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Analysen - DAX 100
17.09.2025
Airbus Aktie: Produktionsziel in Gefahr - Was Analysten jetzt erwarten
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Bad Marienberg (www.aktiencheck.de) -

Airbus kämpft mit Triebwerksproblemen – Chancen und Risiken für Anleger



Airbus SE (ISIN: NL0000235190, WKN: 938914, Ticker-Symbol: AIR, NASDAQ OTC-Symbol: EADSF) steht einmal mehr im Zentrum der Aufmerksamkeit. Der europäische Flugzeugbauer hat für 2025 das Ziel von rund 820 ausgelieferten Verkehrsflugzeugen ausgegeben. Doch dieses Ziel wackelt zunehmend: Bis Ende August wurden erst 434 Maschinen übergeben – 13 weniger als zum gleichen Zeitpunkt 2024. Besonders problematisch sind die anhaltenden Engpässe bei Triebwerken. Ende Juli standen 60 sogenannte "Glider" – fertig produzierte Flugzeuge ohne Motoren – bei Airbus. Branchenkreise berichten, dass sich diese Zahl im August bereits auf 70 erhöht haben dürfte. Damit wächst der Druck, ob Airbus das Auslieferungsziel halten kann.

Der Aktienkurs reagierte prompt: Die Airbus-Aktie verlor zuletzt 1,7% und notiert aktuell bei 191,86 Euro (-0,65%). Anleger fragen sich: Ist die jüngste Schwäche eine Einstiegschance oder ein Warnsignal?

Lieferprobleme und deren Bedeutung



Das Problem der Glider ist kein neues Phänomen. Immer wieder kommt es zu Verzögerungen bei der Lieferung von Triebwerken, die Airbus von Partnern wie Pratt & Whitney oder CFM International bezieht. Solange die Flugzeuge ohne Motoren auf den Werksgeländen stehen, binden sie Kapital und blockieren Produktionskapazitäten. Für die Airlines bedeuten sie Wartezeiten, für Airbus verzögerte Umsätze. Schon 2024 hatte Airbus Probleme, seine ambitionierten Auslieferungsziele zu erreichen. Dass die Lücke im Jahr 2025 erneut sichtbar wird, ist ein Warnsignal.

Gleichzeitig bleibt der Nachfrageüberhang hoch. Die Auftragsbücher von Airbus sind prall gefüllt. Airlines weltweit wollen ihre Flotten modernisieren und setzen dabei fast durchweg auf die A320neo-Familie. Die Herausforderung für Airbus liegt also nicht im Verkauf, sondern in der termingerechten Auslieferung.

Chancen für die Airbus Aktie



Trotz aller Probleme bleibt Airbus ein Schwergewicht mit großen Chancen. Die Nachfrage nach Flugzeugen ist langfristig ungebrochen. Die Airlines müssen ihre Flotten verjüngen, um CO₂-Ziele zu erreichen, und setzen auf moderne, sparsame Jets. Airbus hat hier die Nase vorn: Die A320neo-Familie ist ein Verkaufsschlager, und auch die A350 findet stetig neue Abnehmer.

Ein weiterer Vorteil: Airbus ist besser diversifiziert als viele Wettbewerber. Neben Verkehrsflugzeugen ist der Konzern auch in den Bereichen Hubschrauber, Rüstung und Raumfahrt aktiv. Vor allem das Defence- und Space-Segment könnte in Zeiten geopolitischer Unsicherheit für stabile Einnahmen sorgen.

Langfristig könnte Airbus zudem vom Ausbau klimafreundlicher Technologien profitieren. Projekte zur Entwicklung von Wasserstoffflugzeugen und nachhaltigen Kraftstoffen (SAF) positionieren das Unternehmen für die Zukunft.

Risiken für die Airbus Aktie



Doch die Risiken sind erheblich. Neben den aktuellen Lieferproblemen bleibt die Abhängigkeit von den Triebwerksherstellern ein strukturelles Risiko. Verzögerungen bei Zulieferern könnten die Auslieferungszahlen dauerhaft belasten.

Zudem ist Airbus anfällig für konjunkturelle Schwankungen. Sollte die Weltwirtschaft stärker abkühlen, könnten Airlines Bestellungen verschieben oder stornieren. Auch steigende Kosten für Material und Personal setzen Airbus unter Druck.

Nicht zuletzt bleibt der Wettbewerb mit Boeing bestehen, auch wenn der US-Konkurrent zuletzt durch Qualitätsprobleme geschwächt war. Jede Verbesserung bei Boeing könnte den Preisdruck erhöhen.

Aktuelle Analystenstimmen zur Airbus Aktie



Die Experten sind sich uneins, wie die jüngsten Probleme zu bewerten sind. Hier die aktuellen Kursziele, sortiert nach Aufwärtspotenzial in % (aktueller Kurs: 191,86 Euro):

1. Ross Law, Morgan Stanley – Kursziel 231,00 Euro (Aufwärtspotenzial: +20,41%)

Argumente: Law sieht Airbus trotz kurzfristiger Probleme stark positioniert. Die Nachfrage sei intakt, die Produktionsprobleme lösbar. Sein Fazit: Wer Geduld mitbringt, wird belohnt.

2. Chloe Lemaire, Jefferies – Kursziel 225,00 Euro (Aufwärtspotenzial: +17,29%)

Argumente: Lemaire betont die Stärke der Auftragsbücher. Für sie sind die aktuellen Verzögerungen lediglich "Kinderkrankheiten" in einer ansonsten robusten Wachstumsstory.

3. Ian Douglas, UBS – Kursziel 220,00 Euro (Aufwärtspotenzial: +14,68%)

Argumente: Douglas verweist auf die strukturelle Nachfrage nach Single-Aisle-Jets. Die Probleme mit den Triebwerken seien temporär. Airbus bleibe der "Preferred Pick" im Luftfahrtsektor.

4. Kenneth Herbert, RBC Capital – Kursziel 200,00 Euro (Aufwärtspotenzial: +14,68%)

Argumente: Herbert lobt die strategische Aufstellung von Airbus, sieht aber kurzfristig Druck auf die Marge. Sein Kursziel reflektiert Optimismus mit Vorsicht.

5. Milene Kerner, Barclays – Kursziel 220,00 Euro (Aufwärtspotenzial: +14,68%)

Argumente: Kerner hebt die starke Nachfrage in Asien hervor. Sie erwartet, dass Airbus mittelfristig von wachsender Mobilität in Schwellenländern profitiert.

6. David Perry, J.P. Morgan – Kursziel 220,00 Euro (Aufwärtspotenzial: +14,68%)

Argumente: Perry sieht Airbus als Profiteur der Erholung im Langstreckensegment. Risiken bestehen für ihn vor allem bei Zulieferketten.

7. Douglas Harned, Bernstein – Kursziel 198,00 Euro (Aufwärtspotenzial: +3,21%)

Argumente: Harned bleibt zurückhaltend. Er sieht Airbus solide positioniert, glaubt aber, dass die Aktie bereits viel Positives eingepreist hat.

8. Aymeric Poulain, Kepler Capital – Kursziel 183,00 Euro (Abwärtspotenzial: -4,61%)

Argumente: Poulain warnt vor überhöhten Erwartungen. Er sieht die Risiken der Lieferketten und den Druck auf die Margen stärker als die Chancen.

9. Christophe Menard, Deutsche Bank – Kursziel 186,00 Euro (Abwärtspotenzial: -3,04%)

Argumente: Menard bleibt skeptisch. Für ihn sind die Produktionsziele zu ambitioniert. Airbus müsse zuerst beweisen, dass man die Lieferprobleme dauerhaft in den Griff bekommt.

10. Charles Armitage, Citi – Kursziel 183,00 Euro (Abwärtspotenzial: -4,61%)

Argumente: Armitage erwartet, dass die Aktie kurzfristig unter Druck bleibt. Die strukturellen Probleme seien nicht schnell gelöst.

Fazit: Airbus zwischen Druck und Chancen



Die Airbus Aktie bleibt ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite stehen volle Auftragsbücher, hohe Nachfrage und langfristige Wachstumsperspektiven. Auf der anderen Seite drücken kurzfristige Produktionsprobleme und Zulieferengpässe auf die Stimmung. Analysten wie Morgan Stanley und Jefferies sehen erhebliches Potenzial nach oben, während Deutsche Bank und Kepler Capital eher warnen.

Für Anleger bedeutet das: Wer langfristig an Airbus glaubt, findet im aktuellen Kursniveau eine attraktive Gelegenheit. Doch Geduld ist gefragt – denn kurzfristig könnte der Weg holprig bleiben.

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Autor: Redaktion, aktiencheck.de
Veröffentlicht am: 17. September 2025

Disclaimer

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Aktien unterliegen Risiken, einschließlich des möglichen Verlusts des eingesetzten Kapitals. Die Redaktion übernimmt keine Haftung für etwaige Entscheidungen auf Basis dieses Artikels. (17.09.2025/ac/a/d)



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