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Analysen - Ausland
12.08.2003
Gillette Marketperformer
Stadtsparkasse Köln

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Die Analysten der Stadtsparkasse Köln bewerten die Gillette-Aktie (ISIN US3757661026/ WKN 853194) mit "Marketperformer".

Das Unternehmen aus Boston (US-Bundesstaat Massachusetts) sei einer der größten Markenartikelhersteller der Welt, die außerhalb des Nahrungs- und Genussmittelgeschäfts aktiv seien. Die Schwerpunkte lägen dabei in den Bereichen Rasur (Rasiermesser, Klingen und Elektrorasierer), Pflege (Zahnpflege und Toilettenartikel) sowie Batterien. Die Gesellschaft produziere ihre Produkte in 20 Ländern und beschäftige dabei weltweit über 30.000 Mitarbeiter. Waren Buffett´s Berkshire Hathaway halte 9% der Gillette-Aktien.

Der US-Konzern habe im zweiten Quartal 2003 dank eines starken Geschäfts mit seinen neuen Rasierern und Zahnbürsten den Gewinn um 15% gesteigert. Das Unternehmen habe auch vom Kursrückgang des US-Dollar profitiert. So sei der Gewinn im abgelaufenen Quartal von 293 auf 338 Mio. US-Dollar bzw. von 28 auf 33 Cents je Aktie gestiegen. In diesem Ergebnis sei ein außerordentlicher Ertrag von 2 Cents je Aktie eingeschlossen, habe das Unternehmen mitgeteilt. Analysten hätten den Gewinn je Aktie im Durchschnitt mit 29 Cents prognostiziert.

Der Umsatz habe im Berichtsquartal um 11% auf 2,25 Mrd. US-Dollar zugenommen. Etwa 6% des Umsatzanstiegs hätten mit der Abschwächung des Dollar zusammen gehangen. Der schwächere Dollar mache die im Ausland erzielten Umsätze bei der Umrechnung der Ergebnisse in die US-Währung wertvoller. Für die Zukunft erwarte Gillette eine Verschärfung des Wettbewerbs im Rasierer-Geschäft. Gillette wolle nach eigenen Angaben eine neue Version seines Nassrasierers Mach3 im September und eine verbesserte Version des Nassrasierer-Systems Venus 2004 auf den Mark bringen. Neue Produkte des größten Konkurrenten, der von der Energizer Holdings übernommenen Schick-Wilkinson Sword, könnten allerdings "das Potenzial des Gewinns je Aktie" 2003 um 2 bis 4 Cents und 2004 um 5 bis 7 Cents drücken. Gillette könnte dadurch Marktanteile verlieren. Außerdem könnten die Marketingkosten steigen, habe es weiter geheißten.

Gillette habe bei Rasierapparaten weltweit einen Marktanteil von über 70% erreicht. Aus diesem Segment kämen ein Drittel des Umsatzes und über die Hälfte des Ergebnisses. Der Konzern repräsentiere ein Portefeuille international bekannter Marken, wie Gillette Sensor Excel, MACH3, Braun, Oral-B und Duracell. Die Hauptkonkurrenten seien BIC, Colgate-Palmolive und Energizer Holdings. Der Konzern generiere ca. 60% seiner Umsätze außerhalb der USA, wodurch eine deutliche Abhängigkeit von der Währungsentwicklung besteht. Aktuell profitiere Gillette von dem schwächeren US-Dollar.

Ob die Probleme des Konzerns mit der Batteriesparte nach den jüngsten Erfolgen auf diesem Gebiet auch langfristig gelöst seien, bleibe fraglich. Die Gillette-Strategie "Qualität für Premiumpreise" lasse sich nicht auf Batterien übertragen. Hier würden Verbraucher mehr auf den Preis als auf Qualität achten. Mit niedrigeren Preisen würden sich aber auch die Margen verringern. Insbesondere der Konkurrent Energizer Holdings sorge für einen harten Wettbewerb. Nach wie vor seit ein Verkauf dieses Teilbereichs nicht ausgeschlossen.

Der Konzern komme mit seinen Kostensenkungsmaßnahmen gut voran. Ein wichtiger Schritt sei dabei die Senkung der Ausgaben für die viel zu hohen Lagerbestände gewesen. Der Batteriehersteller Energizer habe das Rasierklingengeschäft von Pfizer "Schick-Wilkinson" übernommen. Damit folge der Konkurrent der Gillette-Strategie eines breit gefächerten Produktangebots. Energizer greife Gillette damit auf einem zweiten Arbeitsgebiet an und avanciere zu einem Hauptkonkurrenten Gillettes.

Gillette könne auf deutliche Restrukturierungserfolge verweisen. Die jahrelange Gewinnerosion, die den Konzern geplagt habe, scheine der Konzern einigermaßen überwunden zu haben. Produkte wie die Mach3Turbo-Rasierer hätten zu der Erholung beigetragen. Für das Unternehmen spreche vor allem die geringe Abhängigkeit von der Konjunkturentwicklung. Gefahr drohe von dem Konkurrenten Energizer, der Gillette mit der Übernahme von Schick-Wilkinson Sword jetzt auch in der wichtigen Rasierer-Sparte angreife. Da die Aktie zudem relativ hoch bewertet sei, dürfte sich das Dividendenpapier nur im Marktdurchschnitt entwickeln.

Die Empfehlung der Analysten der Stadtsparkasse Köln für Gillette lautet unverändert "Marketperformer".



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