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News - Ausland
06.08.2003
Alstom wird zu Teilen verstaatlicht
BoersenMan.de

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Der französische Großkonzern Alstom (ISIN FR0000120198/ WKN 914815) wird zu Teilen verstaatlicht, berichten die Experten von "BoersenMan.de".

Allein das Wort "verstaatlicht" treibe dabei aufrichtigen Kapitalisten einen kalten Schauer über den Rücken. Schon habe man das Relikt sozialistischer Wirtschaftsgestaltung in der Mottenkisten der ökonomischen Geschichtsschreibung geglaubt, da falle der französischen Regierung, dem Vorstand von Alstom und den beteiligten Banken in ihrer Not nichts besseres ein, als tief in die Staatskasse zu greifen. Aber der Reihe nach.

Alstom habe lange als eine Perle der französischen Wirtschaft gegolten. Der Konzern baue unter anderem Atomkraftwerke, den Hochgeschwindigkeitszug TGV, S-Bahnen und Schiffe und habe damit im letzten Jahr gut 20 Milliarden Euro Umsatz gemacht. Dennoch, seit Jahren gehe es mit Alstom bergab, was zu teilen an dem schwierigen Marktumfeld und der Konjunkturkrise liege, zu weiten Teilen aber auch auf grobe Managementfehler geschoben werde. Der alte Vorstand sei zwar inzwischen mit einem stattlichen Batzen Geld aus dem Amt befördert worden, die Probleme seien jedoch geblieben. Trotz Teilverkäufen und Umstrukturierungen habe sich die Lage zusehends verschlimmert. In den letzten Tagen habe Alstom sogar die Zahlungsunfähigkeit gedroht. Es sei dringend frisches Kapital gebraucht worden.

Das komme jetzt von einem Bankenkonsortium aber vor allem vom französischen Staat. Der steige mit mehreren hundert Millionen Euro bei Alstom ein und werde mit über 30 Prozent quasi über Nacht um größten Anteilseigner. Damit würden mindestens so viele Probleme geschaffen wie gelöst. Die Aktionäre müssten dem ganzen tatenlos zusehen, die Aktie sei seit Freitag vom Handel ausgesetzt. Viel Freude habe das Papier eh nie bereitet. Seit dem Börsengang 1998 sei sie von rund dreißig auf zuletzt knapp drei Euro gefallen.


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