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Analysen - Nebenwerte
10.03.2000
Concord Effekten weiter kaufen
AC Research

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Nachdem die Aktien der Concord Effekten AG (WKN 541020) das erst im Dezember letzten Jahres ausgegebene Kursziel von 100 Euro nachhaltig übersprungen haben und damit einen Kurszuwachs von über 100 Prozent in nur drei Monaten erzielen konnten, raten die Analysten von AC Research auch weiterhin zu einem Engagement in dem Finanztitel.

Als Hauptgrund hierfür nennen die Anlageexperten den Wandel des Unternehmens zu einer umfassenden Wertpapierhandelsbank, der sich nicht nur in verbesserten Wachstumschancen und einer höheren Konstanz der Erträge äußert, sondern auch in dem hohen Substanzwert der Concord-Beteiligungen. In seinem Geschäftsbereich „Corporate Finance“ habe der ehemals reine Aktienhändler in der Vergangenheit nämlich u.a. vorbörsliche Anteile an den nun börsennotierten Unternehmen ComRoad, Eckert & Ziegler, Rösch, Silicon Sensor (alle Neuer Markt) und OAR Consulting (Geregelter Markt) erworben, die dank der Börsenhausse der letzten Monate einen beachtlichen (wenn auch mitunter stark schwankenden) Wert von gut 300 Mio. DM aufwiesen.

Umgerechnet pro Aktie ergebe sich damit ein Substanzwert nahe dem aktuellen Börsenkurs von ca. 115 Euro, worin jedoch noch nicht einmal die drei noch nicht am Aktienmarkt gelisteten Beteiligungen von Concord Effekten enthalten seien, die ebenfalls in diesem oder nächstem Jahr den Gang an die Börse wagen dürften, so AC Research. Dazu komme, dass „wir uns dank unserer hervorragenden Kapitalausstattung schon bald an weiteren aufstrebenden Jungunternehmen beteiligen wollen“, so Vorstandschef Bernd Groebler.

Festzuhalten bleibt also, so die Analysten, dass der Anleger auf dem aktuellen Kursniveau das gesamte operative Geschäft der Concord Effekten AG so gut wie umsonst bekomme, was dank der guten Marktpositionen und den attraktiven Zukunftsaussichten in den einzelnen Bereichen auf keinen Fall gerechtfertigt sei:

In der erst im letzten Oktober gegründeten Sparte „Rentenhandel“, die sich nicht mit dem wenig profitablen staatlichen Sektor beschäftige, sondern auf die lukrativen Segmente Euro-Bonds und Unternehmensanleihen fokussiert sei, habe man trotz der angespannten Marktlage bereits in den ersten drei Monaten der Geschäftstätigkeit zur Nummer drei im Markt werden und eine schwarze Null als Ergebnis erzielen können, so Groebler.

Auch im Aktienhandel habe die Marktposition gefestigt werden können, so dass man momentan mit einem Marktanteil von gut sechs Prozent zu den führenden Händlern am aufstrebenden Neuen Markt gehöre, der gerade in der letzten Zeit dank Kursrallye und Emissionsflut nahezu täglich neue Umsatzrekorde schreibe. „Die ersten beiden Monate des laufenden Geschäftsjahres liegen auf jeden Fall über unseren Planwerten“, bestätigt auch der Vorstandsvorsitzende.

Zusätzliche Attraktivität erhält das operative Geschäft durch die Sparte „Corporate Finance“ mit ihren lukrativen Feldern „IPO-Begleitung“, „Wachstumsfinanzierung“ sowie „Mergers & Acquisitions“, so AC Research, die in Zukunft einen immer größeren Umsatz- und Ergebnisbeitrag liefern und den zyklischen Wertpapierhandel damit in den Hintergrund drängen dürften.

Auch „IPOnline“ sei ein nicht zu unterschätzender Wert, so die Analysten, vor allem wenn man die aktuelle (wenn auch überzogene) Marktkapitalisierung von net.IPO in Höhe von 500 Mio. DM in Betracht zieht. Das erst vor drei Monaten gegründete Online-Emissionshaus lege bei momentan knapp 10 000 registrierten Nutzern ein rasantes Wachstum an den Tag und verfüge im Gegensatz zu der Konkurrenz dank der Muttergesellschaft über ausreichend Nachschub und zu vergebene Aktien (z.B. erhielt bei der letzten Emission, Rösch, jeder Interessent 100 Aktien).

Phantasie bestünde darüber hinaus in der Tatsache, dass mittelfristig auch weitere Dienstleistungen einer Investmentbank, im speziellen Aktienresearch und Asset Management, angeboten werden sollen, diese aber noch nicht in den aktuellen Planzahlen enthalten seien.

Hierin gehe die Konzernspitze von einem Ergebnis pro Aktie von 5 Euro in diesem und 7 Euro im nächsten Jahr aus, was auch angesichts des immer noch laufenden Aktienrückkauf-Programms als sehr konservativ einzuschätzen ist, so die Anlageexperten.

Das operative Geschäft habe deshalb zumindest eine Bewertung in Höhe des Branchenschnitts von etwa 15 verdient, zumal der Vorstandschef auch weiterhin mit Wachstumsraten zwischen 20 und 40 Prozent in den nächsten Jahren rechnet. Summiere man die daraus resultierende angemessene Bewertung des operativen Geschäfts und den Wert aller Beteiligungen auf, so AC Research, so erhalte man einen theoretischen Fair Value von über 200 Euro je Concord-Aktie.

Obwohl ein gewisser Risikoabschlag aufgrund der stark schwankenden stillen Reserven durchaus gerechtfertigt sei, halten die Analysten das aktuell bezahlte Disagio von rund 50 Prozent für zu hoch und billigen dem Papier daher weiteres ansehnliches Kurspotenzial zu.



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