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Analysen - DAX 100
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09.10.2025
BMW: Der Lack ist ab - Gewinnwarnung schickt Aktie auf Crash-Kurs
BNP Paribas
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www.optionsscheinecheck.de
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Paris (www.aktiencheck.de) - BMW-Aktienanalyse der BNP Paribas:
Die BMW-Aktie (ISIN: DE0005190003, WKN: 519000, Ticker-Symbol: BMW, NASDAQ OTC-Symbol: BAMXF) war in den vergangenen Tagen in die Nähe des 52-Wochen-Hochs geklettert, ehe der Premiumhersteller am Dienstagabend, 7. Oktober um 18.20 Uhr Investoren mit einer Gewinnwarnung per Ad hoc-Meldung geschockt hat, so Egmond Haidt von der BNP Paribas.
Daraufhin breche das Papier um knapp 10 Prozent ein und sei damit der mit weitem Abstand größte Verlierer im DAX. Das reiße auch die Aktien von Mercedes-Benz, Volkswagen und Porsche AG mit nach unten. Investoren seien von BMW herb enttäuscht, habe der Konzern doch bei der Vorlage der Halbjahreszahlen am 31. Juli die Jahresprognose bestätigt.
Zwei Monate und ein paar Tage später sehe die Realität aber plötzlich völlig anders aus. Für die Senkung des Ausblicks gebe es zwei Gründe: einerseits sei das Geschäft in China deutlich schwächer als erwartet, bekomme der Konzern doch den deutlich zunehmenden Wettbewerbsdruck durch chinesische Hersteller, wie BYD und Xiaomi, zu spüren. Andererseits solle das Geld aus der teilweisen Rückerstattung der US-Strafzölle laut der aktuellen Einschätzung statt 2025 erst 2026 an BMW fließen.
Der Konzern habe zwar für das dritte Quartal einen Absatzanstieg auf Konzernebene um 8,8 Prozent auf 588.300 Fahrzeuge gemeldet. Allerdings seien die Auslieferungen in China um 0,4 Prozent auf 147.121 gesunken und hätten damit unter den Erwartungen des Managements um Vorstandschef Oliver Zipse und Finanzchef Walter Mertl gelegen. "Vor diesem Hintergrund hat die BMW Group entschieden, die Absatzerwartungen für den chinesischen Markt im vierten Quartal zu reduzieren. Die Auswirkungen der signifikanten Reduzierung von Provisionen durch lokale chinesische Banken im Zusammenhang mit der Vermittlung von Finanzierungs- und Versicherungsprodukten an Endkunden erfordern außerdem eine finanzielle Unterstützung zur Stärkung der Händlerprofitabilität", stehe zudem in der Pressemeldung. Außerdem würden - wie oben geschrieben - die Zollrückerstattungen statt 2025 nun erst 2026 erfolgen.
Prognose gesenkt
Vor dem Hintergrund dieser zwei Effekte werde die Ebit-Marge im Bereich Automobile 2025 lediglich bei 5 bis 6 Prozent liegen, statt der zuvor geplanten 5 bis 7 Prozent. Die Mitte der Spanne bedeute, dass sie nun bei 5,5 Prozent statt zuvor bei 6,0 Prozent liege. 2024 standen 6,3 Prozent zu Buche. Zudem werde der Gewinn vor Steuern auf Konzernebene leicht zurückgehen, anstatt auf dem Niveau von 2024 zu stagnieren. Dabei hätten Analysten bislang ohnehin einen Rückgang um 6,5 Prozent auf 10,3 Milliarden Euro vorhergesagt. Und schlussendlich werde der Free Cashflow im Autobereich bei mehr als 2,5 Milliarden Euro liegen, statt der zuvor avisierten mehr als 5,0 Milliarden Euro. Der Free Cashflow könnte also nur rund halb so hoch sein, wie bislang erwartet. Das sei eine herbe Enttäuschung.
Der Quartalsbericht solle am 5. November veröffentlicht werden. Wie gehe es weiter mit der Aktie?
Nach der heftigen Gewinnwarnung dürften Analysten ihre Ebit-Schätzungen für 2025 deutlich senken. Üblicherweise würden dabei auch jene für 2026 zumindest etwas gestutzt, wenngleich BMW im kommenden Jahr mit seinen E-Autos der "Neuen Klasse" am Markt angreifen wolle.
Nach dem Kurseinbruch liege der Börsenwert (inklusive der Vorzugsaktien) bei 48,5 Milliarden Euro. Inklusive der Nettoschulden von 85,2 Milliarden Euro (per Ende Juni) liege der Enterprise Value (EV) bei 133,7 Milliarden Euro. Das entspreche dem 12,1-Fachen das bislang von Analysten prognostizierten 2026er-Ebit von 11,0 Milliarden Euro. Je nachdem wie sehr die Finanzprofis ihre Schätzungen senken sollten, würde die Bewertung im Gegenzug steigen. Haidt finde, das sei ein ziemlich hohe Bewertung für ein Unternehmen, dass mit einem schwachen China-Geschäft, deutlichen Umsatzrückgängen auf Konzernebene und Margendruck zu kämpfen habe.
Meiner Meinung nach sollte die BMW-Aktie kurzfristig unter Druck bleiben, denn die Gewinnwarnung dürfte viel Vertrauen bei Investoren zerstört haben, nachdem sich das Management zuvor immer zuversichtlich gezeigt habe. Nun sei aber der Lack ab, so Egmond Haidt von der BNP Paribas. (Analyse vom 08.10.2025)
Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus unter folgendem Link. (09.10.2025/ac/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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