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Analysen - Ausland
01.08.2003
Endesa Marketperformer
Stadtsparkasse Köln

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Die Analysten der Stadtsparkasse Köln bewerten die Endesa-Aktie (ISIN ES0130670112/ WKN 871028) mit "Marketperformer".

Die Zahlen für das erste Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres 2003 würden lauten: Das operative Ergebnis habe um 3,5% auf 1,6 Mrd. Euro gesteigert werden können. Auch beim Nettoergebnis habe der Konzern einen Zuwachs von 4,7% auf 876 Mio. Euro verzeichnet. Insgesamt hätten die Zahlen im Rahmen der Erwartungen gelegen. Das europäische Geschäft sei etwas stärker ausgefallen als erwartet, wohingegen Lateinamerika aufgrund von Wechselkurseffekten etwas hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei. Der Umsatz sei im Berichtszeitraum um 5,6% rückläufig und habe per 30.06. bei 7,8 Mrd. Euro gelegen.

Die Nettoverschuldung des Konzerns habe seit Ende 2002 um weitere 4,7 Mrd. Euro abgebaut werden können und zum Halbjahr noch bei 18 Mrd. Euro gelegen. Damit sei das ursprünglich zum Jahresende ausgegebene Ziel bereits zum 30.06. erreicht worden. Das Engagement in Argentinien sei bereits vor Ausbruch der dortigen Krise gesenkt worden. Auf das Argentinien-Geschäft entfalle nun weniger als ein Viertel des gesamten Lateinamerika-Geschäftes. Lateinamerika biete dem Unternehmen langfristig gutes Wachstumspotenzial, bleibe aber gleichzeitig ein nicht zu unterschätzender Unsicherheitsfaktor.

Im Rahmen eines umfassenden Desinvestitionsprogramms, welches im Zeitraum 2002 bis 2006 den Verkauf nichtstrategischer Beteiligungen im Volumen von bis zu 7 Mrd. Euro vorsehe, sei die 3,01%-Beteiligung am Energiekonzern Repsol YPF veräußert worden. Der Erlös habe bei etwa 500 Mio. Euro gelegen. Zuletzt habe Endesa seine 7%-Beteiligung am Stromnetzbetreiber Red Electrica für 102,5 Mio. Euro sowie die Beteiligung an der Windkrafttochter Made Tecnologias Renovables für 120 Mio. Euro veräußert.

In Spanien besitze das Unternehmen einen Marktanteil von mehr als 40%. In der gesamten EU gelte Spanien als Markt mit überdurchschnittlichem Wachstumspotenzial, sowohl im Strom- als auch im Gasbereich. Nachdem die Nationale Energiekommission (CNE) die Fusion der spanischen Versorger Gas Natural und Iberdrola untersagt habe, sei die für Endesa drohende Großkonkurrenz im spanischen Heimatmarkt zunächst vom Tisch. Vor zwei Jahren sei eine geplante Fusion von Endesa mit Iberdrola an Auflagen der spanischen Regierung gescheitert.

Der Europäische Gerichtshof habe die Goldene Aktie, die der spanische Staat am Unternehmen halte, für nichtig erklärt. Es sei noch abzuwarten, wie das Urteil durch die spanische Regierung umgesetzt werde. Mit einem Übernahmeangebot für Endesa sei in der aktuellen Marktsituation jedoch nicht zu rechnen.

Den Bewertungsabschlag gegenüber den europäischen Wettbewerbern habe Endesa zuletzt verringern können. Allerdings seien die positiven Nachrichten der Vergangenheit (Schuldenabbau verlaufe schneller als erwartet, Erholung in Lateinamerika) im derzeitigen Aktienkurs bereits enthalten. Nicht zu vernachlässigen sei nach wie vor der relativ hohe Ergebnisbeitrag Lateinamerikas, wo mögliche Rückschläge und insbesondere Wechselkurseffekte ständige Unsicherheitsfaktoren darstellen würden.

Die Analysten der Stadtsparkasse Köln behalten ihre Einschätzung "Marktperformer" für Endesa bei.



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