneffekte (+6%) sowie Akquisitionen (+1%) die Entwicklung positiv beeinflusst hätten. Dagegen hätten sich die Ergebniszahlen eher am unteren Rand der Erwartungen bewegt: EBITDA 989 Mio. EUR (0%), EBIT 581 Mio. EUR (+2%) und Gewinn von 328 Mio. EUR (+1%). Als erfreulich werte man die weiterhin - ohne Sondereffekte - hohen Margen bei EBITDA von 24,8% (25,1%) und EBIT von 14,6 (14,6%).

Zudem habe der Konzern den operativen Cash Flow mit 761 Mio. EUR (+1%) auf Vorjahresniveau gehalten und die Nettoverschuldung auf 2.065 Mio. EUR verringert (-414 Mio. EUR, Gearing 38,3%). Der Konzern prognostiziere sowohl den Umsatz als auch das Ergebnis im laufenden Jahr zu steigern und stelle einen konstanten News-flow (neue Langfristkontrakte) in Aussicht. Jedoch könnten die absoluten Margen durch ansteigenden Kosten für Versicherungen, Pensionen sowie Integration (Japan Air Gases) und höhere Energiepreise rückläufig sein.

Der französische Konzern sei der Weltmarktführer in der Herstellung von Industriegasen (technischen Gasen). Zu den wichtigsten Kunden würden die Großindustrie (28%) aus den Bereichen Chemie, Eisen/Stahl sowie Erdöl/Erdgas und Abnehmer aus dem Bereich der Medizin (16%) sowie Elektronik (12%) zählen. Weitere 44% des Umsatzes würden sich auf eine Vielzahl weiterer Industriekunden verteilen.

Die sonstigen Geschäftsfelder seien Schweißen, Engineering und Anlagenbau. Das Unternehmen strebe ein dauerhaftes organisches Wachstum an, was primär über langfristige Lieferverträge mit Preisanpassungsklauseln, Investitionen in neue Produktionsanlagen (on-site-Geschäft) sowie Wachstumsfelder (Healthcare, Wasserstoff) und Wachstumsregionen (Asien, insbesondere China) erzielt werden solle. Zielgerichtete Akquisitionen hätten diesen Prozess unterstützt.

Zusätzliches Gewinnwachstum sei möglich, da einige Großkunden aus den Branchen Öl & Gas (Nordamerika, Europa), Chemie (Europa, Asien) und Elektronik (Europa, Asien) zwischenzeitlich wieder Investments gestartet hätten und neue Langfristverträge abgeschlossen worden seien. Die allmähliche Steigerung der Renditekennziffern (seit H1/00: EBITDA-Marge +1,2% und EBIT-Marge +0,8%) sowie das Kostensenkungsprogramm von insgesamt 300 Mio. EUR seien erfolgreich. Das derzeitige Aktienrückkaufprogramm für 2003 sehe ein Volumen von 1 bis 2 Mio. Aktien vor. Bis Ende Juli seien erst 0,56 Mio. Aktien erworben worden. Nach Erachten der Analysten werde diese Zahl bis Jahresende nur verdoppelt und das Programm nicht voll ausgeschöpft.

Das wirtschaftliche Branchenumfeld werde mittelfristig weiterhin schwierig bleiben und durch zukünftig eher moderate Wachstumsraten gekennzeichnet sein, obwohl erste Erholungstendenzen bereits sichtbar seien. Zudem sei man skeptisch, ob der Konzern kurzfristig an die Ertragsdynamik der Vergangenheit anknüpfen könne. Insgesamt lasse man die Schätzungen für die Geschäftsjahre 2003 bis 2004 unverändert. Air Liquide erziele im WGZ-Chemie Index mit die höchsten Margen (2002, EBIT 14,7%, EBITDA 25,0%). Allerdings zeige der Peer-Group-Vergleich eine deutliche und die Ertragswertanalyse eine moderate Überbewertung.

Die Analysten der WGZ-Bank ermitteln einen fairen Wert von 125 EUR und behalten das Anlageurteil "reduzieren" für die Aktie von Air Liquide bei.



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