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Analysen - Ausland
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27.08.2025
NVIDIA Aktie: Spektakuläre Zahlen, politische Risiken und Analysten-Euphorie
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Bad Marienberg (www.aktiencheck.de) - NVIDIA begeistert Anleger mit KI-Power - Analysten sehen Chancen bis weit über 200 USD
Die NVIDIA-Aktie NVIDIA-Aktie (ISIN: US67066G1040, WKN: 918422, Ticker-Symbol: NVD, NASDAQ-Symbol: NVDA) bleibt das Epizentrum der Börsenfantasie im Technologie- und KI-Sektor. Am Dienstag schloss der Titel an der NASDAQ bei 181,77 USD (+1,1 %) und liegt damit fast 35 % im Plus seit Jahresbeginn. Im Juli überstieg die Marktkapitalisierung erstmals die Marke von 4 Billionen USD – ein historischer Meilenstein. Nun richtet sich der Blick der Anleger auf die Zahlen zum zweiten Quartal, die am Mittwoch nach US-Börsenschluss präsentiert werden. Doch nicht nur die Geschäftsentwicklung sorgt für Spannung, auch die jüngsten politischen Eingriffe durch die Trump-Regierung lassen Investoren aufhorchen.
Politischer Gegenwind: 15 %-Abgabe auf China-Verkäufe
Die Diskussionen rund um NVIDIA reichen weit über die reine Geschäftsentwicklung hinaus. Nachdem Ex-Präsident Donald Trump im April ein Exportverbot für NVIDIA-Chips nach China verhängt hatte, wurde dieses im Juli zwar aufgehoben, jedoch im August durch eine Sonderabgabe ersetzt. Fortan muss NVIDIA 15 % aller Verkäufe nach China an die US-Regierung abführen.
Hinzu kommt die Ankündigung Trumps, eine 100%-Tarifpflicht auf Halbleiterimporte in die USA einzuführen – allerdings sollen Unternehmen wie NVIDIA, die in den USA produzieren, davon ausgenommen sein. Analysten warnen, dass die politischen Risiken schwer kalkulierbar sind, gleichzeitig aber der Absatzmarkt China für NVIDIA zu wichtig ist, um aufzugeben.
Erwartungen an Q2: Neue Rekorde trotz Gegenwind
Für das zweite Quartal erwarten Analysten laut Bloomberg-Konsens einen Umsatz von 46,2 Milliarden USD (Vorjahr: 30 Milliarden USD) und ein bereinigtes EPS von 1,01 USD (Vorjahr: 0,68 USD). Damit würde NVIDIA ein Umsatzwachstum von 53 % und ein Gewinnwachstum von 49 % gegenüber dem Vorjahr erreichen.
Besonders im Fokus steht das Datacenter-Geschäft: Mit erwarteten 41,2 Milliarden USD (Vorjahr: 26,2 Milliarden) bleibt es der Wachstumsmotor des Konzerns. Das Gaming-Segment soll mit 3,8 Milliarden USD stabil wachsen. Analysten werden zudem auf Aussagen zu den Verkäufen des GB200-Superchips und dem anstehenden Launch des Blackwell-Ultra-Chips achten.
Analystenstimmen im Überblick – sortiert nach Aufwärtspotenzial
Die Wall Street ist weiterhin überwiegend bullish für NVIDIA. Analysten sehen die Aktie als zentralen Profiteur der globalen KI-Investitionswelle.
1. Matt Bryson – Wedbush – Kursziel: 210 USD (+15,5 % Aufwärtspotenzial) Einschätzung: BUY Argumente: Bryson verweist auf die starke Nachfrage nach dem GB200-Superchip. "Wir glauben, dass nahezu jeder Dollar, der in Hyperscaler-AI-Infrastruktur investiert wird, letztlich zu NVIDIA fließt." Wedbush erhöhte das Kursziel von 175 auf 210 USD.
2. Mark Lipacis – Evercore ISI – Kursziel: 205 USD (+12,8 % Aufwärtspotenzial) Einschätzung: BUY Argumente: Lipacis prognostiziert, dass das Wachstum von NVIDIA zwar abflacht, aber bei mindestens 50 % bleiben wird. "Ein solches Niveau ist ausreichend, um Momentum-Investoren anzuziehen und eine weitere Ausweitung der Bewertung zu rechtfertigen."
3. Tristan Gerra – Baird – Kursziel: 200 USD (+10,0 % Aufwärtspotenzial) Einschätzung: BUY Argumente: Gerra zeigt sich optimistisch für das Juli-Quartal. Er verweist auf die außerordentlich starken Verkäufe der GB200-Chips, die die Erwartungen für Umsatz und Gewinn übertreffen könnten.
4. John Vinh – KeyBanc Capital Markets – Kursziel: 195 USD (+7,3 % Aufwärtspotenzial) Einschätzung: BUY Argumente: Vinh hebt die Produktionsfortschritte hervor. "Mit Rack-Auslieferungen, die im vierten Quartal bei 15.000–17.000 liegen könnten, sehen wir eine deutlich stärkere Dynamik als zuvor angenommen." Allerdings warnt er, dass die Q3-Guidance enttäuschen könnte, falls China-Verkäufe ausgeklammert werden.
5. Stacy Rasgon – Bernstein – Kursziel: 185 USD (+1,8 % Aufwärtspotenzial) Einschätzung: HOLD Argumente: Rasgon bleibt vorsichtig. "Das aktuelle Bewertungsniveau ist extrem ambitioniert. Selbst kleinste Enttäuschungen bei Guidance oder Margen könnten heftige Kursreaktionen auslösen."
Chancen für die NVIDIA-Aktie
• Dominanz im KI-Sektor: NVIDIA kontrolliert einen überwältigenden Anteil der AI-Server-Wertschöpfungskette. • Rekordumsätze: Datacenter-Boom treibt Umsatz und Gewinn in historische Höhen. • Innovationspipeline: Der Blackwell-Ultra-Chip und neue China-Modelle bieten zusätzliche Fantasie. • Marktführerschaft: Keine Konkurrenz ist derzeit in der Lage, vergleichbare Leistungsfähigkeit in AI-Chips zu bieten.
Risiken für die NVIDIA-Aktie
• Politische Unsicherheit: US-Politik gegenüber China bleibt schwer berechenbar. • Wachstumsabflachung: Nach den Extremwerten von 2023/24 könnte das Tempo nachlassen. • Bewertung: Mit über 4 Billionen USD Marktkapitalisierung ist die Aktie kein Schnäppchen. • China-Abhängigkeit: 15 %-Abgabe auf China-Verkäufe und mögliche regulatorische Hürden belasten.
Fazit: NVIDIA bleibt ein Gigant mit Kursfantasie – aber auch mit Stolpersteinen
Die NVIDIA-Aktie verkörpert wie kein zweiter Wert den KI-Boom. Analysten wie Matt Bryson (Wedbush) und Mark Lipacis (Evercore ISI) sehen zweistellige Kurschancen, während vorsichtigere Stimmen wie Stacy Rasgon (Bernstein) vor Übertreibungen warnen. Die Q2-Zahlen am Mittwoch werden richtungsweisend sein: Gelingt es NVIDIA, die hohen Erwartungen zu übertreffen, könnte die Aktie weiter steigen. Doch Anleger sollten auch die politischen Risiken und die hohe Bewertung im Blick behalten.
Und jetzt mal ehrlich: Wenn Sie diesen Artikel nicht mit Ihren Freunden teilen, dann erzählen die Ihnen beim nächsten KI-Talk, dass sie längst in NVIDIA investiert sind – und Sie müssen so tun, als hätten Sie das auch getan!
Autor: Redaktion, aktiencheck.de Veröffentlicht am: 27. August 2025
Disclaimer
Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Aktien unterliegen Risiken, einschließlich des möglichen Verlusts des eingesetzten Kapitals. Die Redaktion übernimmt keine Haftung für etwaige Entscheidungen auf Basis dieses Artikels. (27.08.2025/ac/a/a)
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