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Analysen - Ausland
08.08.2003
Anheuser-Busch Marketperformer
Stadtsparkasse Köln

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Die Analysten der Stadtsparkasse Köln bewerten die Anheuser-Busch-Aktie (ISIN US0352291035/ WKN 865178) mit "Marketperformer".

Das Unternehmen aus St. Louis (im US-Bundesstaat Missouri) sei der bedeutendste Bierbrauer der Welt und zudem wichtiger Hersteller von Getränkebehältern aus Aluminium. Anheuser-Busch sei außerdem der global größte Recycler solcher Behälter. Als weiteres Standbein betreibe der Konzern zahlreiche Freizeitparks in Florida, Texas, Ohio und Kalifornien. Die Gesellschaft vertreibe ihre Produkte weltweit in über 80 Ländern und beschäftige mehr als 23.000 Mitarbeiter.

Der US-Braugigant habe seinen Nettogewinn im zweiten Quartal um 7,8% gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesteigert und die Analystenerwartungen damit erfüllt. So sei der Gewinn von 587 auf 633 Mio. US-Dollar bzw. von 66 auf 75 Cents je Aktie geklettert. Der Nettoumsatz sei von 3,63 Mrd. auf 3,77 Mrd. US-Dollar gestiegen. Insbesondere die Erhöhung der Bierpreise habe dazu beigetragen, dass die Gesellschaft ihr Ziel habe erreichen können. 2003 wolle die Brauerei den Gewinn je Aktie um 12 bis 13% steigern, 2004 seien 12% geplant.

Anheuser-Busch vertreibe weltbekannte Marken wie z.B. "Budweiser" und "Bud-Light". Aktuell sollten derzeit Verhandlungen mit der tschechischen Brauerei Budejovicky Budvar (Budweiser) und der Bitburger Brauerei laufen, die bisher wegen der Namensähnlichkeiten die Verwendung der US-Marke "Bud" in Europa gerichtlich verhindern. In den USA habe die Gesellschaft einen Biermarktanteil von über 50%. Der Konzern sei zweitgrößter Freizeitparkbetreiber nach Walt Disney. Zu den Vergnügungsstätten würden Busch Gardens, Sea World und zahlreiche Wasserparks gehören.

Die Hauptkonkurrenten seien Adolph Coors, Heineken und Miller Brewing. Anheuser-Busch setze weltweit auf Kooperationen. So betreibe die Gesellschaft Joint Ventures in China, Japan, Mexiko und diversen südamerikanischen Ländern. Insgesamt sei der Bierproduzent in elf Ländern an in- und ausländischen Konkurrenten beteiligt. 95% des Umsatzes würden aus dem Biergeschäft und verwandten Produkten stammen, die restlichen 5% des Umsatzes erwirtschafte der Konzern mit der Sparte Freizeitparks.

Das Unternehmen sei relativ unabhängig von Wechselkursschwankungen und weltweiten Wirtschaftskrisen, da ein Großteil des Umsatzes in den Vereinigten Staaten erzielt werde. Es zeige sich, dass die Gerstensaftnachfrage in einer Wirtschaftsflaute doch etwas vom Produktpreis abhänge. Die Preissensibilität erweise sich für Anheuser als Vorteil, um im rauen Konjunkturumfeld besser als die Konkurrenz über die Runden zu kommen. Mit mehr als 30 Biersorten sei der Konzern vor allem in der mittleren bis unteren Preisklasse gut positioniert.

Zur Steigerung des Absatzes auch außerhalb der USA betreibe Anheuser eine groß angelegte Werbeoffensive. So bestehe bereits eine Partnerschaft mit dem Weltfußballverband FIFA für die Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Außerdem sei der Braugigant jetzt als Großsponsor des Williams-BMW-Teams in die Formel 1 eingestiegen. Beide Sportarten genössen vor allem außerhalb der USA große Popularität. Der Konzern gelte als einer der Interessenten an Holsten und Budweiser. Mit einer Übernahme der zum Verkauf stehenden Brau und Brunnen AG und der Holsten Brauerei AG könnte sich der Brauriese auf einen Streich fast 20% des deutschen Biermarktes sichern.

Dass der Gewinn im jüngsten Berichtsquartal vor allem auf Preiserhöhungen beruhe, sei nicht Besorgnis erregend, da die Absatzschwäche vor allem auf schlechtes Wetter zurückzuführen sei und damit nicht das einzelne Unternehmen, sondern den gesamten Markt getroffen habe. Da Anheuser-Busch sehr unabhängig von der Konjunkturentwicklung sei, sollte sich das Geschäft auch in der Zukunft mit soliden Wachstumsraten präsentieren. Aufgrund der relativ hohen Bewertung erwarte man jedoch keine größeren Aktienkursgewinne.

Die Empfehlung der Analsten der Stadtsparkasse Köln für Anheuser-Busch lautet unverändert "Marketperformer".



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