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Analysen - Ausland
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29.07.2003
Logitech Einstieg unter 25 Euro
Performaxx-Anlegerbrief
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Experten vom "Performaxx-Anlegerbrief" empfehlen unter 25 Euro in die Aktie von Logitech (ISIN CH0012607195/ WKN 887020) einzusteigen
Nach der fürchterlichen Gewinnwarnung vom 9. Juli mit inhärentem Kurs-Gap dürften jetzt alle unzufriedenen Investoren ausgestiegen sein. Deshalb gelte es nunmehr abzuwägen, in wie weit sich die ausgelobten Anstrengungen des PC-Peripheriegeräteherstellers - niemand anderes als der Weltmarktführer - auch tatsächlich umsetzen lassen würden.
Bis Anfang Juli sei das Unternehmen mit Sitz im kalifornischen Fremont (US-Kürzel: LOGI) bekannt gewesen für seine über Plan liegenden Quartalszahlen. Dieses Vertrauen sei dann aber auf einen Schlag zerstört worden, als Logitech eine ebenso fürchterliche wie überraschende Gewinnwarnung veröffentlicht habe. Denn gerade zwei Wochen zuvor habe Logitech - im Übrigen ein Schweizer Unternehmen - seine Prognosen für das Gesamtjahr bestätigt.
Entsprechend sei der Kursabschlag ausgefallen, der Logitech auf ein Kursniveau gebracht habe, das in den Jahren der Börsenzugehörigkeit jeweils das untere Ende der Kursbandbreite dargestellt habe. Es spreche Einiges dafür, dass das dieses Mal nicht viel anders sein sollte - als Anleger müsse man aber genau hinsehen, um nicht auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.
Logitech blicke auf eine über 20-jährige Unternehmenshistorie zurück, denn gegründet worden sei die Gesellschaft bereits 1981 im schweizerischen Apples. Seine Computer-Peripheriegeräte würden heute in mehr als 100 Länder weltweit vertrieben, mit zahlreichen Dependancen vor Ort sei Logitech auch (fast) überall omnipräsent. Knapp 5.000 Mitarbeiter könne Logitech sein Eigen nennen.
Der weltgrößte Hersteller von Tastaturen und Computermäusen habe erst Ende Juni seine Prognosen bestätigt, die einen Umsatz von 1,2 Mrd. USD bei einem Gewinn von 142 Mio. USD vorgesehen hätten. Im Vorjahr habe Logitech 1,1 Mrd. USD umgesetzt und einen Gewinn von 124 Mio. USD eingefahren. Zwei Wochen später dann also habe CEO Guerrino De Luca die Welt ganz anders gesehen, und zwar mit hohem Konkurrenzdruck, Preissenkungen als Folge darauf sowie notorisch schwächelndem Marktumfeld. Die Gesamtjahresprognose habe er zwar aufrecht gehalten, doch kurzfristig - also in den Quartalszahlen - schlügen sich die angesprochenen Einflüsse nieder. Ein Schock für alle Anleger.
Und in der Tat habe der Umsatz des ersten Quartals (Logitech hat ein gebrochenes Geschäftsjahr) bei 218 Mio. USD noch 12% über dem des Vorjahreszeitraums gelegen, doch der Gewinn sei um die Hälfte auf 5,7 Mio. USD signifikant eingebrochen. Der operative Gewinn sei mit 7,9 Mio. USD am oberen Ende der Spanne ausgefallen, die im Zuge der denkwürdigen Gewinnwarnung Anfang Juli abgegeben worden sei. Im laufenden Quartal solle der Umsatz zwischen 270 und 280 Mio. USD ausfallen bei einer Bruttomarge, die nach 27,8% in Q1 dann wieder auf gut 30% zulegen solle.
So weit, so gut also? Allerdings habe der Vorstand das Erreichen der gegenwärtigen Ziele an mehrere Bedingungen geknüpft. Diese seien nämlich nur erreichbar, wenn die Senkung der Produktionskosten realisiert werden könnten, die neuen auf den Markt gebrachten Produkte entsprechendes Feedback fänden und auch die an den Tag gelegten Marketinganstrengungen Früchte trügen. Man müsse also konstatieren, dass die aktuellen Aussichten damit etwas schwammig geworden seien und von mehreren Unbekannten abhängen würden, die sich auch noch teilweise dem Einfluss des Unternehmens selbst entziehen würden.
Die Highlights bei den ansonsten auf Zuwarten hinaus laufenden Entwicklungen bei Logitech hätten zum Beispiel im Spielkonsolenmarkt, aber auch bei Audio-Komponenten sowie Webcams gelegen. Umsätze mit Lautsprechern und Headsets hätten gegenüber dem Vorjahreszeitraum gleich 52% höher gelegen, die für Webcams um stattliche 30%. Als Partner für Microsofts Instant Messengers Video-Einheit dürfte Logitech von der weiteren anziehenden Nachfrage nach diesen Peripherals profitieren.
Dies sei ein Vorteil der sich weiter entwickelten PC-Generationen: Während die reine Leistungskraft der heutigen Geräte für das Gros der Benutzer schon längst mehr als ausreichend sei, würden die "Begleichkomponenten" verstärkt an Bedeutung gewinnen. Lautsprecher, Headsets, Webcams, Scanner, Funkmäuse und vieles mehr seien Komponenten, die bald zur Grundausstattung gehören und als selbstverständlich angesehen würden. Dass aber noch kein Erneuerungszyklus in der PC-Industrie eingesetzt habe, treffe auch Logitech.
In den letzten drei Jahren seien Kurse zwischen 20 bis 25 Euro der Ausgangspunkt für scharfe und wilde Aufwärtsbewegungen gewesen. Auf Basis der neuen Gewinnschätzungen der Experten dürfte Logitech im laufenden Geschäftsjahr ein KGV von 20 aufweisen, das sich für das nächste Jahr aber auf einen Bereich um 15 absenken sollte. Auch das sei nicht gerade günstig, doch der Charttechnik gebühre in diesem Fall der Ansicht der Experten nach die höhere Bedeutung und Aussagekraft, da Logitech unter Umständen doch recht schnell wieder den Lapsus des ersten Halbjahrs vergessen machen könne.
Ein Einstieg in die Logitech-Aktie unter 25 Euro ist unter spekulativen Gesichtspunkten nach Meinung der Experten vom "Performaxx-Anlegerbrief" anzuraten, wobei eine zügige Erholung auf 30 bis 35 Euro möglich erscheint.
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