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Analysen - DAX 100
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23.10.2025
MTU Aero Engines 9-Monatszahlen: 720 Mio. EUR Gewinn und neue Prognose beflügeln Kursfantasie
aktiencheck.de
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Bad Marienberg (www.aktiencheck.de) - MTU Aero Engines-Aktie: Zahlen, Prognosen und frischer Analystenwind – Kursfantasie trotz Zollrisiken?
Kursstand bei Redaktionsschluss: €381,20 (+0,69%)
Die MTU Aero Engines hat ihre Neunmonatszahlen für 2025 veröffentlicht – und Anleger sowie Analysten hellhörig gemacht. Das Unternehmen glänzt mit zweistelligem Umsatzwachstum, einer stabilen Margenentwicklung trotz Herausforderungen im Getriebefan-Geschäft und einer angehobenen Ergebnisprognose.
Operative Highlights: Wachstum auf ganzer Linie
Der bereinigte Umsatz legte in den ersten neun Monaten um satte 19% auf 6,3 Mrd. EUR zu. Das bereinigte EBIT stieg um 34% auf 995 Mio. EUR, die EBIT-Marge verbesserte sich von 14,0% auf 15,9%. Der bereinigte Gewinn nach Steuern kletterte auf 720 Mio. EUR – ein Plus von 33%.
"Die guten Geschäftszahlen belegen einmal mehr die ausgezeichnete Marktposition und operative Leistungsfähigkeit der MTU", kommentiert CEO Dr. Johannes Bussmann.
Prognose konkretisiert: Mehr Klarheit, mehr Zuversicht
CFO Katja Garcia Vila präzisiert die Prognose:
- Das bereinigte EBIT soll 2025 nun im mittleren Zwanziger-Prozentbereich zulegen (zuvor: niedriger bis mittlerer Bereich). - Der Free Cashflow wird bei 350–400 Mio. EUR erwartet (zuvor: 300–350 Mio. EUR).
Unverändert bleibt der Umsatzausblick für 2025 bei 8,6 bis 8,8 Mrd. EUR. Sämtliche Geschäftsbereiche sollen zum Wachstum beitragen. Besonders stark dürfte die zivile Instandhaltung zulegen – hier erwartet MTU ein organisches Wachstum im mittleren bis hohen Zehner-Prozentbereich, bei einem Getriebefan-MRO-Anteil von rund 40%.
Ziviles Geschäft dominiert – mit Licht und Schatten
Im zivilen Triebwerksgeschäft kletterte der Umsatz um 20% auf 1,6 Mrd. EUR. Wachstumstreiber waren die GTF-Triebwerke von Pratt & Whitney sowie das GEnx für den Boeing Dreamliner. Das Ersatzteilgeschäft – margenstark – entwickelte sich ebenfalls positiv.
"Im Seriengeschäft war der Anteil der margenstarken Ersatz- und Leasingtriebwerke erneut hoch. Auf Quartalssicht sehen wir jedoch eine Trendwende", ergänzt Garcia Vila.
In der zivilen Instandhaltung stieg der Umsatz von 3,6 auf 4,3 Mrd. EUR (+20%). Mehr Getriebefan-Shop-Visits und eine höhere Materialintensität kurbelten das Geschäft an. Der GTF-Anteil an der Instandhaltung lag bei rund 40% – Tendenz stabil.
Militärgeschäft leicht rückläufig – aber mit Hoffnungsschimmer
Der Umsatz im Militärsegment ging leicht zurück – von 426 Mio. EUR auf 418 Mio. EUR. Haupttreiber war weiterhin der EJ200-Antrieb des Eurofighter. Umsatzverschiebungen im Serien- und Reparaturgeschäft sollen laut Garcia Vila bis Jahresende ausgeglichen werden. Ein starkes Q4 wird erwartet.
Ergebnissteigerung in beiden Segmenten
- Das OEM-Geschäft erzielte ein Ergebnisplus von 44% auf 640 Mio. EUR. Die EBIT-Marge stieg deutlich von 24,7% auf 31,1%. - Die zivile Instandhaltung (MRO) legte beim Ergebnis um 18% auf 355 Mio. EUR zu. Die EBIT-Marge blieb mit 8,3% nahezu stabil (Vorjahr: 8,4%).
"Trotz hoher Anlaufkosten in Fort Worth und dem anspruchsvollen MRO-Mix konnten wir die Marge nahezu stabil halten", so Garcia Vila.
Solide Forschung, solide Bilanz
Die F&E-Ausgaben lagen bei 275 Mio. EUR – Fokus: Getriebefan-Weiterentwicklungen, zukünftige Antriebsgenerationen, Verteidigungstechnologie.
Der Free Cashflow stieg auf 279 Mio. EUR (Vorjahr: 213 Mio. EUR), die Investitionen in Sachanlagen gingen auf 154 Mio. EUR zurück (Vorjahr: 248 Mio. EUR).
Die Zahl der Mitarbeiter:innen kletterte auf 13.444 – ein Plus von 4%.
Auftragsbestand: Wechselkurs-Effekt drückt Volumen
Der Auftragsbestand lag zum Stichtag 30.09.2025 bei 24,1 Mrd. EUR (31.12.2024: 28,7 Mrd. EUR). Verantwortlich sei primär der neue Dollarkurs (1,13 USD/EUR statt zuvor 1,10). Größte Brocken im Bestand: Triebwerke der P&W GTF™-Familie und das V2500.
Analysten: Rückenwind trotz Kursrally
Vor den Zahlen (Stand: Oktober 2025) äußerten sich die Analysten mehrheitlich positiv:
Chloe Lee (Jefferies): BUY – Kursziel €470 – Aufwärtspotenzial: +24.77%
George M. (Berenberg): BUY – Kursziel von €430 auf €450 angehoben – Aufwärtspotenzial: +19.46%
Christoph L. (Deutsche Bank): BUY – Kursziel €430 – Aufwärtspotenzial: +14.15%
Ross Law (Morgan Stanley): HOLD – Kursziel von €300 auf €407 erhöht – Aufwärtspotenzial: +8.04%
Aymeric P. (Kepler Cheuvreux): BUY – Kursziel €400 – Aufwärtspotenzial: +6.19%
Ian Douglas (UBS): HOLD – Kursziel €400 – Aufwärtspotenzial: +6.19%
Fazit: Fliegen mit Rückenwind – aber nicht ohne Turbulenzen
MTU Aero Engines liefert starke Zahlen, schärft seine Prognose und überzeugt mit globaler Nachfrage im zivilen Markt. Der hohe Anteil am Getriebefan-Geschäft birgt jedoch operative Risiken – etwa bei Lieferketten oder Reparaturzyklen. Hinzu kommt das Damoklesschwert der US-Zollpolitik, das sich bereits im Auftragsbestand bemerkbar macht.
Die Aktie bleibt spannend: Das Kursziel der Top-Analysten liegt deutlich über dem aktuellen Kurs – die Spanne reicht bis +24%. Gleichzeitig signalisiert die vorsichtige Haltung einiger Analysten (HOLD-Ratings) eine gewisse Skepsis hinsichtlich kurzfristiger Impulse.
Anleger mit Weitblick könnten MTU weiter auf dem Radar behalten – denn technologische Führungsstärke und solide Bilanz sprechen langfristig für das Papier. Doch wie immer gilt: "Nur der frühe Vogel fängt den Jetstream."
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Autor: Redaktion, aktiencheck.de Veröffentlicht am: 23. Oktober 2025
Disclaimer
Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Aktien unterliegen Risiken, einschließlich des möglichen Verlusts des eingesetzten Kapitals. Die Redaktion übernimmt keine Haftung für etwaige Entscheidungen auf Basis dieses Artikels. (23.10.2025/ac/a/d)
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