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Analysen - Ausland
20.08.2003
Wyeth "outperform"
ING BHF-BANK

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Der Analyst der ING BHF-Bank, Oliver Kopp, bewertet die Aktie von Wyeth (ISIN US9830241009/ WKN 850229) mit "outperform".

Wyeth habe erneut überzeugende Quartalsergebnisse vorgelegt. Der Umsatz habe um 7% (in lokaler Währung: + 3%) auf 3,75 Mrd. USD gesteigert werden können und habe damit die Analystenschätzungen um etwa 100 Mio. USD übertroffen.

Bei den verschreibungspflichtigen Medikamenten habe der Konzern einen Umsatzanstieg um 6% auf 2,98 Mrd. USD (währungsbereinigt: - 2%) verzeichnet. Dabei hätten insbesondere die wachstumsstarken Präparate wie Protonix (Umsatz: + 62% auf 310 Mio. USD) und Enbrel (+ 62% auf 636 Mio. USD) zu überzeugen gewusst. Ebenfalls erfreulich habe sich der bei Kindern zum Einsatz gelangende Impfstoff Prevnar (+ 77% auf 265 Mio. USD) entwickelt.

Leicht enttäuschend beurteile man dagegen den erneuten Umsatzrückgang bei den Hormonersatztherapeutika (- 38% auf 277 Mio. USD), der allerdings von Lagerabbauten auf Großhändlerseite (ca. 60 Mio. USD) überzeichnet worden sei. Infolge des Erlösrückgangs der margenstarken Hormonersatztherapeutika sei die Brutto-Marge auf 72,8% (Vorjahr: 74,1%) abgeschmolzen. Dennoch sei der Rückgang bedingt durch die erfreuliche Umsatzentwicklung innerhalb der Pharmasparte moderater als erwartet ausgefallen. Durch die Trennung von diversen Medikamenten habe der Gewinn je Aktie um 44% auf 0,65 USD gesteigert werden können und dürfte bereinigt um etwa 4 bis 5 Cent über den Analystenschätzungen gelegen haben.

Nach den bekannten negativen Ergebnissen der Langzeitstudie im vergangenen Jahr sei der Konzern mit Blick auf die aktuelle Umsatzentwicklung der Sparte vorsichtiger geworden und rechne nicht mehr damit, das anvisierte Umsatzziel von 1,5 bis 1,6 Mrd. USD im laufenden Jahr erreichen zu können. Die Analysten würden zwar weiterhin mit rückläufigen Umsätzen in den kommenden Quartalen rechnen, wenngleich stabilisierende Faktoren zu erkennen seien (z. B. Markteinführung von niedriger dosierten Hormonersatztherapeutik). Im Gegenteil sei man sogar der Meinung, dass der Konzern mit seiner Gewinnprognose von 2,40 bis 2,50 USD je Aktie überaus vorsichtig agiere und halte angesichts des ansonsten gut verlaufenden operativen Geschäfts einen Gewinn am oberen Ende der anvisierten Spanne für wahrscheinlich.

Die Analysten würden Wyeth unverändert als eine der attraktivsten großen Pharmagesellschaften ansehen. Das vergleichsweise junge Produktportfolio mit den wichtigen Präparaten Effexor (Depressionen), Protonix (gegen säurebedingte Magen- u. Darmerkrankungen) und Enbrel (Rheumatische Arthritis) sollte für überdurchschnittliche Pharmazuwächse in den nächsten Jahren sorgen.

Zudem sei der Konzern in den nächsten Jahren nur unterdurchschnittlich von generischer Konkurrenz bedroht. Die Zulassung des gemeinsam mit MedImmune vertriebenen nasalen Grippe-Impfstoffs FluMist sowie die unterstellte Zulassung des bereits eingeführten Präparats Enbrel gegen Schuppenflechte betrachte man als wachstumsfördernd. Die finanziellen, noch nicht absehbaren, Folgen aus den durch Schlankheitspräparate verursachten Nebenwirkungen sehe man insgesamt als begrenzt an.

Die Analysten der ING BHF-Bank bestätigen ihre Kaufempfehlung für die mit einem hohen Risiko versehene Wyeth-Aktie.



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